Tragische Momente
Personen:
A-Crew: Thomas Wächter, Dr. Michael Lüdwitz und Peter Berger
B-Crew: Biggi Schwerin, Dr. Karin Thaler und Enrico Contini
Weiters:
Regina-Anja Harland,
Patrizia Thaler und Christoph Aigner,
Stella und Oliver Berger,
Lisa, Laura und Vera Wächter,
Frank Ebelsieder (Stützpunktleiter),
Max (Mechaniker),
Gesche Tebbenhoff
Katarina Stemberger
Und eine Überraschung
Alle saßen gemütlich im Aufenthaltsraum, als Michael mit einem Zettel hereinstürmte.
"Wo ist Karin? " Fragte er wütend.
"Weiß nicht, wahrscheinlich noch in der Umkleide." Meinte Biggi und wartete ab, was jetzt kommen würde.
"Was hast du denn? " Wollte nun Enrico wissen.
"Eine Telefonrechnung von 225 Euro." Meinte Michael sauer.
"Bumm. Und Karin ist schuld? " Wollte nun Max wissen.
"Natürlich, oder kennst du jemanden, der mehr telefoniert? " fragte er in die Runde und verschwand gleich danach.
"Sag mal was bildest du dir eigentlich ein? Glaubst du, das Geld wächst auf Bäumen? " Schrie er sie an.
"Wie Bitte? Was soll denn der Blödsinn? " Fragte sie "Noch" höflich.
"Die Telefonrechnung. 225 Euro. Sag mal spinnst du? " Schrie er weiter.
"Was habe ich denn gemacht? " Schrie nun auch sie.
"Tu nicht so scheinheilig. Das hier!" Rief er und hielt ihr die Rechnung vor die Nase.
"Denkst du, dass ich so viel telefoniere? " Fragte sie herausfordernd.
"Wer denn sonst bitteschön? " Wollte er wissen.
"Vielleicht Thomas, immerhin hat er eine Freundin, die sich momentan im Ausland befindet. So weit ich weiß, vermisst er sie schrecklich." Erzählte sie ruhig, um weiteres Streiten zu vermeiden.
"Glaubst du, dass Thomas so etwas machen würde? " Brüllte er sie an.
"Glaubst du, dass ICH so was machen würde? "
"Ja!" Schrie er und stampfte wütend aus der Umkleidekabine.
"Mit wem denn? " Schrie sie ihm noch hintennach, worauf sie keine Antwort mehr bekam. Der Notarzt stieg ins Auto und fuhr mit hochrotem Gesicht davon. Er konnte es nicht ausstehen, das Geld, das Thomas, Karin und er zusammengelegt hatten, für so einen Schwachsinn, der gar nicht nötig ist auszugeben.
Die B-Crew hatte einen Einsatz zu einem schwer verletzten Autofahrer bekommen.
"Was hat Michael denn von dir wollen? " Fragte Enrico und Biggi zeitgleich.
"Ich will nicht darüber reden." Sagte sie mürrisch zu ihren Kollegen.
"Nein!" Schrie Biggi plötzlich, worauf Karin und Enrico zusammenzuckten.
"Der Sprit! Ich hab nicht ..."
"Wie Bitte? " Fragte Karin ungläubig.
"Der war vorhin noch ganz voll. Wahrscheinlich ist die Anzeige kaputt. Ja und, was jetzt? "Fragte Biggi panisch.
"Du bist die Pilotin, nicht wir."
"Ich bin nicht zum spaßen aufgelegt!" Schrie Biggi nun.
"Biggi!" Schrie Enrico. Zu spät, der Medicopter war bereits abgestürzt.
Nach ein paar Minuten wachte Enrico auf und befreite sich aus den Trümmern des Medicopter. Ihm schmerzten alle Glieder. Dann suchte er nach seinen Kolleginnen.
Biggi fand er schwer verletzt in der Tür eingeklemmt.
"Biggi, Biggi kannst du mich hören? " Rief er aufgebracht.
"Was ... was ist, aahhhh!" Schrie Biggi und wand sich hin und her.
"Nicht bewegen, ich muss versuchen, dich hier herauszuholen." Wollte der Sani die Pilotin beruhigen.
Nach fünf Minuten hatte er es dann endlich geschafft und die Pilotin lag am Boden.
Nun Begann er nach Karin zu suchen. Der fordere Linke Teil war noch ganz gewesen, doch der Rest waren nur noch mehr Trümmer. Panisch suchte er nun nach Karin.
Inzwischen auf der Basis.
"Die müssten längst zurück sein." Meinte Max und sah zu Michael, der wieder gekommen war.
"Werden halt ein bisschen länger brauchen. Und außerdem habe ich sowieso keinen Bock auf Karin." Meinte er und aß sein Nutellabrot ruhig weiter.
"Basis ruft Medicopter 117. Biggi kannst du mich hören? " Fragte nun Peter, der das Funkgerät zur Hand nahm. Daraufhin meldete sich niemand. Sie probierten es noch ca. fünf Mal.
"Da muss etwas passiert sein." Bemerkte Thomas geschockt.
Inzwischen zog Enrico Karin gerade aus dem Schutt heraus. Die Notärztin war bewusstlos und hatte viele stark blutende Wunden.
"Komm schon Karin, wir brauchen dich. Biggi ist schwer verletzt, sie schafft es nicht ohne Arzt." Versuchte Enrico sie wach zubekommen. Doch es schien aussichtslos. Er sprach Biggi immer wieder Mut zu. Währenddessen versorgte er Karins Wunden so gut es ging. Sie kam kurz darauf wieder zu sich.
"Was ist passiert? " Fragte sie erschöpft.
"Wir sind abgestürzt. Und Biggi ist schwer verletzt, sie braucht einen Arzt komm, du musst ihr helfen." Bat Enrico sie flehend.
"Hee, nicht einschlafen, Karin." Er klapste ihr ein paar mal auf die Wange und half ihr dann auf. Völlig benommen ging Karin zu Biggi und untersuchte sie. Zum Glück waren einige Spritzen und Medikamente unbeschädigt, die Biggi sehr halfen.
"Wir ...sie muss in ein Krankenhaus." Sagte Karin stotternd und sehr leise.
"Hast du dein Handy zufällig mit? " Fragte Enrico die total geschockte Notärztin.
"N ... Nein." Stotterte sie und sah Enrico fragend an.
"Scheiße!" Schrie er und dachte nach, was sie nun tun könnten.
"Steh nicht so dumm da, hol Hilfe! Ich bleibe bei Biggi!" Rief Enrico. In lauter Sorge um Biggi vergas er, dass Karin auch nicht ganz unbeschädigt war. Ohne etwas zu sagen "Im Schockzustand." Lief Karin los. Sie waren zwei Kilometer weit weg von der Medicopter- Basis entfernt.
"Und wenn wirklich etwas Schlimmes passiert ist? " Meinte Thomas, die anderen, die noch nichts unternommen hatten, da sie es abwarten wollten.
"Wartet noch. Sie sind wahrscheinlich schon am Rückflug. Wahrscheinlich haben ihre Funkgeräte bloß einen wackler." Sagte Michael unbekümmert und wandte sich seinen Akten zu.
So schnell sie konnte, lief Karin das Basisgebäude an. Sie hatte es fast geschafft, als ihr schwindelig wurde. Doch noch mit letzten Kräften schleppte sie sich in das Gebäude.
"Aber länger warte ich nicht." Sagte Thomas, als plötzlich die Tür aufging und Karin hereinkam.
"Soll das ein Scherz sein? " Schrie Michael sie an. Plötzlich brach sie bewusstlos zusammen.
"Karin? " Nun war Michael wieder total besorgt um sie.
"Karin, kannst du mich hör ... Oh Gott. Sie ist verletzt." Erkannte Michael, sofort verarzteten Peter und Michael sie. Als Karin nach zwei Minuten wieder aufwachte, sagte sie kurz, was passiert ist. Nun fuhren Thomas, Michael und Peter mit dem Auto zur Unfallstelle. Enrico war bereits in Panik und stürmte auf das Auto zu.
"Hat Karin sich nicht beeilen können? " Schrie er, obwohl er das gar nicht sagen wollte, doch er hatte viel zu große Angst um Biggi.
"Karin ist bewusstlos zusammengebrochen. Warum hast gerade du, als unverletzter sie losgeschickt, um Hilfe zu holen? " Schrie nun Michael.
"Ich hatte so große Angst um Biggi, ich wollte bei ihr bleiben." Erklärte Enrico.
"Das ist keine Entschuldigung!" Schrie Michael, der sofort wütend wurde.
"Komm." Sagte Thomas und zog ihn mit sich.
Da Biggi schon gut verarztet war, fuhren sie auf den schnellsten Weg ins näheste Krankenhaus.
Im Krankenhaus.
Biggi wurde sofort in den O.P gebracht. Karins Wunden wurden versorgt. Dies dauerte lange.
"Warum dauert das denn so lange!" Rief Enrico aufgebracht.
"Keine Ahnung." Sagte Thomas und ging zum Kaffeeautomaten, um sich einen Espresso zu kaufen.
Auf der Basis.
"Wenn ich jetzt nicht mitkommen kann, kündige ich auf der Stelle!" Schrie Max Ebelsieder an.
"Dann machen sie alles dicht und kommens nach." Schaffte der Stützpunktleiter den Mechaniker an. Nur kurze Zeit später tauchten auch Frank Ebelsieder und Max im Krankenhaus auf.
"Und? " Wollten sie nun wissen.
"Noch nichts." Sagte Michael bedrückt.
"Karins Wunden werden versorgt und Biggi ist im O.P." Erzählte Peter.
"Schon seit vier Stunden!" Rief Enrico aufgebracht.
"Komm." Sagte Peter und zog ihn an der Hand in den Nebenraum. Peter versuchte Enrico einen Kaffee anzubieten, den er annahm und blitzschnell austrank.
Als er von Draußen Stimmen hörte, riss er die Tür auf und erblickte Biggi, die tief und fest schlief.
"Was ... wie geht’s ihr? " Wollte er wissen und rannte dem behandelnden Arzt nach.
Der Arzt erklärte ihm kurz und bündig, was Sache war und verschwand wieder in sein Büro.
"Ja und was ist mit Karin? " Wollte nun Michael wissen, da diese noch nicht da war.
"Frau Dr. Thaler wird noch untersucht." Gab ihm ein Pfleger zur Antwort.
Wenig später begaben sich alle in das Zimmer, wo Karin und Biggi gemeinsam lagen.
"Na und wie geht’s euch? " Fragte Max die beiden, die gerade miteinander quatschten.
"Denn Umständen entsprechend." Sagte Biggi schnell.
"Und bei dir? " Michael richtete den Blick zu Karin.
"Ja ja." Murmelte diese, weil sie nicht gut auf ihn zu sprechen war. Daraufhin ging Michael sauer hinaus und kam nicht wieder. Nach einer Stunde waren alle gegangen.
"War euer Streit wirklich so schlimm? " Fragte Biggi ihre Freundin.
"Ich weiß nicht was du meinst." Sagte Karin trotzig.
"Karin." Ermahnte die Pilotin sie, da sie genau wusste, dass etwas nicht in Ordnung war.
"Es ging ja bloß um diese bescheuerte Telefonrechnung, für die ich gar nichts kann. Denn ich habe vielleicht einmal dieses Monat mit meiner Mutter telefoniert und das nur fünf Minuten." Erzählte Karin woraufhin beide Thomas zur Verantwortung zogen.
Nach 20 Minuten waren sie bereits im Träumeland.
Am nächsten Morgen bekam Karin die Nachricht, dass sie bereits morgen nach Hause durfte. Sie willigte ein, da sie es hier nicht mehr aushielt. Als sie sich am nächsten Tag von Biggi verabschiedete und ihr versprach, sie zu besuchen.
Sie nahm eine Verbindung zur Basis und schnappte sich dann ihr Auto, um nach Hause zu fahren.
Sie sperrte die Tür auf und betrat das Wohnzimmer.
"Schön, dass du wieder da bist." Meinte Michael in einem überfreundlichen Tonfall. Noch bevor Karin sein Benehmen hinterfragen konnte.
"Glaub nicht, dass ich die Telefonrechnung vergessen habe!" Brüllte er sie plötzlich an. Daraufhin zuckte sie heftig zusammen.
"Haltest du mir diesen Blödsinn noch immer vor? " Fragte sie leise und etwas böse.
"Das ist kein Blödsinn, das sind 225 Euro, die du vertelefoniert hast." Schrie er so laut, dass Thomas auch aus dem Zimmer kam.
"Mit wem denn? " Fragte sie nun auch schon etwas lauter.
"Keine Ahnung, die Telefonnummer, die dauernd angerufen wurde lautet: 0049 224517."
"Entschuldigung Michael, aber das ist Gesches Nummer. Ich habe diese hohe Telefonrechnung produziert." Sagte plötzlich Thomas, der in der Tür stand. Daraufhin sah Karin Michael grimmig an und verschwand in das Gästezimmer.
"Super gemacht Michael!" Fuhr Thomas ihn an und ging auch in sein Zimmer.
Michael ging langsam auf das Gästezimmer zu und klopfte leise an.
"Alle, die Michael oder Thomas heißen, draußen bleiben." Sagte sie wütend.
"Andere Menschen gibt es in diesem Haus nicht." Sagte Michael "noch" ruhig.
"Eben." Meinte sie überfreundlich und widmete sich wieder ihrem Buch.
"Karin." Ermahnte er sie und trat ein.
"Ich habe gesagt draußen bleiben, und das meine ich ernst!" Rief sie laut.
"Jetzt, lass mit dir reden."
"Wozu, damit du mir noch mehr Anschuldigungen an den Kopf werfen kannst? " Schrie sie nun.
"Es tut mir ja leid."
"Leider zu spät." Murmelte sie in sich hinein.
"Karin." Sagte er nochmals.
"Nichts Karin! Kannst du einfach begreifen, dass ich im Moment niemanden sehen will, auf alle Fälle nicht dich oder Thomas!" Schrie sie.
"Nur wegen diesem blöden Vorfall? " Fragte Michael empört.
"Blöd? Du brüllst mich nieder, versaust meinen Tag, ohne, dass ich was dafür kann!" Sagte sie wütend.
"Du spinnst!" Sagte er.
"Ich spinne? Du beschuldigst mich, und ich spinne? " Fragte sie, im Ton lauter werdend.
"Das war ein Mal!" Brüllte er und kam ihr näher.
"Ja aber Ein Mal zu viel. Deshalb kannst du auch nicht gleich die erste anschreien, die dir unter die Augen kommt." Meinte sie und ihr stiegen schon die Tränen in die Augen.
"Kannst du mich jetzt endlich alleine lassen? " Schrie sie ihn an. Er sah sie nun wütend an, doch bevor er sich umdrehte um zu gehen, schlug er ihr fest ins Gesicht und ging dann, die Tür zuschmeißend aus dem Zimmer. Karin sah langsam auf, ihr flossen bereits die Tränen aus den Augen. Sie konnte nicht glauben, dass Michael sie geschlagen hat, da er das noch nie getan hatte. Lesen wollte sie nicht mehr. Sie legte sich nieder, doch sie konnte die ganze Nacht nicht einschlafen.
Am nächsten Morgen, stand sie schon zeitig auf, machte sich frisch und fuhr dann in das Krankenhaus. Michael und Thomas schliefen noch tief und fest. Karin ging zu Biggi ins Zimmer. Es war bereits 10:00 Uhr. Die Pilotin war schon lange wach und wartete auf ihren Besuch.
"Hallo Karin, was ..." Biggi stockte, sie sah eine Wunde in Karins Gesicht.
"Die hattest du doch gestern noch nicht. Oder? " Wollte Biggi wissen.
"Doch, nur hast du sie nicht gesehen." Sagte Karin mit einem Lächeln, um ihre Traurigkeit zu verbergen.
"Nein, ich weiß, dass etwas passiert ist." Sagte Biggi und sah Karin erwartungsvoll an.
"Hat Michael mit dir gestritten? " Wollte Biggi wissen, daraufhin bekam sie ein ertapptes nicken.
"Hat er dich ..." Noch bevor Biggi zu Ende reden wollte, nickte sie schnell und fing an heftig zu weinen. Biggi versuchte ihre Freundin zu trösten, was sie dann auch schaffte.
"Und wie geht’s dir? " Wollte Karin von ihrer Freundin wissen.
"Na ja. Außer, dass ... dass ..."
"Biggi? " Karin wollte sich um das Wohl ihrer Freundin erkundigen, da sie scheinbar ohne Grund zu weinen begann.
"Was ist denn? " Wollte Karin wissen und setzte sich zu Biggi ans Bett.
"Ich darf nie wieder fliegen." Schluchzte Sie.
"Doch das wirst du." Ermutigte Karin sie.
"Nein, die Ärzte sehen keine Chance mehr. Karin, ich ... ich kann nie wieder Fliegen. Man das Fliegen ist doch mein Leben." Schluchzte sie und vergrub sich in Karins Armen.
"Gibt es keine ..."
"Nein." Sagte Biggi schnell, da sie wusste, was Karin fragen wollte.
"Ach Biggilein." Biggi tat Karin leid.
; Das so ein glückliches Leben einfach vorbeigehen kann; dachte Karin und tröstete Biggi dabei. Karin blieb noch eine Weile bei Biggi und versuchte sie zu trösten, doch das ging nicht so recht.
Um 12:00 Uhr fuhr sie mit dem Auto vom Krankenhaus davon. Jedoch nicht nach Hause sondern steuerte die verkehrte Richtung an. Ihr ziel hatte sie dabei fest vor den Augen. Sie schien angekommen zu sein. Sie parkte vor einem Landhaus und ging auf dieses zu. Sie läutete Sturm.
"Oh hallo Karin." Begrüßte sie eine Frau herzlich.
"Komm doch herein." Die blonde Frau nahm Karin an der Hand und zog sie mit sich ins Haus.
"Toll eingerichtet." Lobte Karin sie.
"Danke, möchtest du was trinken? " Wollte sie wissen.
"Ja gerne. Sag wie geht’s dir jetzt eigentlich? " Wollte Karin wissen.
"Du meinst nach dem ..."
"Ja."
"Na ja. Ich bin darüber hinweg. Halbwegs auf jeden Fall." Erzählte sie und brachte Karin ein Glas Wasser.
"Morgen." Sagte Thomas zu Michael, der schon seit einer Stunde am Tisch saß. Er wollte nochmals mit Karin reden, doch sie war nicht da.
"Hast du Karin wo gesehen? "
"Nein seit gestern nicht mehr." Meinte Thomas und schenkte sich Kaffee ein.
"Du bist schuld!" Schrie Michael ihn an.
"Was? Wie bitte? " Fragte er ein wenig perplex.
"Tu nicht so scheinheilig. Du bist schuld, dass ich mich mit Karin gestritten habe. Ich habe ihr die hohe Rechnung in die Schuhe geschoben. Und das nur, weil du deine Schuld nicht einsehen wolltest. Und jetzt habe ich mich mit ihr total zerstritten. Ich habe sie sogar ..."
"Ach jetzt bin ich wieder schuld?? " Schrie Thomas herausfordernd.
"Und außerdem habe ich das erst gestern erfahren!" Fügte er wütend hinzu.
"Und warum produzierst du so eine hohe Rechnung? "
"Na würdest du nicht, mit Karin so viel telefonieren, wenn sie nicht da wäre? "
"Nein." Sagte er etwas bedrückt.
"Kein wunder, du bist ja mit ihr zerstritten. Und kannst beim Streiten nicht einmal deine Hand in Zaum halten." Rief er empört.
"Woher weißt du? "
"Es hat halt ziemlich heftig geknallt." Sagte sein Freund sauer.
"Ich wollte das ja gar nicht. Aber ich ..." Schon begann Michael zu weinen. Thomas und er redeten sich dann nochmals aus und verstanden sich dann wieder, wie eh und je.
Inzwischen bei Karin im modern eingerichteten Landhaus.
"Und, wie geht es Christoph? " Wollte Karin nun wissen und sah die Frau, die an der Theke stand neugierig an.
"Dem? Ja eh gut so weit ich weiß. Ich habe mit ihm letztens vor einem Monat geredet. Er ist nämlich für zwei Monate, wie jedes Jahr nach Italien gereist." Erzählte die mysteriöse Frau. Nach einer Stunde fuhr Karin wieder von dem Grundstück weg.
Karin wollte alles, nur nicht nach Hause. So übernachtete sie bei ihrer Freundin Katarina, die zwei Stunden entfernt von der Basis wohnte.
"Hallo Karin." Es kam eine freundschaftliche Umarmung zwischen den beiden.
"Wie geht’s dir? Lange nicht gesehen." Sagte Kati und bat sie herein.
"Ich erzähle es dir gleich." Sagte Karin nun schon bedrückter.
"Magst du etwas trinken? " Wollte die braunhaarige, hoch gewachsene und schlanke Frau von ihr wissen.
"Gerne."
"Wasser? Tee? Kaffee? Orangensaft? Oder Cola? " Fragte Katarina mit einem Lächeln.
"Tee bitte." Sagte Karin und ging mit ihrer Freundin in die Küche.
"Nun erzähl schon, was liegt dir am Herzen? " Fragte die braunhaarige Frau mit erwartungsvoller Stimme.
"Ich ... ich habe mich gestern mit meinem Freund gestritten. Er hat mir vor ca. fünf Tagen vorgeworfen, dass ich eine Telefonrechnung von 225 Euro produziert habe. Ich habe jedoch einmal mit dir und einmal mit meiner Mutter gesprochen. Und das jeweils nur drei bis fünf Minuten. Ja er hat mir das halt vorgeworfen. Dann hatten mein Kollegen und ich einen Absturz mit dem Helikopter. Enrico kam gniflich davon. Biggi, vielleicht kennst du sie noch. Sie ist ... war die Pilotin des B-Teams, sie hat es am schwersten erwischt. Ich wurde versorgt und noch gründlich untersucht, doch nach zwei Tagen durfte ich wieder raus. Doch dann hat Michael mich wieder beschuldigt. Dann hat Thomas gestanden, dass er so viel telefoniert hat, weil seine Frau Gesche Tebbenhoff im Ausland ist und er sie schrecklich vermisst. Ist doch auch verständlich. Trotz dem wollte ich beide nicht mehr sehen. Dann ist Michael wieder zu mir ins Gästezimmer, wo hin ich mich verdrückt habe gekommen und wir haben weiter gestritten. Der Streit geriet aus den Fugen und dann hat er mich einfach geschlagen. Das hat er nie gemacht. Nur dieses eine Mal. Na ja, jetzt will ich ihn eigentlich nicht mehr sehen. Außerdem wollte ich dich sowieso wieder einmal besuchen. Doch durch diesen verdammten Job hat man kaum Zeit. Doch jetzt liegt der Medi in Trümmer und wir haben alle frei, bis Herr Ebelsieder eine neue Pilotin oder einen neuen Piloten hat. Denn Thomas kann ja nicht die ganze Zeit durchmachen oder? Und natürlich brauchen wir auch einen neuen Heli." Nun war sie fertig, so wie auch körperlich und nervlich. Das einzige, was sie wollte, ist ruhig schlafen und eine Freundin, mit der man reden kann.
Am nächsten Morgen stand Karin kurz nach Katarina auf und setzte sich zu ihr in die Küche. Es herrschte ein wunderbares Frühlingswetter, auch wenn Karins Gefühle nicht damit übereinstimmten. Auch im Hause Lüdwitz- Thaler- Wächter ging die Sonne nicht auf.
"Und wie geht’s dir? " Fragte Karin und wartete gespannt eine Antwort ab.
"Ja, weißt du Felix und ich, wir haben uns getrennt. Es ging einfach nicht mehr weiter so. Ja und jetzt bin ich wieder Single. Aber die Trennung habe ich gut verkraftet. Ich bin also offen für Neues." Erzählte Kati freudig.
"Wollen wir nicht ein wenig bummeln gehen? " Fragte Katarina ihre Freundin, die kurz zusammenzuckte und ein leichtes Kopfschütteln von sich gab.
"Komm schon, das wird dir gut tun." Schon nach einer Stunde befanden sie sich in den Einkaufshäusern der Stadt Salzburg.
Später bekam Karin einen Anruf, sie solle wieder zum Hause der mysteriösen Frau kommen.
"Hi, du Christoph hat angerufen, er will uns um 20:00 Uhr im Glockenspiel treffen." Erzählte die Frau aufgeregt.
"Ich dachte er ist in Italien." Sagte Karin verwundert.
"Nö du, der hat sich’s ganz schnell anders überlegt. Also komm fahren wir." Forderte sie Karin auf und schon fuhren sie los.
Um 20:00 Uhr im Glockenspiel
"Hi Mädels!" Rief der Mann, namens Christoph zu den beiden blonden Frauen, die nun das Restaurant betraten.
"Hast du dir die ..."
"Ja, gefälltes dir? " Wollte die blonde Frau neben Karin wissen.
"Na ja, das Dunkelbraun hat dir besser gestanden." Meinte der Mann grinsend und sah seine Töchter strahlend an.
"So jetzt kommt mal her Anja und Karin." Er nannte seine zweite Tochter immer bei zweiten Namen, dies ging ihr mächtig auf die Nerven.
"Gina, wenn ich bitten darf."
"Was soll’s kommt her!" Der Vater schloss seine Töchter in die Arme und nun trat auch Patrizia hervor. Die Familie speiste eine Stunde, bis alle in ihre Richtungen nach Hause fuhren.
Mit zitternden Knien und Hoffnung, dass Michael nicht da sein würde fuhr sie das Haus an.
"Ah, auch schon da." Wurde sie von Michael "Erstaunlicher Weise, nett." Begrüßt.
Doch sie sah ihn kurz an und verschwand wieder in ein Gästezimmer.
"Warte bitte." Bat er flehend und sie blieb kurz vor dem Zimmer stehen.
"Hör zu, es tut mir Leid. Ich ich war ein Idiot."
"Kann man wohl sagen." Meinte sie und wollte ins Zimmer doch Michael hielt sie fest.
"Was soll das jetzt? " Fragte sie etwas sauer.
"Können wir uns nicht wieder vertragen. Bitte! Ich liebe dich doch." Und schon verfielen sie in einen tiefen Kuss.
Am nächsten Morgen.
"Kommt jetzt!" Rief Vera zu ihren beiden Kindern, die noch herumtrödelten. Sie wollten nämlich wandern gehen. Doch die Fahrt dort hin betrug zwei bis drei Stunden.
"Ja gleich!" Schrieen die beiden im Chor und nach zehn Minuten standen sie vor ihrer ungeduldigen Mutter.
"Da sind wir." Sagten sie keuchend.
"War ja auch schon Zeit." Meinte Vera und legte die Rucksäcke in den Kofferraum.
"Lisa!" Schrie nun Laura, weil ihre Schwester nochmals zurückgelaufen ist, um ihr Gameboy zu holen.
"Jetzt komm schon!" Rief Vera und nach weiteren fünf Minuten fuhren sie endlich los.
"Man, darf ich jetzt endlich auch mal? " Fragte Laura ihre Schwester unhöflich, da ihr auch fad war und sie auch mit dem Gameboy spielen wollte.
"Ja gleich!" Gab ihr Lisa zur Antwort.
"Jetzt gib schon her." Rief ihre Schwester wütend.
"Ja ja." Und gab ihr ihn in die Hand. Nun war Ruhe eingekehrt.
"Mama! Ein Baum! Stopp!" Schrie plötzlich Lisa und hielt sich an ihrer Schwester fest.
"Verdammt die Bremse funktioniert nicht." Schrie Vera.
"Haltet euch fest!" Fügte sie noch hinzu.
"Ahhhhh!!!" Schrieen sie nun und nach ein paar Sekunden war Totenstille eingekehrt.
Ein Fahrradfahrer hatte den Unfall mit angesehen. Der Baum, in den Vera hinein gefahren war, war nun umgestürzt und erdrückte den vorderen Teil des Autos.
"Können sie mich hören? " Rief der Mann und ging zum Auto.
"Aua!" Schrie Laura laut auf. Der Mann riss die hintere Tür auf und zog die beiden Mädchen aus dem Auto und fragte, ob alles in Ordnung war.
"Mama, was ist mit unserer Mutter? " Fragte Lisa geschockt und rannte in Panik auf den vorderen Teil zu.
Währenddessen hatte die A-Crew eine Besprechung mit Herrn Ebelsieder, obwohl kein Dienst angesagt war.
"Rettungsleitstelle an Medicopter 117. Rosenheim kann nicht übernehmen."
"Medicopter 117 hört? " Meldete sich Michael.
"Schwerverletzte Autofahrerin auf dem Weg zum Gamskogel. Die Frau ist im vorderen durch einen Baum eingeklemmt."
"Was jetzt? " Fragte Peter in die Runde.
"Na was wohl, wir fliegen." Sagte Thomas und wollte losstürmen, als er von Ebelsieder aufgehalten wurde.
"Wächter, sie bleiben da. Das ist nicht unsere Sache."
"Es geht um Menschenleben, da ist mir Pflicht oder nicht scheiß egal. Was ist? Kommt ihr? " Und Peter, Michael und Thomas waren im neuen Heli verschwunden und hoben ab.
Am Unfallort angekommen konnte Thomas seinen Augen nicht trauen.
"Ist das nicht Veras Auto ... Lisa! Laura!" Er erblickte seine Kinder, die bei dem Mann standen, der sie gerettet hatte. Michael hängte sich an die Winde und gemeinsam versuchten sie den Baum mit Hilfe des Medicopter wegzubekommen. Nach fünf Minuten war es so weit, sie flogen auf den schnellsten Weg ins Krankenhaus. Schon auf dem Hinflug versagte Veras Kreislauf, doch im Krankenhaus kam sie in den O.P.
"Wann sind die endlich fertig? " Wollte Thomas wissen, der mit seinen Kindern, Michael, Peter und Biggi, der es schon viel besser ging, im Warteraum saß und einen Kaffeebecher nach dem Anderen kippte.
Nun kam der Arzt mit ernster Miene heraus.
"Ihr zustand ist halbwegs Stabil. Sie liegt jetzt auf der Intensivstation, sie können zu ihr, doch sie ist noch nicht bei Bewusstsein. Dies wird wohl auch noch eine Weile dauern." Sagte der Arzt und zeigte ihnen das Zimmer. Nun bekam Thomas einen Anruf von Gesche, mit dem Handy in der Hand ging er aus dem Zimmer.
"Warum meldest du dich nicht? " Fragte sie sauer.
"Man, meine Frau ist schwer verletzt und in den letzten Tagen hatte ich keine Zeit." Erklärte er schnell.
"Nicht einmal Zeit für mich? " Rief sie wütend.
"Bitte, ich habe schon genug Probleme, schrei du mich jetzt nicht auch noch an." Bat er sie, im Ton lauter werdend.
"Ach ja, dann sind wir getrennt. Ich liebe dich sowieso nicht mehr." Schrie sie nun. Thomas seufzte tief durch. Eigentlich war ihm Gesche schon mächtig auf den Nerv gegangen, er ging zurück und setzte sich zu der Verletzten ans Bett.
"Wird sie durchkommen? " Wollten Lisa und Laura wissen.
Er nickte seinen Töchtern zuversichtlich zu. Nach einer Stunde gingen sie, da die Besuchszeiten vorbei waren. Nun kamen Thomas und Michael mit Lisa und Laura nach Hause. Obwohl Michael zuerst dagegen, war, dass Lisa und Laura alle zu ihnen kamen, willigte er jetzt darauf ein und fuhr die drei zu ihrem Haus.
Eine Woche verging und Ebelsieder zerbrach sich den Kopf darüber, wer statt Biggi fliegen sollte. Nun waren die A – und B-Crew auf der Basis versammelt und besprachen die Probleme, die entstanden sind.
"Wir haben noch immer keine neue Pilotin, geschweige denn einen neuen Piloten." Erzählte Ebelsieder.
"Ich kann ja übernehmen." Meinte Thomas.
"Tagelang durchmachen und kaum schlafen ist auch nicht das Richtige Thomas." Meinte Karin und schreckte plötzlich auf.
"Was ist denn mit ihnen Frau Dr. Thaler? " Wollte der Basisleiter nun wissen.
"Ich kenne jemanden, der Pilot ist. Es ist sogar eine Frau. Sie fliegt super und ich kenne sie, sie würde sofort unterschreiben, wenn sie hier anfangen dürfte." Erzählte Karin aufgeregt.
"Und wer ist das? " Wollten nun Peter und Max wissen.
"Gina Harland, eine Bekannte von mir." Sagte Karin und wartete die Reaktion von den anderen ab.
"Na wenn das so ist, richten sie ihr einen schönen Gruß aus. Ich erwarte sie, zu einem Vorstellungsgespräch übermorgen um 15:00 Uhr hier auf der Basis." Mit strahlendem Gesicht lief Karin zum Handy und wählte Ginas Nummer.
Diese war sofort damit einverstanden und kündigte bei dem österreichischen Flugunternehmen, wo sie allerlei Helikopter testete.
Nächste Woche war Gina Mitglied im B-Team und hatte gleich Frühschicht.
Nun konnte sie auch ihre Schwester regelmäßig sehen.
Im Heli. "Na Schw ... ach nichts."
"Was wolltest du? " Fragte Gina und sah auf die Lichtung, auf der sie landen sollte.
"Wie gefällt dir dein erster Arbeitstag? " Wollte sie wissen.
"Super!"
"Sagt mal, hab ich irgendwas verpasst? " Fragte Enrico, der merkte, dass Karin und Gina sich schon länger kennen mussten.
"Warum? " Fragten die beiden gleichzeitig und "GANZ" unschuldig.
"Frauen." Murmelte er und sie landeten. Sie versorgten den Verletzten, der angeschossen war und trugen ihn zum Heli.
"Halt! Nicht bewegen!" Schrieen zwei Männer und traten hervor.
"Was wollen sie? " Fragte Enrico streng.
"Der Patient, sollte mit uns nach Spanien."
"Er wird es nicht überleben, wenn er nicht sofort operiert wird." Meinte Karin.
"Gut aber er kommt wieder hier her. Wir nehmen eine Geisel." Sagte der Mann drohend.
"Heee!" Schrie Gina und versuchte sich zu weheren.
"Sie ist doch die Pilotin!" Rief Karin.
"Gut." Sagte der andere und packte Karin
"Das ist unsere Notärztin." Sagte Enrico.
"Und das ist unser Sani!" Rief Gina, als der Mann Enrico die Handschellen umlegte.
"Gut dann bleibt er da!" Schrie der Mann und stieß Karin und Gina in den Heli.
"Hee!" Schrieen die beiden, und flogen mit dem Patienten auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus.
Die Polizei wurde eingeschaltet. Da der Mann verstorben war, mummte sich einer der Polizisten ein und legte sich auf die Trage. So flogen Karin und Gina zum Treffpunkt zurück.
"Hoffentlich geht das gut." Seufzte Gina und landete.
"Wo ist er? " Fragte der Mann und kam auf die beiden Schwestern zu.
"Dort." Murmelte Karin und zeigte auf die Trage, die sie und Gina heraus hoben.
Es war noch ein Polizist im Heli versteckt. Dies war auch gut so. Da Karin und Gina von den beiden Männern nun unsanft gepackt worden und zu Boden gestoßen wurden. Der Polizist schoss auf die beiden, die gleich darauf bewusstlos zu Boden sanken. Die Ganoven wurden festgenommen und Karin, Enrico und Gina kamen glimpflich davon.
Auf dem Weg zur Basis.
"Meinen ersten Arbeitstag habe ich mir irgendwie anders vorgestellt." Meinte Gina und sah auf die Flugbahn. Alle lachten.
"Und, wie war der Einsatz? " Wollten Michael und Thomas wissen.
"Super. Enrico wurde als Geisel genommen, Regina und ..."
"Wer ist Regina? " Wollten alle wissen.
"Gina!" Riefen die beiden Schwestern aus einem Mund.
"Ihr seit irgendwie seltsam. Und wie ging’s weiter? " Fragte Peter gespannt.
"Na ja, wenn die Polizei nicht da gewesen wäre, hättet ihr zwei Begräbnisse organisieren dürfen." Erzählte Gina.
"Was ... warum? " Fragte Max ein wenig geschockt.
"Na ja, wir wurden ja fast erschossen." Sagte Karin locker.
"Auweier. Euch kann man nicht alleine lassen." Meinte Max.
"Liegt wahrscheinlich in der Familie." Flüsterte Gina zu Karin, so dass es die anderen nicht hören konnten.
Eine Woche verging.
Den Kollegen war die Vertrautheit zwischen Gina und Karin unheimlich.
"So, ich will das jetzt herausbekommen." Sagte Thomas.
"Ja und wie wollen wir das anstellen? " Fragte Peter erwartungsvoll.
"Die werden uns das ja nicht sagen. Nein, wir müssen uns was einfallen lassen." Meinte Max und schaute fragend in die Runde.
"Na ja, wozu gibt es Ohren und Türen. Da ergibt sich doch das Lauschen." Meinte Michael und ging auf die Damengarderobe zu.
"Endlich Schichtwechsel." Seufzte Gina und zog sich um.
"Schon so erschöpft Schwesterchen? " Michael hörte auf und deutete den Anderen, dass er bereits etwas erfahren hatte.
"Wohnst du am anderen Ende von Salzburg oder ich? " Fragte Gina schnippisch.
"SSkM."
"Tschuldige, das Haus erinnert mich halt an Mark."
"Tschuldige." Sagte Karin kleinlaut.
"OK, ich geh dann mal." Meinte Karin, wehrend Michael noch immer vor der Tür stand und lauschte. Er hatte jedoch die letzten Worte nicht verstanden. So bekam er die Tür auf den Deckel und flog um.
"Oh Karin, da liegt dir jemand zu Füßen." Lachte Gina.
"Michael kannst du mich hören? " Fragte Karin und klapste ihn auf die Wange.
Wenig später erwachte er am Sofa der Basis.
"Was hast du vor unserer Tür gemacht? " Wollten die beiden Mädels wissen.
"Na ja, wir wollten wissen, was da zwischen euch ist. Und ihr habt uns ja letztens nicht geantwortet, so nahmen wir das selbst in die Hand. Und nun wissen wir, dass ihr Schwestern seit." Sagte Michael und hielt sich den Kopf.
"Was? Cool." Meinten die anderen und stutzten: "Wer ist eigentlich Mark? " Wollte Michael nun wissen.
"Mein ... mein verstorbener Ehemann." Sagte Gina etwas bedrückt und fuhr dann nach Hause.
"Bleibst du? " Fragte Michael Karin mit einem Dackelblick, dem sie nicht widerstehen konnte.
"Ja ja. Aber hör auf mit dem Blick!" Sagte sie lächelnd und verzog sich in das Büro, als die A-Crew einen Einsatz rein bekam. Sie musste Akte und andere Papiere bearbeiten.
Wenig später fuhr auch sie nach Hause.
In der folgenden Woche besuchten Thomas, seine Kinder und die Crews Vera immer wieder im Krankenhaus. Ihr Zustand wurde immer stabiler.
Zwei Wochen später.
"Ja, sie müsste aber unter Aufsicht bleiben." Sagte der Arzt zu Thomas, der Vera abholen kam. Vera war noch immer sehr, sehr schwach. Da die Kinder und Vera nicht gemeinsam mit Michael, Karin und Thomas wohnen konnten, da dann nicht genügend Platz wäre, hatte Thomas bereits ein Haus gemietet. Dies war auch in der Nähe der Basis.
"Darf Mama jetzt nach Hause? " Wollte Lisa wissen und sah ihren Vater erwartungsvoll an.
"Ja Spätzchen, heute kommt sie wieder zu uns." Sagte er mit zuverlässigem Gesichtsausdruck. Wenig später saß Vera im Rollstuhl, weil sie noch zu schwach zum gehen war. Thomas, Lisa und Laura halfen ihr ins Auto und dann fuhren sie los. Vera war froh nicht mehr im Krankenhaus sein zu müssen.
"Na Schwesterchen? Müde? " Fragte Gina Karin, der fast die Augen zufielen.
"Ich weiß nicht warum, aber ich werde in letzter Zeit so leicht müde. Dann wird mir schwindelig und dann will ich eigentlich nur noch mehr ins Bett." Erzählte Karin gähnend.
"Was hindert dich daran? "
"Rettungsleitstelle an Medicopter 117. Schwerverletzter bei der Baustelle, bei der Abzweigung Richtung Rosenheim. Koordinaten sind: 50,12 Nord zu 32,40 Ost."
"Verstanden Rettungsleitstelle wir übernehmen." Sagte Karin und schon waren sie im Heli, unterwegs zum Unfallort.
Nach zwei weiteren mühsamen Stunden war ihre Schicht zu Ende. Auf der Heimfahrt kontaktierte Gina sofort ihren Vater, der Immobilienmakler war, den sie beauftragt hatte, ein Haus in der Nähe der Basis zu finden.
"Ja Anja, da gibt es eins. Es ist ein Haus der Gemeinde Traunstein, schau es dir doch mal an. Die Adresse gebe ich dir gleich, wenn ich sie wieder gefunden habe." Sagte ihr Vater.
"OK." Sagte Gina lachend und legte dann auf, sie wohnte in dem Zeitpunkt in einem Hotel, da sie nicht immer zwei Stunden zur Basis fahren wollte. Denn ihr Landhaus lag so weit weg.
Eine Woche später zog sie bereits in das Haus ein. Die Nachbarn waren nicht da.
"Sind wohl alle verreist." Meinte Gina und lies die Möbelpacker für sie arbeiten. Dann rief sie Max an, der ihr beim Einrichten und bei den Kabelverlegungen helfen wollte.
"Ja Gina, komme sofort." Er legte auf und fuhr mit dem Auto von der Basis weg.
Auf der Basis ging alles drunter und drüber. Karin musste Akten sortieren und Peter half ihr dabei. Enrico versuchte eigenständig ein Funkgerät zu reparieren, doch es gelang ihm nicht.
"Immer wenn man Max braucht, ist er nicht da." Meckerte er und erschrak, als Karin die Tür aufriss und mit einem Stapel voller Einsatzberichte wieder herauskam.
"Michael ist nicht da." Rettete sich Enrico, weil er wusste, dass Karin sich wegen seiner Sauklaue aufregen wollte um ihm anschaffen wollte, alles neu zu schreiben.
"Und wo ist er? " Fuhr sie ihn an.
"Ich glaube in der Umkleide." Als sie die Tür aufriss schrie Enrico: "Vorsicht, Explosionsgefahr!"
"Ha ha ha." Rief ihm Karin zu und machte die Tür zu.
"So kannst du mir mal sagen, wer das lesen kann? " Fragte sie wütend.
"Meine Maus? " Meinte er grinsend und sie wurde etwas sanfter.
"Würdest du soooo lieb sein und das ein wenig schöner schreiben? Denn Ebelsieder will natürlich auch was entziffern." Meinte sie, ging hinaus und verzog sich wieder in ihr Büro, um sich über den nächsten Stapel her zumachen. Lange hielt sie es jedoch nicht mehr aus. Sie wurde schon wieder so müde und kraftlos, außerdem wurde ihr noch schwindelig und übel.
"Ich geh heim." Sagte sie leise, so dass man sie gerade noch verstehen konnte und fuhr mit dem Auto davon.
Zuhause fiel sie sofort in die Federn, nur kurze Zeit später kam auch Michael nach Hause.
In der Wohnung von Gina sah es inzwischen schon ganz nett aus. Nur noch mehr die Kabelverlegungen fehlten. Die Dusche (Badewanne) Waren auch schon eingerichtet worden. Nach zwei Stunden Arbeit hatten Gina und Max Ginas Heim geschaffen. Nachher redeten sie noch eine ganze Weile. Und auch Gina und Max fielen müde ins Bett.
Am nächsten Morgen kam Karin nur schwer aus den Federn, als Michael ein kaltes Wasser holte, kroch sie müde aus dem Bett. Sie ging sich duschen. Schon dabei fiel ihr auf, dass sie geschwollene Lümpfknoten unter der Haut hatte. Doch sie fügte dem keine besondere Bedeutung hinzu.
Plötzlich läutete das Telefon: "Thaler? " Hob sie ab und stand nun im Bademantel im Flur.
"Sie müssen bitte morgen um 12:00 Uhr zum Klinikum Salzburg, um sich untersuchen zu lassen. Die ganze A – und B-Crew des Medicopter- Teams muss auf die Flugtauglichkeit usw. geprüft werden. Richten sie es bitte Herrn Dr. Lüdwitz aus. Danke Wiedersehen." Sagte der Arzt schnell und legte auf.
Als sie Michael die Nachricht vermittelt hatte, bekam sie den nächsten Anruf von Gina, die sie bat zu ihr zu kommen.
Nach einer Stunde stand sie nun vor Ginas Haustür.
"Willkommen in meinem Reich!" Gina führte ihre Schwester mit strahlenden Blick herein.
"Wau. Cool eingerichtet und super luxuriös!" Lobte Karin und sie setzten sich auf die Terrasse, um etwas zu trinken.
"Und was ist mit dem Landhaus? " Wollte Karin wissen.
"Das gebe ich natürlich nicht auf. Das könnte zum Beispiel immer unser Ferienhaus sein." Meinte Gina freudig.
"Unser? " Fragte Karin.
"Na klar, was denkst du denn? " Beide lächelten und nach zwei Stunden fuhr Karin zum Nächsten.
"Hallo Karin!" Rief Biggi erfreut und umarmte ihre Freundin.
"Wie geht’s dir? " Wollte die Ärztin sofort wissen.
"Super, jetzt schon." Meinte sie und bat Karin herein. Enrico und Biggi wohnten zusammen, so hatte Biggi auch einen Aufpasser, so wie Vera, die nun auch unter Aufsicht bleiben musste.
Gina stutzte, als sie plötzlich bekannte Stimmen draußen hörte. Sie schaute aus dem Fenster und erkannte Thomas, mit seinen Kindern und Vera.
"Hi Ihr! Wohnt ihr hier? " Rief sie neugierig hinunter.
"Ja, aber was machst du hier? " Fragte nun Thomas und sah zu ihr.
"Ich? Ich wohne auch hier!" Rief sie freudig.
"Super! Stoßen wir halt dann auf unsere Nachbarschaft an!" Riefen Lisa, Laura, Vera und Thomas gleichzeitig.
"Gut, ich stell schon mal den Sekt kalt!" Rief Gina und stürmte in ihre Wohnung.
Am nächsten Morgen waren alle im Klinikum Salzburg versammelt, um sich kontrollieren zu lassen. Nach drei Stunden fuhren alle nach Hause. Bereits am Abend bekamen sie die Ergebnisse durch.
"Thaler? " Hob Karin ab, die im Bademantel im Flur stand.
"Hi Karin, ich bin’s Benny. Du musst bitte morgen unbedingt ins Krankenhaus kommen, es ist sehr wichtig." Sagte er aufgeregt.
"Ehm, Ja." Sagte Karin ein wenig perplex und legte, nachdem sie sich eine fixte Uhrzeit ausmachten auf.
Am darauf folgenden Morgen, wusste bereits die ganze Basis, dass Gina und Thomas nun Nachbarn waren.
"Wird man ab jetzt immer belauscht von den gegenüberliegenden Nachbarn, wenn man zu Besuch kommt? " Fragte Peter mit einem Lächeln.
"Wenn es mich interessiert? Dann ja." Sagte Gina spaßig und verdrückte sich in die Umkleidekabine.
"Hey Schwesterchen was ist?" Gina ging auf sie zu und rüttelte sie dann, dass sie sie bemerkte.
"Was? " Fragte sie erschrocken.
"Was ist mit dir los? " Fragte Gina nun besorgter und setzte sich zu ihr.
"Nichts. Ich bin halt nur schlecht drauf." Meinte die Notärztin und stand auf.
"Ja, aber das schon seit ca. zwei Wochen." Sagte Gina etwas sauer und folgte ihrer Schwester in den Aufenthaltsraum.
"Na was ist denn mit dir los? Du siehst aus, wie ein Gespenst!" Rief Thomas zu Karin, der es wieder schlechter ging.
"Ha ha." Sagte sie lustlos woraufhin sie sich ein Getränk holte.
"Na die ist heute schlecht drauf." Sagte Max und setzte sich mit seinem Kaffee zu den anderen. Karin musste heute nochmals ins Krankenhaus wegen ihres Befundes.
"Hallo." Karin machte die Tür zu und sah den Arzt, den sie sehr gut kannte fragend an.
"Setz dich bitte." Sagte er und seufzte tief.
"Also wir haben alle Ergebnisse. Es wurde ja auch ein Blutbild von euch gemacht. Nun ja bei den anderen ..."
"Jetzt sag schon. Und red nicht immer um den heißen Brei herum." Fuhr Karin ihn ungewollt an. Er holte tief Luft: "Karin, du hast Leukämie. Ganz sicher sogar. Wir werden natürlich noch eine Zweitmeinung einholen, aber ..."
"Nein." Eine Welt brach zusammen, doch sie blieb stark, geweint hatte sie nicht. Doch als sie nach einer zweiten Blutabnahme aus dem Krankenhaus herauskam und in ihr Auto stieg, konnte sie es nicht mehr länger zurückhalten.
Als sie Zuhause ankam, war Thomas auf Besuch bei ihnen.
"Du kannst ja wieder bei uns einziehen, wenn es Vera wieder gut geht." Hörte man Michael zu Thomas sagen.
"Gerne. Bloß mit der Wohnung, weiß ich nicht was wir machen könnten." Sagte Thomas nachdenklich und schenkte sich Kaffee ein.
"Wie wer es mit kündigen." Schlug Michael ihm vor.
"Hallo Karin!" Rief Thomas, als er sie erblickte.
"Was ist denn los? Du bist so blass." Meinten die beiden, woraufhin Karin nicht antwortete. Sie ging in die Küche und machte sich Tee.
"Ojee." Sagte Thomas und sah Michael fragend an.
"Habt ihr Streit? " Wollte er nun wissen.
"Nein, ich weiß selber nicht, was mit ihr los ist." Sagte Michael und sah Karin wieder kommen.
"Tschuldigung, ich bin müde und nicht gut drauf." Sagte Karin leise zu den beiden.
"Ich merk es." Sagte Thomas lächelnd und Karin setzte sich zu den beiden.
Schon läutete wieder Karins Handy.
"Thaler? "
"Ich bin’s. Es ist ..."
"Es hat sich nichts geändert." Als Karin diese Nachricht bekam lief sie ins Zimmer und weinte fürchterlich. Thomas und Michael hatten nichts davon mitbekommen.
Als Thomas Zuhause ankam, sah er Gina am Balkon sitzen.
"Hey kommst du ein bisschen Tratschen? " Rief sie ihm zu. Er nickte ihr zu, lief in seine Wohnung, lud alles ab und verschwand dann in Ginas Haus.
"Wo warst du denn? " Wollte sie wissen und schenkte ihm und sich Cola ein.
"Ich war bei Michael und Karin." Erzählte er kurz.
"Und wie geht es ihnen? " Wollte sie nun wissen.
"Michael gut. Aber Karin ist ein wenig schlecht drauf gewesen und hat sich dann auch verdrückt. Außerdem war sie wieder so blass, wi, wie sie schon in den letzten Tagen ist. Einfach so abgeschlagen und ..."
"Na ja, jeder hat mal eine schlechte Zeit." Meinte Gina und dachte plötzlich an Mark.
Wie war das damals noch schön. Sie hatte gerade erst geheiratet und ihr Glück fing an. Mark arbeitete bei dem Stützpunkt im St. Johan. Sie erwarteten ein Kind. Doch dann passierte dieser Schreckliche Autounfall, wobei er ums Leben kam. Damals kam auch die Medicopter- Crew von Rosenheim, doch sie hatten zuvor einen getürkten Einsatz und so kamen sie zu spät, doch Marks Körper hätte sowieso versagt. Durch den Schock verlor sie das Kind und dann ging ihr Leben berg ab. Ein Jahr danach ging es ihr schon besser. Sie hatte noch immer den Job in diesem Flugunternehmen. Sie verdiente dabei sehr gut. Aber über den Verlust von Mark kam sie nie wirklich hinweg. Doch jetzt ging wieder alles Aufwärts. Sie hatte ihre Schwester, viele nette Kollegen und jetzt wohnte sogar ein Kollege neben ihr, den sie sehr sehr mochte und er sie.
"Sag mal hast du einen Freund? " Wollte Thomas wissen.
"Nein, seit dem Mark tot ist nicht mehr." Erzählte sie etwas bedrückt.
"Aber irgendwann muss man doch wieder was neues probieren. Ich mein, man kann doch nicht sein ganzes Leben lang Single sein und sich alleine durch seine Probleme kämpfen wollen." Sprach Thomas auf sie ein.
"Ich hab ja meine Schwester." Sagte sie mit einem Lächeln.
"Ich mein du könntest dich ja auch nur mal anfreunden." Schlug Thomas ihr vor. Gina grinste: "Sag mal, auf was willst du denn hinaus? " Fragte sie, die genau wusste, was Thomas wollte.
"Freunde?" Fragte er und hob sein Glas mit Cola, das er zuvor wieder aufgefüllt hatte.
"Freunde." Sagte Gina und sie stoßen an.
Eine Woche später. Gina und Thomas waren bereits gute Freunde geworden. Dies merkten auch die anderen.
"Hallo Karin." Begrüßte Thomas sie. So schlecht, wie heute, sah sie noch nie aus.
"Karin geht’s dir nicht gut? " Wollte Thomas wissen und setzte sich zu ihr.
"Was? " Fragte sie erschrocken, da sie ihn zuerst nicht bemerkte.
"Was ist denn mit dir? " Fragte er besorgt, da Karin eigentlich einer seiner besten Freundinnen war.
"Mir geht’s hervorragend. Nur ich bin ein wenig müde." Meinte sie und stand auf, um in den Aufenthaltsraum zurückzugehen. Thomas sah ihr nachdenklich nach. Nun parkte Michaels Auto vor der Basis.
"Merkst du nicht, dass es Karin überhaupt nicht gut geht? " Kam Thomas auf Michael zu.
"Doch. Das macht mir schwer zu schaffen. Sie redet nicht mit mir. Sie zieht sich zurück. Ich sehe sie kaum. Es ist schlimm. Ich weiß, dass irgendwas mit ihr nicht stimmt." Erzählte Michael, nun in Tränen aufgelöst.
"Komm." Thomas und er gingen ebenfalls ins Basisgebäude, wo alle saßen.
Thomas ging zu Gina und Michael kam auf Karin zu.
"Geht’s dir nicht gut? " Fragte er als er sich neben sie setzte und ihr den Arm um die Schultern legte.
"Mir geht’s ausgezeichnet." Log sie und nickte zuversichtlich.
"Wirklich? " Wollte er sich versichern, woraufhin er nur ein leichtes Nicken bekam.
Am Abend fuhr Karin zu Kati, mit der sie reden wollte. Sie merkte gleich, dass etwas nicht stimmte.
"Ist was passiert? " Wollte Katarina wissen und bat Karin hinein. Nur wenige Sekunden später brach Karin in tränen aus
"Was ist denn? " Sie ging zu Karin und nahm die Hände vor ihrem Gesicht weg, um ihr in die Augen zu sehen.
"Ich ... ich habe Leukämie." Brachte sie schluchzend heraus. Kati seufzte tief und zog die weinende Karin an sich.
"Hast du es den anderen schon gesagt? " Wollte sie nun wissen.
"Nein, ich will es ihnen auch nicht sagen. Noch nicht." Erzählte Karin. Nach dem sie Michael anrief, blieb sie über Nacht bei ihrer Freundin. Am nächsten Morgen hatte die A-Crew Schicht, so fuhr Karin zu Biggi, um sich um ihr Wohl zu erkundigen.
"Na wie geht’s? " Fragte sie, nach dem sie von Biggi hereingelassen wurde.
"Mir? Mir geht’s super. Aber ich habe gehört, dass es dir nicht so gut geht."
"Ja ich hab halt eine schlechte Zeit." Meinte Karin und setzte sich zu Biggi.
"Sag, wo arbeitest du denn jetzt? " Wollte Karin wissen.
"Büroarbeit. Ich sag dir stinklangweilig, man erlebt nichts. Außer den Ärger vom Chef, der ein Kotzbrocken ist. Zum Glück habe ich ja Enrico." Sagte Biggi genervt.
"Apropo Enrico, wo ist er eigentlich? " Wollte Karin wissen, die erst jetzt merkte, dass er nicht im Haus war.
"Einkaufen." Biggi drehte sich um, um den Kaffee fertig zu machen.
Wenig später befand sich Karin wieder Zuhause und setzte sich vor den Fernseher, wo sie blieb, bis Michael nach Hause kam und mit Thomas und Gina antanzte.
"Hallo Karin!" Riefen die drei erfreut, als Michael als erster ins Wohnzimmer kam, ging er auf sie zu: "Hey was ist denn mit dir? " Wollte er wissen, da sie nachdenklich am Sofa saß und wie gebannt in den Fernseher starrte.
"Hey meine Maus!" Rief er nun und rüttelte sie wach.
Sie erschrak, doch das legte sich wieder, da sie erkannte, dass das nur Michael, Thomas und Gina waren und keine Menschenfressenden Ungeheuer.
Thomas wagte es, Vera einmal allein zu lassen. Natürlich mit ihrem Einverständnis. So blieb auch Gina da und die beiden verdrückten sich dann in ein Gästezimmer, wo sie nicht mehr herauskamen.
Inzwischen bei Peter, Stella und Oliver Zuhause.
Der kleine war schon sehr müde und deshalb mächtig grantig.
"Mama!" Schrie er und versuchte sich an ihren Beinen hochzuziehen.
"so mein Kleiner. Jetzt gehen wir schlafen." Sagte sie, nahm ihn auf den Arm und trug ihn ins Bett. Doch einschlafen wollte er nicht.
"Geschichte, Geschichte!" Rief er und strampelte mit den Beinen, so dass Stella Peter schnell ein Buch in die Hand drückte und er begann Olli etwas vorzulesen.
"Papa, mag wieder fliegen!" Meinte Oliver, der so begeistert war, als er einmal mit Thomas und Peter im Medi mitfliegen durfte.
"Ja bald." Sagte er zuversichtlich.
"Wie bald? " Wollte der kleine wissen.
"Bald und jetzt schlaf." Sagte er leise und wollte schon das Licht ausknipsen, als die nächste Frage kam.
"Macht Heli auch mal Bumm? " Fragte Olli grinsend.
"Ja der kann auch mal Bumm machen." Sagte Peter lächelnd und sah seinen Sohn nochmals an.
"Und dann ist er kaputt. Oder? " Gab der kleine von sich.
"Ja dann ist er kaputt." Oliver gluckste vergnügt und Peter ging aus dem Zimmer.
Am nächsten Morgen wollte Stella mit Oliver ein wenig Kleidung schauen gehen, da er bald schon zu groß für seine Sachen war.
"Mama, Heli macht bumm!" Rief der kleine lachend. Stella sah verdutzt zu ihrem Ehemann.
"Hast du ihm das beigebracht? " Fragte sie ein wenig ernst.
"Ja, der kleine ist halt so neugierig."
"Ganz wie der Vater. Nein, im Ernst, ich finde es ja putzig." Sagte Stella und zog ihren Sohn an. Stella und Oliver wurden noch von Peter ein Stück mitgenommen und dann wurden sie bei der Landstraße hinausgeworfen.
"Na dann viel Spaß ihr zwei!" Rief Peter durchs offene Fenster.
"Tschüs Papi!" Rief der kleine Oliver.
"Dann bis heute um 13:00 Uhr. Ciao, mein Schatz!" Rief Stella und ging dann mit Olli in ein Geschäft hinein.
Wehrendessen bei Michael, Karin, Thomas und Gina.
"Was ist denn da passiert? " Fragte Karin grinsend, da Thomas und Gina jeweils ein eigenes Gästezimmer gehabt hätten.
"Ja man muss sich doch bei Alpträumen Händchen halten." Meinte Thomas und sah Gina kurz an, diese nickte und dann hatten sie wieder ein anderes Gesprächsthema.
Dann begann wieder die Schicht für die B-Crew.
"Rettungsleitstelle an Medicopter 117. Schwerer Motorradunfall auf dem Traunstein Gelände. Koordinaten während des Fluges."
"Verstanden wir übernehmen." Rief Enrico und gemeinsam rannten sie zum Heli, mit dem sie bald in der Ferne verschwunden waren.
Am Einsatzort angekommen, war jedoch keine Spur von einem Unfall. Trotzdem stiegen Karin und Enrico aus, um sich zu versichern.
"Hier ist nichts. Wir kommen wieder." Meldete sich Enrico und rannte zum Heli.
"Karin? Kommst du? " Fragte Gina, als sie schon eine Minute warteten.
"Karin? " Doch sie konnte sie nicht hören, sie lag bewusstlos unter einem Baum.
"Auweier." Enrico riss die Tür des Helis auf und nach ein paar Sekündchen fand er sie schließlich.
"Karin, kannst du mich hören? Verdammt sie wacht nicht auf." Fluchte er und verständigte Gina, sie solle mit der Trage kommen.
Im Heli.
"Medicopter 117 ruft Basis, bitte kommen." Sagte Gina ins Funkgerät.
"Gina wir hören dich, was gibt’s? " Wollte Michael wissen.
"Karin, sie ... Wir wissen noch nichts genaues, sie ist einfach zusammengebrochen. Kommt bitte ins Klinikum Salzburg, wir sind in 10 Minuten dort." Erklärte Gina und auf der Basis kehrte totenstille ein. Michael kamen die Tränen und auch Thomas’ Gesicht blieb nicht trocken. Nun fuhren alle in die Klinik, wo sie bereits erwartet wurden. Auch Stella, Oliver, Lisa und Laura kamen.
"Michael, du geht zu erst rein." Sagten die anderen und nickten ihm zuversichtlich zu. Als er das Zimmer betrat, in dem Karin lag, sah er dass sie den Kopf in ihre Arme vergruben hatte und furchtbar weinte. Er ging schnell zu ihr und hob sie hoch.
"Was ist denn? " Fragte er besorgt und sah ihr in die Augen.
"Ich habe Leukämie." Brachte sie schluchzend heraus, woraufhin sie von Michael in den Arm genommen wurde. Wenig später standen auch alle anderen im Raum. Nun erfuhren alle, dass sie Blutkrebs hatte. Sie durfte jedoch am selben Tag wieder nach Hause, nur man müsse besonders auf sie aufpassen. Es wurde auch schon auf eine Rhea angefragt, wenn jedoch die Heilung nicht erfolgt, hätte sie nur noch mehr ein Jahr zu leben. Doch sie warteten noch die Antwort dieser Klinik ab.
Eine Woche später.
Nun waren alle immer sehr besorgt um Karin und ließen sie deshalb auch kaum arbeiten. Fast immer sprang Michael für sie ein. Sie wusste, dass das besser war, doch sie wollte trotzdem arbeiten.
"Keine Chance. Du bleibst Daheim." Sagte Michael als Karin aufstehen wollte.
"Ich bin doch nicht totkra..." Nun waren beide leise und sagten nichts.
"Aber was soll ich tun. Ich will nicht Zuhause sitzen und nichts tun. Da geht’s mir nur noch schlechter .Michael ich muss raus, sonst werde ich noch zum Tyrann!" Rief Karin aufgebracht.
"Ja aber arbeiten würde ich dir nicht empfehlen. Du bist doch letztens zusammengebrochen. Also, tschüs mein Schatz."
"Tschüs." Und nach einem Kuss ging er zu ihrer Schicht. Nun nahm Karin das Handy zur Hand und wählte die Nummer ihrer Ältern.
"Hallo, Mama bitte kommt zu mir. Ich muss euch was ernstes sagen, das kann man aber nicht übers Handy." Erzählte Karin.
"Ja, wir können gleich kommen. Ginge das? " Fragte sie und merkte die Traurigkeit ihrer Tochter stark.
"Ja. Danke. Bis gleich." Sagte sie und legte auf. Nun ging sie einkaufen, da Besuch kam und der Kühlschrank sowieso Hunger hatte.
"Hi ihr beiden." Sagte Karin zu ihren Eltern und bat sie in die Wohnung.
"Wo ist denn Gina? " Wollte ihr Vater wissen.
"Die? Die arbeitet heute." Erklärte sie und bat ihnen Kaffee an.
"Und du? " Wollte nun Patrizia, Karins und Ginas Mutter wissen.
"Mir wurde es verboten." Meinte sie und gesellte sich zu ihnen.
"Von wem? " Wollten die beiden nun wissen.
"Von Gina und Michael." Sagte sie und dachte nach, wie sie es ihren Eltern sagen könnte.
"Ja und warum? " Wollten beide wissen.
"Du bist doch nicht krank." Karin stutzte und stützte den Kopf wieder in die Hände.
"Ach komm, so schlimm kann es doch nicht sein oder? " Wollte sie ihr Vater beruhigen.
"Sonst würde ich euch nicht hier her rufen." Schluchzte sie. Nun sahen sich die beiden Ältern an und gingen zu ihr.
"Was ist. So krank, dass du sterben musst, wird’s ja wohl nicht sein. Oder? " Die Wut stieg in Karin hoch, da sie das nicht von ihren Ältern erwartet hatte.
"Doch!" Schrie sie nun aufgebracht. Erst jetzt merkten sie, wie ernst es war.
"Was hast du? Egal was es ist, wir stehen dir natürlich bei. Du bist nicht allein. Also? " Sagte ihre Mutter und sah sie erwartungsvoll an.
"Ich ... ich habe Leukämie. Wenn die Rhea nicht hilft, dann habe ich nur noch mehr ein Jahr." Schluchzte sie. Nun hatten ihre Eltern keine Ahnung, was sie tun könnten.
"Sollen wir irgendwas für dich tun? " Fragte Patrizia und stellte sich hinter ihre Tochter.
"Nein. Danke." Sagte sie leise und stand auf.
Da die beiden einen Anruf von einer Firma bekamen, mussten sie schnell weg. Es war spät am Abend, als Michael nach Hause kam und Karin schon schlief.
Auch Thomas kam spät nach Hause.
"Hallo." Flüsterte Vera, die noch in der Küche hockte und Tee trank.
"Hallo, ich dachte du schläfst schon." Sagte er und gesellte sich zu ihr.
"Nein, ich kann noch nicht. Egal, sag mal, ist da was zwischen dir und Gina? " Wollte sie nun wissen.
"Wie kommst du denn da drauf? " Fragte er empört.
"Thomas, ich bin ja nicht blöd." Meinte sie und lächelte ihn an.
"Liebst du sie? " Fragte sie neugierig.
"Ja." Meinte er und strahlte dabei.
"Schön." Vera freute sich, da sie Thomas mochte und glücklich war, wenn er auch glücklich war. Ihr ging es schon viel besser. Ihre Kinder, die ihr Mut machten und Thomas, der ihr auch oft half, stärkten sie sehr. Doch sie musste noch immer im Rollstuhl sitzen, da die Ärzte meinten, sie seihe noch zu schwach, umgehen zu können. Doch das glaubte Vera nicht, deshalb saß sie auch jetzt ohne Rollstuhl am Sofa. Den Rollstuhl hatte sie in ihrem Zimmer, das im oberen Stockwerk war.
Plötzlich klopfte es leise an die Tür.
"Hallo Gina." Sagte Vera leise.
"Ist Thomas da? " Fragte Gina im Flüsterton.
Thomas war bereits hinter Vera getreten: "Geh schon, bis morgen." Rief Vera ihm zu und stieß ihm spaßhaft hinaus zu Gina. Die beiden verschwanden dann in Ginas Haus.
"Sie weiß es schon? " Wollte Gina wissen und ging mit ihm ins Schlafzimmer.
"Ja, sie hat’s doch gemerkt." Erzählte er und sah verträumt in ihre braunen Augen.
"Ich will nicht, dass du denkst, dass du nur ein Ersatz für Mark bist. Das ist es nämlich nicht."
"Ich weiß doch." Sagte er und sah sie fragend an.
"Ich liebe dich. Mark ist tot. Ich Musste damit kämpfen, doch ich bin darüber hinweg. Ich muss einfach neu beginnen, das nützt nichts, einfach sich einzureden, dass man niemanden liebt, obwohl man genau weiß, dass man in einen Menschen verliebt ist."
"Schon gut ich glaube dir." Sagte Thomas sanft und zog sie dann an sich. Sie küssten sich lange, doch nach zehn Minuten waren sie im Schlummerland.
Eine Woche später. Karin wurde immer blasser und dünner. Kaum noch Lebensfreude war in ihr. Das einzige, was sie ein Wenig aufheitern konnte, war Max mit seinen Späßchen, Gina, Thomas, Oliver, auf den sie jetzt öfters aufpasste und natürlich Michael. Doch sonst war das Leben für sie nur noch mehr sinnlos. Eine Antwort von der Rheaklinik bekam sie auch noch nicht. Doch an diesem Morgen stürmte sie aufgeregt zur Basis. Gina und Michael, der zum Schichtwechsel kam, standen draußen in der Sonne und sie unterhielten sich über Karin, als diese freudestrahlend gerannt kam.
"Was ist denn? " Fragte Gina gespannt.
"Ratet mal." Sagte sie und sah die beiden erwartungsvoll an.
"In spätestens einer Woche seit ihr mich los. Ich habe einen Platz in der Rheaklinik." Daraufhin gab es einen Freudentanz von den Dreien.
"Wohin soll’s denn gehen? " Fragte Michael gespannt.
"Ehm, in die Schweiz. Die haben dort eine Super Klinik. Eine wunderschöne Landschaft zum Wandern und dort ist sogar ein See." Erzählte sie begeistert.
"Ich werde dich schrecklich vermissen." Jammerte Michael und nahm sie in seine Arme.
"Armer Michael." Sagte sie spielend mitleidig.
"Na ja Hauptsache ist, dass du gesund wirst." Sagte er woraufhin Karin plötzlich stutzte und etwas traurig wurde.
"Meine Chancen sind 90 zu 10 %. Die 90 % sind aufs Sterben ausgerichtet. Aber ich versuch es. Probieren geht über studieren. Und außerdem wird’s mir dann besser gehen." Sagte sie, doch Michael war den ganzen Tag nicht mehr ganz glücklich, zwar freute er sich, dass sie einen Platz hatte, doch es machte ihn zu schaffen, dass er Karin, der Mensch, der ihm am meisten bedeutete, zu verlieren.
Bei Peter und Stella.
"Mag Karin gehen!" Rief Oliver und strampelte. Da er jetzt öfters bei ihr war, war er ganz vernarrt in sie.
"Heute nicht mein Spatz." Sagten die beiden Eltern und legten ihn nieder.
Als Thomas diesen Abend nach Hause kam, begrüßte ihn Vera, die wieder einmal ohne Rollstuhl herunterkam. Mit strahlendem Gesicht sah sie ihn an.
"Was ist denn? " Fragte er gespannt.
"Machen wir doch eine kleine Wanderung. Der Arzt hat gesagt, ich könnte mal so ein kleines Stückchen probieren und wenn es geht, ich mein, du musst ja nicht für immer auf mich aufpassen oder? Ich mein, ich will dich nicht hier weg jagen aber ..."
"Ich weiß schon, klar du hast Recht, ich mein es würde dir doch auch nicht gefallen, wenn ich dir immer im Nacken hocke oder? Ich werde dann halt wieder zu Michael ziehen, der braucht doch in den vier Monaten, wo Karin auf Rhea ist, Zuspruch." Sagte er und dann holten sie Lisa und Laura, um einen Wandertag zu planen, der für den nächsten Tag ausgemacht war.
Eine Woche später am Flughafen.
"Ich werde dich schrecklich vermissen." Sagte Michael und nahm Karin nochmals in den Arm. Biggi, Enrico, Thomas, Lisa, Laura, Peter, Gina, Max, Stella, Oliver, Christoph, Patrizia und Katarina waren alle gekommen um sich zu verabschieden.
"Ich bin ja nicht aus der Welt. Außerdem können wir telefonieren und E-Mailschreiben oder Briefe schreiben. Kopf hoch." Ermutigte Karin ihren Freund, dem die Tränen in die Augen schossen.
"Krieg ich noch ‚nen Abschiedskuss? " Fragte er wehrend die anderen daneben standen.
"Natürlich."
"Und jetzt geh, sonst fällt mir der Abschied noch schwerer." Sagte Michael spaßig.
"Viel spaß!" riefen ihr alle nach und sie verschwand im Flugzeug.
"Karin geht? " Fragte Oliver, dem auch fast die Tränen kamen.
"Ja, aber bald ist sie wieder da." Sagte Biggi zu dem kleinen.
"Wie bald? " Fragte der kleine, dem nun die Tränen über die Wangen kullerten.
"Bald." Sagten alle gleichzeitig, nun begaben sie sich in ein Kaffee.
Eine Woche später.
Der Ersatz für Karin, war ihre Freundin Katarina Stemberger, die ebenfalls Notärztin war. Sie verstand sich mit ihren Kollegen ausgezeichnet.
Michael war manchmal abgelenkt, da er Karin zu sehr vermisste.
"Karin fehlt mir auch." Sagte Gina zu Michael, der nachdenklich draußen vor der Basis hockte und in den Horizont hinausblickte.
"Und ich glaube Katarina und Thomas geht es nicht viel besser. Eigentlich vermissen wir sie alle." Sagte Gina und setzte sich neben ihn.
"Du und Thomas ihr seit ..."
"Ja schon lange. Euch Männern fällt ja gar nichts auf." Sagte sie lächelnd und ging wieder in das Gebäude.
Zwei Monate später.
Karin ging es schon viel besser. Sie ging wandern, schwamm immer sehr lange und bekam auch noch andere Behandlungen. Doch noch immer hatte sich nichts geändert.
An Abend saß sie immer vorm Computer und mailte mit Michael, der vor Sehnsucht fast umkam. Das Telefonieren wurde ihnen ja auch mal zu teuer. So blieb nur noch mehr das Internet.
Thomas war bereits wieder bei Michael eingezogen. Vera, Lisa und Laura lebten weiter in dem Haus. Das andere, das gaben sie auf. Auch Gina war zu Michael und Thomas gezogen, ihr Haus indem sie für kurze Zeit wohnte gab sie ebenfalls auf.
"Du vermisst sie schrecklich was? " Fragte Thomas, der zu Michael ins Zimmer kam, wehrend Gina sich duschen gegangen war.
"Ja." Seufzte er und blickte auf den Bildschirm.
"Hey Kopf hoch." Sagte Thomas und klopfte seinem Freund auf den Rücken.
"Noch zwei Monate." Sagte Michael, den Tränen nahe.
"Wie geht es ihr gesundheitlich? " Wollte Thomas nun wissen.
Michael seufzte tief. Karin hatte ihm bereits geschrieben, dass sich nichts geändert hätte, nur sie war nicht mehr so schwach und müde, wie zuvor. Dies erzählte Michael auch Thomas und dieser wiederum Gina, die dann ebenfalls in Tränen ausbrach.
Die nächsten eineinhalb Monate passierte nichts aufregendes. Nun waren es zwei Wochen vor Karins Ankunft. Michael wurde von Tag zu Tag aufgeregter.
Auf der Basis.
"Es kommt ein neuer Notarzt, denn Frau Stemberger hat einen dringenden Termin." Erzählte Ebelsieder schnell.
"Und wann kommt der neue? " Wollte Peter nun wissen.
"Heute, in ungefähr 10 Minuten müsste er da sein." Sagte er und verschwand wieder i seinem Büro.
"Der lässt sich aber Zeit!" Meinte Gina und nahm ihre Tasse Tee zur Hand, als die Tür auf ging und ein Mann hereinkam.
"Grüß Gott!" Rief er und Gina konnte ihren Augen nicht trauen. Nun stand sie auf und ging auf ihn zu.
"Nein oder? " Fragte sie mit Tränen in den Augen.
"Ma ... Mar ... Mark? " Stotterte sie.
"Ja Gina, ich bin’s." Sagte er mit einem Lächeln.
"Aber du warst doch ... du ..." Tränen liefen ihr über die Wangen. Erst jetzt merkte sie, dass sie ihn eigentlich immer heimlich geliebt hatte.
"Sie haben mich damals mit dem Heli abtransportiert und du wurdest auch weggebracht. Dir hatte man gesagt, dass ich tot sei. Doch im Krankenhaus fiel ich ins Koma. Als ich aufwachte, konnte ich mich an nichts mehr erinnern. Das war vor ca. einem Jahr. Dann wollte ich erst mal mein Leben wieder auf die Reihe kriegen und meine Bekannten und Verwandten aufsuchen. Doch ich konnte mich an nichts erinnern Erst vor kurzem habe ich mein Gedächtnis wieder erlangt. Und nun stehe ich vor dir." Erzählte er ihr nun sah sie ihn erwartungsvoll an.
"Tut mir leid Thomas." Sie drehte sich zu Thomas um, doch dann umarmte sie Mark stürmisch und die beiden küssten sich leidenschaftlich.
"Ich liebe dich." Sagte Mark und drückte sie fest an sich. Thomas war dies zu viel und er lief von der Basis.
"Warte!" Schrie ihm Michael nach.
"Sie liebt ihn. Und mir hat sie gesagt ..."
"Weißt du, er war so lange weg. Da glaubt man, dass die Gefühle für diesen Menschen gestorben sind, doch wenn er dann vor dir steht, merkt man, dass man ihn noch immer liebt, wie beim ersten Mal." Erklärte Michael seinem Freund, der nun auch in Tränen ausgebrochen war.
"Sieh mal, du hast eine tolle Frau und wirklich super nette Kinder." Meinte Michael.
"Ich liebe Vera nicht und sie mich auch nicht. Wir sind nur gute Freunde." Meinte Thomas schluchzend.
"Aber du hast Freunde. Und mich als Freund und Karin als gute Freundin hast du ja auch noch." Ermutigte ihn Michael.
"Du hast Recht." Thomas hob den Kopf und gemeinsam gingen sie zur Basis zurück.
Zwei Wochen später.
Gina und Mark waren wieder ein Paar wie eh und je.
Heute war der Tag, von Karins Ankunft. Michael konnte schon die ganze Nacht nicht schlafen. Gemeinsam mit Thomas stand er um 5:00 Uhr in der Früh auf, da ihr Flieger um 10:00 Uhr ankam. Aber er wollte der Erste sein, der sie sah. Und so standen sie um 7:00 Uhr am Flughafen. Dann gingen sie in ein Kaffee, dort blieben sie zwei und eine halbe Stunde sitzen. Dann machte Michael Dampf. Er bezahlte und rannte zu Absperrung. Gefolgt von Thomas. Die Anderen waren noch nicht da.
"Der Flieger kommt in zwei Minuten." Sagte Michael, der die ganze Welt umarmen könnte vor Glück.
Michael war kurz unaufmerksam, dadurch, dass ihn Thomas mit Absicht ablenkte, denn Thomas hatte Karin gesichtet, die ihm deutete er soll ihn zurückhalten. Nun stand Karin hinter Michael und dieser merkte nichts.
"Wo ist denn Karin? " Fragte er und sah die Leute, die vorbeigingen durch dringlich an.
"Hier!" Rief sie. Woraufhin er sich blitzschnell umdrehte und sie in den Arm nahm.
"Hilfe, du erdrückst mich!" Sagte sie und danach wurde geknutscht. Nun trafen auch die anderen ein. Nach und nach wurde sie umarmt. Plötzlich zerrte sie irgendjemand an ihrem Fuß.
"Karin!" Rief Oliver erfreut. Sie hob ihn hoch und sah ihn glücklich an.
"Du bist gewachsen mein Kleiner." Sagte sie und von dem Zeitpunkt an wollte Oliver nicht mehr herunter. Dann als sie sich trennen wollten, um nach Hause zu fahren, ging er widerwillig zu Peter und jammerte fast auf der ganzen Fahrt nach Hause.
Am Abend.
"Hallo Schwesterchen!" Rief Gina und umarmte ihre Schwester stürmisch.
"Ma ... Mark? " Fragte Karin, die Mark auch noch von früher kannte.
"Ja ich lebe. Es war ein Versehen." Nun erzählte er Karin, das was den anderen bereits erzählt hatte. Karin war froh, dass Gina nun wieder ihre große Liebe zurück hatte. Sie feierten noch kräftigst weiter.
Als Thomas, Michael und Karin noch um den Tisch Zuhause saßen, holte Thomas plötzlich einen Zettel und schmiss ihn Michael vor die Nase.
"Da erzähl mir mal, dass ich so fiel telefoniere. Bitte, 250 €." Sagte Thomas übermütig, woraufhin sie sich alle anlächelten und schlafen gingen.
Zwei Wochen später.
Karin stürmte auf Michael zu, der vor der Basis stand.
"Michael!" Schrie sie von weitem und als sie bei ihm war, fiel sie ihm um den Hals.
Michael deutete dies falsch hin und dachte, dass etwas Schreckliches passiert ist.
"Was ist denn? " Fragte er besorgt und sah ihr in die Augen, die mit Freudentränen überfüllt waren.
"Ich bin gesund." Brachte sie nun heraus.
"Was? " Er dachte, dass er falsch gehört hatte.
"Ja, ich bin gesund." Er nahm sie fest in die Arme und küsste sie. Dann sah er sie an und fragte: "Willst du mich heiraten? "
Karin konnte nicht glauben, was sie da hörte: "Was? "
"Willst du mich heiraten? " Fragte er nochmals.
"Ja." Nun war das Glück vollkommen. Ein Monat später fand die Trauung nun Stadt. Karin heiratete in Weiß und Michael in Schwarz. Die Trauzeugen des Ehepaars waren, Biggi und Thomas. Denn Gina und Mark waren weggeflogen. Sie wollten alles nachholen, was sie verpasst hatten. Karin nahm ihr das auch nicht übel, denn Gina hatte ihr in ihr in den Schlimmsten Zeiten ihres Lebens beigestanden. Und dafür war Karin ihrer Schwester sehr dankbar.
Ende
Copiright by: Ornella Kajdy am 11.2. 2005