Hauptpersonen:
Karin Thaler
Michael Lüdwitz
Frank Ebelsieder
Biggi Schwerin
Thomas Wächter
Tödliche Lüge
Von Mareike
``Ich vermisse ihn so sehr!´´ Karin saß verzweifelt auf der Bank in der umkleide. ``Ich weiß Karin.´´ Antwortete Biggi. Sie nahm ihre Beste Freundin in den Arm und strich ihr beruhigend über den Rücken. Karin konnte die Tränen nicht mehr zurück halten. Biggi versuchte sie zu trösten doch so richtig gelang ihr das nicht. Nach einer viertel Stunde gingen sie zusammen in den Aufenthaltsraum. Ralf saß am Schreibtisch und korrigierte seine berichte der letzten Woche da Ebi wieder was zu meckern gehabt hatte. Die Schicht der B- Crew verlief ungewöhnlich ruhig. Karin saß die ganze zeit mit traurigem Blick auf dem Sofa. Michael war jetzt schon seit drei Jahren in den USA. Am Tag vor ihrer Hochzeit hatte er einen Mord der Russen Mafia beobachtet und musste noch in der selben Nacht mit seinem Sohn Dirk ins Zeugenschutzprogramm. Sie konnte ihn nicht vergessen. Sie liebte ihn viel zu sehr. ``Achtung Ebi kommt´´ warnte Biggi als sie sah wie ihr Chef aus dem Büro kam. Ebi hieß eigentlich Frank Ebelsieder und war der Basisleiter. Das er in Karin verliebt war wussten alle. Doch Karin ließ ihn jedes Mal abblitzen. ``Frau Dr. Thaler kann ich sie bitte mal sprechen?´´ Karin nickte genervt. Sie stand auf und ging in sein Büro. Ebi folgte ihr Selig lächelnd. Sie setzte sich auf den Stuhl vor seinem Schreibtisch und sah ihn Fragend an. ``Am Wochenende ist doch das Basisleiter Treffen´´ ``Ja und?´´ Wollte Karin wissen. ``Würden sie mich dorthin begleiten? Ich würde sie gerne ein paar Leuten vorstellen.´´ ``Als ihre Freundin?´´ ``Wie? Ähm nein.´´ Ebi sah sie Irritiert an. ``Ich werde es mir überlegen.´´ Mit diesen Worten verließ sie das Büro. Frank Ebelsieder lächelte ihr verträumt nach. Karin lief nach draußen an die Salzach. Sie zog die Knie an und umschlang sie mit den Armen. Traurig sah sie in das rasch fließende Wasser. Wie sollte sie Ebelsieder nur klar machen das es für sie nur einen Mann gab? Er würde es weder verstehen noch Akzeptieren. Das ging jetzt schon seit einem Jahr so. Er lud sie ein und sie ließ ihn abblitzen. Ebelsieder kapierte einfach nicht das er keine Chance hatte. Er gab einfach nicht auf. Wieder kamen Karin die Tränen. Sie zog ein Bild aus der Tasche das schon sehr mitgenommen aussah. Darauf waren sie, Michael und Dirk zu sehen. Es hätte alles so schön werden können. Zum Glück blieb die Schicht der B- Crew ohne Einsatz. Eine halbe Stunde vor Schichtwechsel fuhr Thomas auf den Parkplatz. Karin saß immer noch traurig am Ufer. Thomas sah kurz zu ihr rüber und ging dann in den Aufenthaltsraum um Biggi und Ralf zu Begrüßen. ``Hallo mein Schatz´´ Thomas gab Biggi einen Kuss und setzte sich neben sie. ``Und klappt alles?´´ Fragte sie. ``Ja er kommt ende der Woche. Ich glaube Donnerstag. Muss aber noch mal nach kucken.´´ Antwortete Thomas. ``Super! Am Samstag hat sie Geburtstag. Ich sage dir das wird eine prima Überraschung.´´ Lächelte Biggi. Thomas nickte. Bis Mittwoch schaffte es Karin ihrem Chef aus dem weg zu gehen doch am Nachmittag saß sie alleine im Aufenthaltsraum als er herein kam. ``Fr. Dr. Thaler. Bekomme ich eine Antwort?´´ Wollte er wissen. Karin sah genervt von ihrem Bericht auf. ``Ja´´ ``heißt das sie kommen mit?´´ ``Nein´´ ``Aber...´´ ``Nichts aber ich habe nur gesagt sie bekommen eine Antwort.´´ ``Und warum kommen sie nicht mit?´´ Fragte Ebelsieder Enttäuscht. ``Herr Ebelsieder, damit das ein für alle mal klar ist.
Geben sie es endlich auf´´ Karin brüllte fast. Sie sprang auf, stieß Ebelsieder zur Seite und lief nach draußen. Ebelsieder stand verdattert mitten im Raum. Erst wollte er es nicht glauben doch dann wurde er sauer. Er liebte und Verehrte Karin und sie? Sie liebte einen Mann den sie nie wieder sehen würde. Er verstand sie nicht. Er konnte ihr alles bieten, Michael aber war weit weg und doch blieb Karin bei ihm. Wütend verschwand er in seinem Büro. Er würde sie bekommen schwor er sich. Am nächsten Morgen rief Ebelsieder sie zu sich ins Büro. Karin stand genervt auf. ``Was ist?´´ Wollte sie unfreundlich wissen. ``Es tut mir leid. Ich habe eine schlechte Nachricht für sie.´´ Karin horchte auf. Etwas an Ebelsieders Stimme sagte ihr das etwas nicht stimmte. ``Was ist los?´´ Fragte sie leise. ``Das Zeugenschutzprogramm hat gerade angerufen. Michael.. Ich meine Dr. Lüdwitz... er ist... Tod´´ ``NEIN´´ Karin blieb fast das Herz stehen. Nein das durfte nicht wahr sein. ``Doch es tut mir leid´´ Ebelsieder stand auf und nahm sie in den Arm. Karin war wie gelähmt. Als Ebelsieder merkte das sie sich nicht werte ging er noch einen schritt weiter. Vorsichtig Küsste er sie. Jetzt Reagierte Karin. Sie stieß ihn weg, knallte ihm eine und brüllte ihn an: ``Wie können sie nur?´´ Tränen liefen ihr übers Gesicht. Als sie nach draußen lief sah sie kaum noch etwas. Sie rannte zu ihrem Auto, stieg ein und fuhr Los. Das sie eigentlich Schicht gehabt hätte war ihr egal. Michael war Tod. Biggi stand am Fenster und sah ihr nach. Kurz darauf kam Ebelsieder in den Aufenthaltsraum. ``Sie können nach hause fahren. Die Basis bleibt bis Montag geschlossen. Teilen sie das bitte auch ihren Kollegen mit.´´ Biggi und Ralf sahen sich verwundert an beeilten sich dann aber nach hause zu kommen bevor Ebelsieder es sich anders überlegte.
Thomas stand am Flughafen und wartete. Endlich sah er seinen Freund und dessen Sohn. ``Hallo ihr beiden. Man tut das gut euch zu sehen.´´ Thomas und Michael nahmen sich freundschaftlich in den Arm. Dirk Begrüßte Thomas per Handschlag. Michael war Froh wieder zu Hause zu sein. Besonders freute er sich auf Karin. ``Hat sie eigentlich einen neuen Partner?´´ Fragte er vorsichtig. Er war drei Jahre weg gewesen und eigentlich konnte er nicht davon ausgehen das Karin auf ihn wartete. Immerhin war nicht sicher gewesen ob er überhaupt noch mal zurück kommen würde. ``Quatsch. Sie hat einen neuen Verehrer aber sie lässt ihn immer wieder abblitzen. Für sie gibt es nur einen Mann und der bist du.´´ Zusammen fuhren sie zu Biggi. Seit einer Woche konnten Michael und sein Sohn wieder frei leben, ohne Angst. Sie hatten beschlossen Karin an ihrem Geburtstag zu Überraschen. Biggi freute sich riesig Michael endlich wieder zu sehen.
Karin war nach hause gefahren. Sie lag auf ihrem Bett und dachte an Michael. Sie erinnerte sich an all die schönen Momente die sie miteinander erlebt hatten. Leise liefen ihr die Tränen übers Gesicht. Um sie herum lagen alle Fotos die sie finden konnte. Was hatte das leben noch für einen Sinn? Michael, der Mann ihrer träume war Tod und sie war jetzt alleine. Im Laufe der Nacht entschloss sie sich ihm zu folgen. Sie wollte sich jedoch von Biggi verabschieden. Sie griff zum Telefon und wählte die Nummer ihrer Besten Freundin. ``Schwerin´´ meldete Biggi sich verschlafen. ``Hallo Biggi, hier ist Karin. Ich wollte dir nur auf wiedersehen sagen. Ebelsieder hat mir heute Morgen gesagt das Michael Tod ist. Ich werde zu ihm gehen. Ich werde ihn wiedersehen. Vielen dank das du immer für mich da warst. Eine bessere Freundin kann man sich gar nicht wünschen. Tschüss Biggi´´ ``Aber Michael... Scheiße´´ Karin hatte aufgelegt. Biggi war jetzt hellwach. Sie rannte ins Gästezimmer. ``Michael schnell. Karin will sich umbringen.´´ Michael sprang aus dem Bett und streifte sich eine Jeans und ein T-Shirt über. Biggi hatte sich ebenfalls angezogen. Karin ging in die Küche, nahm ein scharfes Messer und ging wieder ins Schlafzimmer. Ein Letztes Mal dachte sie an Michael dann setzte sie das Messer an ihr Handgelenk. Kaum hatte sie geschnitten lief das Blut über ihr Handgelenk auf die Fotos von Michael. Das gleiche wiederholte sie am anderen Handgelenk. Die schnitte waren groß und tief. Sie verlor sehr schnell sehr viel Blut. Sie schloss die Augen, drückte ein Bild von Michael an sich und ließ sich nach hinten aufs Bett fallen. Biggi und Michael hatten das Haus von Karin fast erreicht. Michael zitterte. Endlich fuhr Biggi die einfahrt hoch. Michael sprang aus dem Auto und lief zur Tür. Als niemand öffnete lief er in den Garten. Er sah das die Terrassen Tür nur angelehnt war. Er stieß sie auf und betrat das Haus. Er rannte von einem Zimmer ins nächste. Als er ins Schlafzimmer kam schrie er entsetzt auf. Karin lag auf dem Bett. Sie war voller Blut. Genauso wie das Bett und die Fotos um sie herum. Michael fing sofort an sie zu versorgen. Biggi hatte bereits einen RTW angefordert. Endlich kam der RTW und brachte Karin ins Krankenhaus. Michael bleib die ganze zeit bei ihr. Nachdem Karin versorgt und ihr Kreislauf wieder Stabilisiert war brachte man sie auf ein Zimmer mit Blick auf den Heliport. Michael saß die ganze zeit an ihrem Bett. Am Nachmittag öffnete Karin die Augen. ``Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag meine kleine.´´ ``Michael. Bin ich wieder bei dir?´´ ``Ja bist du. Warum hast du das getan?´´ ``Ich wollte wieder bei dir sein.´´ ``Und deswegen versuchst du dich umzubringen?´´ ``Wieso versuchen? Bin ich nicht Tod?´´ ``Nein du lebst Gott sei Dank. Biggi hat mich nach deinem Anruf sofort geweckt und wir sind zu dir gefahren.´´ `` Du Lebst? Aber wieso Biggi? ´´ Karin setzte sich vorsichtig auf. ``Ich war bei Biggi. Ich wollte dich heute Überraschen. Seit einer Woche kann ich wieder frei leben, ohne Angst. Aber wieso sollte ich Tod sein?´´ ``Aber.... Ebelsieder hat gesagt sie hätten dich erwischt. Ich wollte nicht ohne dich leben.´´ ``Ich bin nicht Tod! Ich lebe. Dirk ist auch hier. Kannst du dir vorstellen warum Ebelsieder das gesagt hat?´´ ``Er ist in mich verliebt und zwar hoffnungslos. Seit einem Jahr geht das jetzt schon so. Ich habe ihn immer wieder Abblitzen lassen und er hat wahrscheinlich gedacht wenn du nicht mehr da bist wende ich mich ihm zu oder so´´ ``Ich kümmere mich um ihn. Du musst jetzt ganz schnell gesund werden. Ich wollte dich noch etwas fragen. Ich weiß aber nicht ob das jetzt so der ideale Zeitpunkt ist.´´ Karin lehnte sich wieder zurück, sanft lächelte sie ihn an. ``Frag halt.´´ Michael räusperte sich und stand auf. Er nahm Karins Hand und sah ihr in die Augen. ``Möchtest du mich heiraten?´´ ``Ja´´ die beiden lächelten sich an und Küssten sich zärtlich. Ihre Liebe war noch genauso intensiv wie vor drei Jahren. Doch eine Lüge hätte beinahe alles zerstört. Diese eine Tödliche Lüge!
Copyright 2005: Mareike