Mitspielende:
|
Dr. Mark Harland |
Dr. Karin Thaler |
|
Peter Berger |
Enrico Contini |
|
Jens Köster |
Biggi Schwerin |
|
|
|
|
Lisa u. Laura Wächter |
|
|
Stella u. Oliver Berger |
|
|
Max, Höppler, Gina Aigner |
|
Das Testament
Vor zwei Tagen war Thomas‘ Beerdigung gewesen und gestern waren die Mädchen von ihrem Patenonkel abgeholt worden. Heute saß Karin alleine in dem großen Haus und hatte abermals den Kampf gegen die Tränen verloren. Im Kamin prasselte das Feuer und sie saß davor auf einer Felldecke, die sie aus Thomas‘ Zimmer geholt hatte. Die Mädchen wollten sie nicht mitnehmen und ließen sie ihr. Vor ihr lagen einige Photos verteilt. Photos von Geburtstagen und anderen Feiern, auf denen hauptsächlich sie und der tote Kollege zu sehen waren. Niemand der anderen hatte bemerkt wie glücklich die beiden in letzter Zeit waren. Karin nahm eins der Photos und strich über Thomas‘ Gesicht. Zeitgleich fiel eine Träne drauf und sie schluchzte: "Thomas. Warum verlässt du mich?" Langsam sank ihr Körper auf das Fell und sie vergrub ihren Kopf zwischen den Armen. Sie konnte einfach nur noch weinen. Nach einer Weile verstummte das Schluchzen und ihre Atmung wurde gemächlich ruhiger. Schließlich schlief sie ein und das Feuer prasselte in Seelenruhe weiter vor sich hin, bis es irgendwann verlosch und das Zimmer in tiefe Nacht getaucht war.
Zur selben Zeit lagen viele Kilometer entfernt zwei noch immer wach. "Du, ich will zurück.", flüsterte das eine Mädchen und drehte sich auf die Seite um zu seiner Schwester rüberschauen zu können. Sie erhielt keine Antwort, nur der ruhige Atem war zu hören. "Schläft du?" Nun regte sich etwas im gegenüberliegenden Bett. Die Ältere schüttelte leis den Kopf. Dann setzte es sich auf und starrte in die Dunkelheit. "Es muss, was geben, damit wir zu Karin zurück können.", sagte sie entschlossen. "Psst, sonst hören sie uns.", wurde Lisa von Laura aufgefordert doch zu flüstern. "Wenn ich mir vorstelle, dass sie jetzt ganz alleine im Haus ist. Sie muss doch Angst bekommen, oder?" Lisa zuckte mit den Schultern, stand auf und ging zum Schreibtisch. Vorsichtig öffnete sie eine Schublade und holte ein Stück Papier und eine Taschenlampe heraus. Dann begab sie sich zu Laura und setzte sich neben sie. Die richtete sich nun auch auf und schaute der Schwester über die Schulter. Lisa schaltete die Taschenlampe an und strahlte auf das Stück Papier. Es war ein Photo, wo drauf sie, ihr Vater und Karin zu sehen waren. Der Jüngeren stiegen Tränen in die Augen und sie schniefte: "Ich vermiss die beiden." Lisa nickte und meinte: "Karin können wir aber wiedersehen, Papa nicht. Wir haben ihm versprochen immer füreinander da zu sein." Sie schielte zu ihrer kleinen Schwester und fragte: "Wollen wir dieses Versprechen auf Karin ausweiten? Wir werden auch für sie da sein. Egal wie schwer es wird, wir kehren zu ihr zurück. Einverstanden?" Sie hielt ihre Hand hin und Laura legte ihre eigene hinein und nickte. "Wir wollen unzertrennlich sein, wir drei." Dann sprachen sie zusammen: "Karin, bald sind wir wieder bei dir."
Zwei Monate später
Karin betrat Türen knallend den Aufenthaltsraum und feuerte einen Packen Zettel auf den Tisch. "Verdammt." Biggi und Enrico, die an eben diesen Tisch saßen und kuschelten, erschraken sich heftig. "Karin?", fragte Biggi vorsichtig. Die blonde Ärztin fuhr ebenso erschrocken herum und starrte ihre Kollegen überrascht an. Dann lächelte sie und meinte: "Tschuldigung. Ich habe bloß ein kleines Problem." Schuldbewusst zuckte sie mit den Schultern und stiefelte dann in die Küche. Enrico sah sich die Blätter an und fragte nach einer Weile verwirrt. "Mit der Telekom?" Die Kollegin steckte ihren Kopf um die Ecke und wollte wissen: "Wie kommst du darauf?" Inzwischen hatte auch Biggi die Papiere durchgesehen. "Du hast lauter Ausdrucke von Nummern, die von eurem" Sie stockte und hätte sich selbst dafür schellten können. "deinem Apparat geführt wurden." Karin kam mit einer Tasse dampfenden Kaffee in der Hand und setzte sich zu ihnen. "Nein. Ich versuche herauszufinden, wo Lisa und Laura sind." Sie seufzte und nahm einen Schluck. "Auskunft?", fragte Enrico ironisch. Sie grinste ihn kopfschüttelnd an. "Da gibt es nur ein Problem. Sie sind selbst nicht gemeldet. Nur ihr Patenonkel und ich weiß seinen Namen nicht mehr.", fluchte sie abermals, stand so ruckartig auf, dass der Stuhl mit lautem Knall auf dem Boden landete, und lief mit vor der Brust verschränktem Armen hin und her. Man hätte denken können, sie suche etwas zum Festhalten und hätte nichts anderes außer sich selbst gefunden. "Ich werde alleine in dem großen Haus wahnsinnig. Diese Leere ist nicht auszuhalten. Ich vermisse sie so, ihr Lachen. Es war immer Leben im Haus. Jetzt herrscht dort der Tod und Stille. Ich will versuchen, sie zu adoptieren, damit wir wieder zusammen sind." Sie schwieg. Der Sani und die Pilotin sahen sich traurig an. "Wir vermissen sie auch. Aber was ist, wenn es ihnen dort, wo sie jetzt sind gefällt?", erkundigte sich Enrico, nachdem er zu seiner Kollegin gegangen war und seinen Arm um sie gelegt hatte. Sie sah ihn mit tränengefüllten Augen an und zuckte mit den Schultern. "Es gibt ja noch Ferien.", meinte sie nach einer Weile und Biggi schüttelte im Hintergrund den Kopf. "Ich komm auch nicht mehr auf den Namen, wobei Thomas mir von ihm erzählt hat." "Mir doch auch.", antwortete Karin sich seufzend zu ihr setzen. Sie ließ den Kopf in den Nacken fallen und massierte ihre Stirn. Eine Weile saßen die drei stumm am Tisch, dann kam Gina rein. "Hey, was ist denn hier los? Produktives Schweigen?", scherzte sie über die ungewöhnliche Ruhe im Raum. Enrico lachte und erwiderte: "Kann man so nennen." Gina grinste übers ganze Gesicht und setzte sich zu ihnen. Aus Höppis Büro hörte man lauter werdende Stimmen. Eine einwandfrei als Stellas zu erkennen. "Oje, da leidet wohl einer an Streß.", kommentierte Gina das Geschrei, bevor sie anfing zu lachen. Auch die anderen mussten über das Gehörte kichern und als Enrico anfing die Mimik und Gestik seiner Schwester pantomimisch nachzumachen, brachen alle in schallendes Lachen aus. Vergessen waren die Tränen von vor ein paar Minuten und die beklemmende Stille, die kurzzeitig in der Luft schwebte. Die einzigen Tränen, welche jetzt zu sehen waren, kamen von dem Lachkrampf, in den die Damen verfallen waren. Schließlich verschluckte sich Biggi und musste zum Lachen auch noch husten, was bei den anderen das Gelächter nur verstärkte. Plötzlich wurden sie arg von der Sirene unterbrochen. "Medikopter 117, einige Kletterer werden vermisst. Ihre Unterstützung wird bei der Suche nach ihnen erbittet." Automatisch sprang die B-Crew auf, schnappte sich Jacken und Taschen und rannte zum Heli. Gina wünschte noch viel Erfolg und machte sich dann ran, Max beim Reparieren von Biggis Maschine behilflich zu sein.
Lisa und Laura standen während der Hofpause alleine in einer Ecke des Schulhofes und unterhielten sich über die Möglichkeiten zurück zu Karin zu können. Wobei sie nun schon seit 2 Monaten in den neuen Klassen waren, hatten sie noch keine Freundschaften geschlossen, war es doch schwer genug mit ihren alten Klassenkameraden den Kontakt zu halten. Das die beiden irgendwie unnahbar waren, bemerkten die anderen Schüler schnell und das Getuschel über die Gründe war bereits groß. "Ich habe gehört, sie leben bei ihrem Patenonkel, weil ihr Vater gestorben ist.", erzählte Kati, ein Mädchen mit langen schwarzen Haaren. Doreen, ebenfalls schwarze Haare und Kleidung, fügte hinzu: "Sie sind sicher traurig deswegen, trotzdem könnten sie versuchen Anschluss zu finden." Die beiden Annas der Truppe nickten zustimmend und Jana meinte: "Wir können sie ja mal fragen." Alle schauten sie grinsend an und Nicole äußerte: "Wenn du fragst." Jana stöhnte genervt und erwiderte: "Von mir aus ihr Angsthasen, aber ihr kommt mit." Zusammen schlenderten sie zu den Schwestern hinüber und nahmen die beiden in die Mitte. Lisa und Laura blickten die Truppe misstrauisch an und die Ältere fragte: "Was wollt ihr?" Die Clique fing an zu lachen und Jana informierte sich: "Eigentlich nur wissen, warum ihr keinen Anschluß sucht." Krissi, die siebte im Bunde, vollendete den Satz: "Schließlich beißen wir nicht und es kommt schlecht, wenn man sich so absondert. Ich spreche aus Erfahrung." Die Schwestern sahen sich kurz an und Laura sagte: "Wir wollen hier einfach keine Freundschaften schließen. Schließlich sind wir sowieso bald wieder weg." Die Mädchen um sie herum schauten fragend einander an und die kleine Anna stellte dann fest: "Warum denn? Schon, die Schule haut einen nicht aus den Latschen..." "...aber immerhin kann man auch hier lernen und kostenlos ins Internet.", führte die große Anna den Satz grinsend zu Ende. "Schön und gut, aber wir wollen zurück zu Karin." Kati stutzte und wollte nun wissen: "Und wer ist Karin?" Lisa kramte in ihrer Jackentasche und holte ein Photo heraus. "Das sind wir beide mit unserem Vater und Karin. Sie ist Notärztin und war Papas Kollegin. Zusammen haben wir in einem großen Haus gewohnt, in dem sie jetzt ganz alleine ist. Wir vermissen sie und die anderen Kollegen." Die Clique sah sich das Photo an und Krissi fragte: "Euer Vater war Arzt?" Die Schwestern schüttelten lachend den Kopf. "Nein, Pilot. Er, Karin und die anderen arbeiten für Medikopter." Bis zum Stundenklingeln unterhielten sich die neun noch angeregt, trennten sich dann aber, da sie in verschiedenen Räumen Unterricht hatten. Als Die Schwestern nach Unterrichtsschluß auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause waren unterhielten sie sich über die Clique, die sie heute kennen gelernt hatten. "Sie scheinen ganz nett zu sein.", meinte Lisa trocken und blickte starr geradeaus. Laura nickte grinsend und antwortete: "Ja, aber ein ziemlich bunter Haufen. Trotzdem sie sind mir recht sympathisch. Sag mal, rufst du heute noch diesen Typen an, mit dem Papa andauernd Kontakt hatte, diesem Anwalt oder was auch immer?" Lisa lachte kurz auf und meinte dann gleichgültig: "Ha, das kann ich ja mal wieder versuchen. Der Typ ist einfach nicht erreichbar. Wobei es so wichtig wäre."
Auch anderswo regte man sich über dieselbe Person auf. "Jetzt habe ich den Brief gefunden und dieser Herr Klarksen ist nicht auffindbar." "Wenn Thomas dir extra einen Brief in deine Schublade gelegt hat, falls ihm was passiert, dass du dich an diesen Anwalt richten sollst, wird das schon was zu bedeuten haben.", erzählten Biggi und Karin am Heli stehend. Biggi war damit beschäftigt, das gute Stück vor der Schicht nochmals durchzuchecken. Karin lehnte an dem Baby und stöhnte brummend. Die Pilotin zog die Augenbrauen hoch und sah ihre Freundin besorgt an. "Was hast du?" Karin schüttelte seufzend den Kopf. "Nichts besonderes. Mein Magen rebelliert bloß seit Tagen. Gestern und heute musste ich mich sogar übergeben. Ich glaube, ich habe ne Magen-Darm-Grippe." Enrico, der gerade zu den beiden stieß, bemerkte mit besorgtem Blick: "Das würde ich aber untersuchen lassen. Nicht das es doch was schlimmeres ist." Seine Kollegin schüttelte lachend den Kopf und erwiderte: "Ich werde es überleben. Ich mache mir jetzt einen Kaffee und dann versuche ich nochmals diesen Klarksen zu erreichen." Grinsend ging sie zurück ins Gebäude und Biggi blieb mit Enrico am Heli zurück. Der Sani fragte seine Freundin: "Sag mal, hat Karin eigentlich wieder einen Freund?" Biggi blickte grübelnd in die Luft und meinte nach fünf Minuten. "Nich dass sie was erzählt hat, wieso?" Der Italiener sah sie vorwurfsvoll an. "Was?", wollte sie sofort lachend wissen. "Du bist doch die Frau von uns beiden. Sag du es mir." Er bekam einen ungläubigen Blick und ein Kopfschütteln als Antwort. "Nein!? Meinst du?" Er zuckte mit den Schultern und meinte: "Ungewollte Schwangerschaften passieren immer wieder." Jetzt war es Biggi, die ihn vorwurfsvoll ansah. Dann rügte sie ihn: "Enrico. Ungewollt, wie hört sich das an. Wenn schon ungeplant. Aber falls es der Fall ist, hat sie es selbst noch nicht bemerkt. Bloß von wem?" Die beiden sahen sich fragend und grübelnd an. Bevor sie weiter darüber nachdenken konnten, ertönte die Sirene und der Lautsprecher: "Medikopter 117. Notruf von der Nordwand. Eine junge Frau ist beim Klettern abgestürzt. Ihr Freund ist vor Ort, kommt aber nicht an sie heran. Höchste Alarmstufe: Steinschlaggefahr." Im Aufenthaltsraum antwortet Karin mit ruhiger Stimme: "Medikopter 117 hat verstanden. Wir übernehmen." Sie schnappte sich ihre Jacke und die Taschen, verließ den Aufenthaltsraum und das Gebäude. Biggi hatte bereits den Heli gestartet und hob augenblicklich ab, als Karin drin saß. Bereits nach fünf Minuten hatten sie die Nordwand erreicht und Enrico und Karin hielten mit Ferngläsern nach den beiden Notleidenden Ausschau. Nach weiteren fünf Minuten entdeckte Karin den jungen Mann. Enrico kam nach hinten und Biggi ließ ihn und die Notärztin hinab. Am Felsvorsprung angekommen, hakten sie sich erstmal aus und Karin erkundigte sich: "Guten Tag. Ich bin die Notärztin, Karin Thaler. "Sind sie in Ordnung?" Der Mann nickte und erwiderte: "Ja, aber meine Freundin ist abgerutscht und liegt nun da unten. Zwischendurch war sie immer mal wieder bei Bewusstsein und hat über Kopf schmerzen und ein Ziehen im Bein geklagt." Karin bedankte sich für die Informationen und verständigte Biggi, dass sie die Trage hinabließ. Dann hakten Enrico und Karin sich wieder ein und begaben sich zum verletzten Mädchen. Nachdem sie sie stabilisiert hatten, ließen sie sich wieder hochziehen. Karin koppelte sich am Felsvorsprung, wo der Freund des Mädchens wartete, aus und wartete mit ihm.
Fortsetzung
"Wie geht es ihr?", erkundigte sich der Mann besorgt. "Sie hat eine Platzwunde und das linke Bein ist gebrochen. Aber sonst ist sie stabil.", nickte Karin ihm aufmunternd zu. Er nickte lächelnd zurück. Plötzlich schaute Karin irritiert nach oben. Im nächsten Moment schubste sie den jungen Mann zur Seite. "Vorsicht." Kaum hatte sie dies gerufen, kam auch schon ein Steinschlag hinunter gestürzt und begrub die beiden unter sich. Enrico und Biggi hielten vor Schreck die Luft an. "Karin.", schrie Biggi, nachdem sie sich von dem Schock erholt hatte. Enrico forderte augenblicklich: "Biggi, lass mich wieder runter." Sie gehorchte sofort und Enrico hängte sich über Kopf ans Seil, damit er die Steinbrocken besser zur Seite schaffen konnte. "Biggi?", kam es über Funk. "Karin, ich hör dich. Bist du verletzt?", meldete sich die Pilotin eine Sekunde später. "Enrico ist schon dabei euch auszubuddeln." Zur selben Zeit erreichte Enrico Karin und zog sie vorsichtig nach oben. "Ah, mein Arm.", jammerte die Notärztin. Langsam wurden die beiden von Biggi zum Heli hochgezogen. Enrico half Karin rein und ließ sich dann wieder hinab um den Mann zu holen. Der war inzwischen wieder zu sich gekommen, so dass Enrico ihn gut sichern konnte und in den Heli zurückkehren. Bereits 10 Minuten später waren sie im Krankenhaus angelangt. "Es tut mir leid, aber, da noch nicht alle Untersuchungen abgeschlossen sind, werden wir Frau Thaler zur Beobachtung hier behalten. Am besten sie fliegen zurück und bringen ihrer Kollegin nachher noch ein paar Sachen vorbei.", unterrichtete eine Ärztin Biggi und Enrico über die Situation. "Der Arm ist gebrochen, oder?", informierte sich Enrico mit nüchterner Stimme. Die Ärztin nickte leicht lächelnd: "Ja, Elle und Speiche. Aber so wie es aussieht, werden wir nicht operieren." Biggi atmete erleichtert auf. "Dann wünsche ich ihnen viel Spaß mit Karin. Sie haßt Krankenhäuser."
"Wo die bloß bleiben? Ist doch schon längst Schichtwechsel.", meinte Jens und starrte suchend in den Himmel. "Suchaktionen dauern nun mal etwas länger.", informierte ihn Peter und reichte seinem Kollegen einen Apfel. Hinter ihnen kamen Mark und Gina herangeschlendert. "Na ihr Turteltäubchen.", begrüßte Jens sie lachend. Gina grinste nur übers ganze Gesicht und Mark erkundigte sich: "Immer noch keine Spur von ihnen?" Peter schüttelte den Kopf, doch im nächsten Moment ertönten erst leise, dann lauter werdende Rotorengeräusche. "Da kommen sie doch. Umsonst Sorgen gemacht.", neckte Gina die drei Herren. Allerdings stutzten alle, als nur Biggi und Enrico ausstiegen. Peter ging zum Heli und schaute rein. Als er Karin nicht entdeckte drehte er sich zu den gerade Angekommenen und fragte: "Habt Karin an der Kletterwand gelassen, oder was? Wo steckt sie?" Biggi wartete bis er wieder neben ihnen stand und berichtete: "Karin und der Freund des Mädchens haben einen Steinschlag abbekommen. Unsere Frau Doktor hat sich den Arm gebrochen." Ihre Kollegen sahen sie ungläubig an. "Ich fahr gleich zu ihr und bringe ein paar Sachen ins Krankenhaus. Die wollen sie so richtig durchchecken, scheint mir.", fuhr Biggi fort und verabschiedete sich dann von ihnen. Die anderen gingen, da es anfing zu regnen, in den Aufenthaltsraum und Mark meinte: "Da darf ich die nächsten Wochen wohl Doppelschicht schieben." Gina zog eine ‚Bedauer-dich‘-Schnute und strich ihm über die Wange. "Mein armer Schatz.", flüsterte sie und gab ihn einen zärtlichen Kuss. "Ich sag Höppi mal Bescheid.", warf Enrico in den Raum und ging zu Höppis Büro.
Einige Kilometer entfernt klingelte Lisas Handy. "Ja, Lisa Wächter." "Guten Tag. Mein Name ist Klarksen. Sie haben versucht mich zu erreichen." "Ja, na endlich. Wo waren sie denn? Schon seit zwei Monaten bin ich nur dabei sie anzurufen." "Verzeihen sie, ich hatte ein halbes Jahr im Ausland zu tun. Was gibt es denn so wichtiges?" "Mein Vater, Thomas Wächter, ist vor zwei Monaten verstorben. Ich weiß, dass er ein Testament bei ihnen hinterlegt hat, falls ihm was zustößt." "Herr Wächter ist tot? Das tut mir für sie und ihre Schwester sehr leid. Es stimmt, ich habe ein Testament ihres Vaters zur Aufbewahrung. Darf ich fragen, wo sie jetzt leben?" "Bei unserem Patenonkel." "Ich werde mich so schnell es geht um alle Formalitäten kümmern. Ich melde mich dann wieder." "Ja, danke. Wiederhören.", beendete Lisa das Gespräch. Laura sah ihre große Schwester gespannt an. "Der Typ ist komisch. Sehr kurz angebunden. Wenn er alle Formalitäten erledigt hätte, würde er sich wieder melden." Laura zuckte die Schultern und kümmerte sich dann wieder um ihre Hausaufgaben. Lisa starrte noch eine Weile aus dem Fenster.
Karin lag mit eingegipstem Arm in einem der nicht enden wollenden Zahl an Krankenhausbetten in einem der vielzahligen Zimmern und wartete darauf, dass ihr jemand sagte, dass sie nach Hause könne. Nachdenklich blickte sie aus dem Fenster. Ihre Gedanken schweiften zu Michael und Dirk. Doch bald wurden diese von den Erinnerungen an Thomas überlagert und sie seufzte schließlich tief. Plötzlich wurde sie durch ein Klopfen aus den Entschweifungen gerissen und sie sagte kaum hörbar: "Herein." Ins Zimmer trat nun die Ärztin, die bereits mit Biggi und Enrico gesprochen hatte. "Frau Kollegin, mein Name ist Ronja Fandrich, ihre behandelnde Ärztin." Karin nickte stumm und beobachtete sie ruhig. Die rothaarige Frau erklärte ihr die Situation. Dann wollte sie gehen, drehte sich aber noch mal um. "Ach übrigens, gratuliere." Karin sah Dr. Fandrich konfus an. "Wozu?" Nun war es Frau Dr. Fandrich, die verwirrt zu ihrer Patientin sah. "Sie sind schwanger, Frau Thaler. Wussten sie das nicht?" Karin schüttelte ungläubig den Kopf. "Na dann, wünsche ich ihnen viel Glück" Mit diesen Worten verließ Dr. Fandrich das Zimmer. Karin starrte stumm vor sich her. Nach einigen Sekunden füllten sich ihre Augen mit Tränen und sie fing leise an zu schluchzen. Immer unkontrollierter liefen ihr die Tränen über die Wangen und ihr Schluchzen wurde lauter. Als mit einem Mal die Tür aufging, verstummte sie und konnte durch einen Tränenschleier Biggi sehen. Die schaute ihre Freundin erschrocken an. Schnell stellte sie die Tasche ab und setzte sich zu ihr. "Hey, Süße. Was ist los?" Karin schüttelte abwehrend den Kopf. "Lass mich. Bitte Biggi, lass mich in Ruhe. Geh!" Biggi verstand überhaupt nichts. Tat aber, was die Notärztin verlangte. "Ich habe dir ein paar Sachen mitgebracht. Sie sind in der Tasche." Karin nickte schluchzend und Biggi schloß die Tür leise hinter sich. Draußen blieb sie noch eine Weile stehen und überlegte, was passiert sein konnte. Dann suchte sie Dr. Fandrich. Karin war inzwischen zur Tasche gegangen und kramte nach ihrem Portemonnaie. Als sie es gefunden hatte, ging sie zurück ins Bett. Aus einem der Fächer holte sie ein Photo. Sanft strich sie über Thomas‘ Gesicht und fing wieder an zu schluchzen.
Biggi saß auf der Couch und nippte an einem Glas Rotwein. Enrico, der ihr gegenüber saß, beobachtete jede Regung ihres Gesichtes und des Körpers, aber sie schien nichts davon mit zu bekommen. "Biggi. Du bist so still. Wo bist du mit deinen Gedanken?" Sie sah ihren Freund an, als würde sie durch ihn hindurch schauen. Nach einer Weile sagte sie tonlos: "An Karin." Dann atmete sie tief ein und trank ihr Glas aus. Sie stellte es vor sich auf den Tisch und ging zum Fenster. Draußen war es stockduster und es regnete in Strömen. Enrico blickte sie stumm an. Er wartete, dass sie noch etwas sagte, aber auch sie blieb still und starrte ins Dunkel. Schließlich fragte er besorgt: "Was ist mit Karin? Warum machst du dir solche Sorgen um sie? Seit du ihr die Sachen gebracht hast, verheimlichst du mir doch etwas." Biggi blickte über die Schulter zu ihm. "Sie hat geweint." Er setzte sich gerade auf und schüttelte verständnislos den Kopf. "Als ich in ihr Zimmer gekommen bin, hat sie geweint. Ich wollte wissen, was sie hat. Doch sie hat mich weggeschickt." Die Pilotin schwieg eine Weile, dann drehte sie sich ruckartig um. "Enrico, was ist, wenn sie schlimmer verletzt ist, als sie uns gesagt hat? Ich will sie nicht auch noch verlieren.", schluchzte sie und die Tränen bahnten sich ihren Weg über ihre Wangen. Enrico ging zu ihr und nahm sie fest in seine Arme. "Das ist doch Quatsch, Biggi. Sie ist sicher selber mit den Nerven einfach nur am Ende." Vorsichtig schob er sie ein Stück von sich und nahm ihr Gesicht in die Hände. Er sah ihr tief in die Augen und meinte mit beruhigender Stimme: "Du wirst sehen, in den nächsten Tagen lacht sie wieder." Biggi nickte stumm und lächelte wieder leicht.
Am nächsten Tag saß die A-Crew bereits um sieben Uhr im Aufenthaltsraum und schlurfte ihren Kaffee. Jens gähnte herzhaft und steckte somit Peter und Mark auch an. "Schlaaafen.", forderte Peter mit geschlossenen Augen und Oliver in der Babyschale wiegend. Der Kleene schlummerte seelenruhig vor sich hin und ließ sich von keinem Geräusch um sich herum stören. "Babys haben es richtig gut.", meinte Mark seufzend. "Und Gina. Die liegt noch immer im Bett." Jens kam mit der zweiten Kanne Kaffee aus der Küche und goß jedem nach. "Anna frühstückt bestimmt gerade, muss ja auch in ner halben Stunde los." Er setzte sich und legte den Kopf auf die Arme. "Morgen.", kam Max froh gelaunt herein und schaute die müde Bagage grinsend an. Die drei blickten nur skeptisch zu ihm und Jens gähnte wieder. "Willst du mich auffressen?", fragte Max scherzhaft. "Was ist denn mit euch los? Lange Nächte gehabt oder was?" Peter nickte. "Oliver hatte Blähungen." Jens meinte: "Anna hatte Geburtstag und hat bis, weiß der Teufel wann, gefeiert." Alle blickten zu Mark und warteten auf seine Begründung, warum er so müde war. Doch er grinste nur und meinte: "War bei Gina." Der Mechaniker und der Rest der A-Crew rollte mit den Augen. "Hast du nichts anderes Kopf, wenn du am nächsten Tag arbeiten musst?", fragte Max gespielt entsetzt. "Nö.", war Marks kurze Antwort. Eine Stunde später trudelte auch Höppler ein und weitere 30 Minuten später kam Gina mit einem Beutel Brötchen. "Zweites Frühstück?", wollte sie lächelnd wissen. Mark ging auf seine Freundin zu und küsste sie sanft. "Du bist ein Schatz, Süße." Die anderen Stimmten ihn nickend zu. "Mir hängt der Magen schon in den Kniekehlen." Schnell verschwand Max‘ Hilfe im Gebäude und deckte den Tisch. Nachdem sie das zweite Frühstück verdrückt hatten, arbeitete es sich gleich viel besser, was natürlich sofort von der Rettungsleitstelle ausgenutzt wurde.
Währenddessen war Karin von einem Taxi nach Hause gebracht worden. Dort hatte sie erstmal ihre Tasche in eine Ecke gefeuert und war nun bei dem Versuch sich eine Tasse Kaffee mit nur einer Hand zu machen. Irgendwann gelang es ihr die Kaffeedose zu öffnen und das duftende Kaffeepulver in die Kaffeemaschine zu füllen. Während der Kaffee durchlief, ging sie zum Telefon und erblickte, dass jemand versucht hatte sie anzurufen. Sie schaltete den Anrufbeantworter ein und er brabbelte die übliche Ansage. Ihr lief es kalt den Rücken runter, als sie Thomas Stimme hörte. Dann wurden die Nachrichten abgespielt. "Guten Tag Frau Thaler. Hier spricht Philipp Klarksen. Schade, dass sie nicht da sind. Bitte rufen sie mich an, sobald sie wieder zu hause sind." Karin schnappte sich das schnurlose Telefon und wählte die Nummer, die sich inzwischen fast auswendig wusste. "Klarksen", meldete es sich am anderen Ende. "Guten Tag, hier ist Karin Thaler." "Frau Thaler, schön, dass sie anrufen. Ich habe einige wichtige Dinge mit ihnen wegen dem Tod von Herrn Wächter zu besprechen." "Ja, deswegen habe ich auch versucht sie zu erreichen. Thomas hatte mir einen Zettel in den Schreibtisch gelegt, dass ich mich bei ihnen melden soll, wenn ihm was passiert." "Herr Wächter hat bei mir ein Testament hinterlegt. Ich habe auch bereits mit seiner Tochter gesprochen. Dieses Testament betrifft sowohl sie als auch seine Töchter. Aus diesem Grund wäre es schön, wenn wir einen Termin finden könnten, an dem wir uns alle Treffen könnten." "Von mir aus momentan immer. Da ich mir den Arm gebrochen habe, kann ich demnächst so und so nicht arbeiten." "Da ist gut. Dann werde ich mich mit Herrn Wächters Töchtern kurz schließen und sie über den Termin informieren." "OK, bis dann." Karin legte auf und atmete erleichtert auf. Dann wählte sie eine andere Nummer.
Auf der Medikopterbasis war bereits Schichtwechsel. Mark nörgelte vor sich hin, während Peter und Jens sich schon umzogen, weil er Karins Schicht übernehmen musste. "Jetzt hör schon auf. Du wirst es schon überleben, mit uns zu fliegen.", neckte Biggi ihn armknuffend. Gina zog wieder ihre Bedauer-Dich-Schnute und gab ihm dann einen Kuss. "Ich bleib doch auch hier.", versuchte sie ihn zu motivieren. Enrico konnte über das Szenario nur lachen, als plötzlich die Türe aufschlug und Karin Biggi, die zu einer Salzsäule erstarrte, um den Hals fiel. "Ich seh die Mädchen bald wieder.", juchzte die Notärztin und wurde argwöhnisch von ihren Kollegen beobachtet, wie sie Biggi fast zu Boden warf. Biggi, noch immer unter Schock stehend, meinte tonlos: "Schön. Wie kommt’s?" Gina streckte sich zu Marks Ohr und flüsterte: "Sieh dir mal ihre Augen an." Mark stutzte anfangs, verstand dann aber, was Gina meinte. Seit Thomas‘ Tod hatten ihre Augen nicht mehr so gestrahlt. "Dieser Klarksen hat angerufen und Thomas hat ein Testament bei ihm hinterlegt. Zur Verlesung soll sowohl ich als auch Lisa und Laura kommen.", berichtete die blonde Frau überglücklich. Biggi, welche sich nun wieder gefasst hatte, versuchte die total hiplige Karin zu beruhigen. "Lass uns ein Stück gehen.", forderte sie ihre Kollegin auf und führte sie nach draußen. Die zurückgebliebenen schauten sich zuerst ernst, dann lächelnd und schließlich lachend an. "Ich habe Karin lange nicht mehr so erlebt.", sagte Peter mit Tränen in den Augen. "Sie scheint richtig glücklich zu sein." "Kein Wunder, die Mädchen sind sozusagen ihre Familie.", fügte Enrico hinzu. "Vielleicht sogar inzwischen wie ihre eigenen Töchter.", spekulierte Gina leicht lächelnd. "Ich kenn sie noch nicht so lange, um darüber was sagen zu können. Aber ich weiß, dass Mutterliebe sehr weit gehen kann. Da seh ich ja an meiner Ex und Anna.", tat Jens seiner Meinung kund. "Mutterliebe? Meint ihr?", fragte Mark skeptisch. Peter blickte geschockt zu ihm: "Also, lange genug haben sie ja zusammen gelebt. Ich kann mir schon vorstellen, dass Karin so was für die Mädchen entwickelt hat. Manchmal hatte ich ja auch das Gefühl, dass zwischen ihr und Thomas was läuft." Enrico stimmte ihm zu und auch Gina nickte. Mark zuckte mit den Schultern und meinte: "Darüber kann ich nichts sagen, ich bin weder eine Frau noch habe ich Kinder. Fazit ich kann sowas wohl nicht verstehen." Gina grinste ihn frech an: "Das mit den Kindern lässt sich ändern." Alle fingen an zu lachen.
Fortsetzung
Bereits eine Woche später saß Karin in einem Taxi nach München. Sie blickte aus dem Fenster und tat das, was sie wohl seit ihrer Kindheit nicht mehr gemacht hatte. Vor Nervosität knabberte sie an ihrem Daumennagel und bemerkte überhaupt nicht, dass sie die ganze Zeit von einem grinsenden Fahrer beobachtet wurde. "Warum sind sie denn so nervös? Wenn ich fragen darf?", versuchte er ein Gespräch zu beginnen. Sie blickte ihn überrascht an. "Nervös? Ich?" Er lachte kurz und meinte dann mit wohlwollender Stimme: "Ihr Daumennagel existiert bald nicht mehr." Mit weit aufgerissenen Augen schaute sie erst ihn dann ihre Hand an. Plötzlich stand ihr die Verlegenheit ins Gesicht geschrieben. Doch der Taxifahrer lachte wieder und beruhigte sie: "Ich hab schon schlimmere Arten von Nervosität erlebt, das können sie mir glauben. Einmal hatte ich einen Bräutigam zu chauffieren. Der war so aufgeregt, dass er mir hier rein gereihert hat." Karin sah ihn ungläubig an und musste dann lachen. "Da, jetzt sind sie wieder ruhiger." Sie nickte lächelnd und bedankte sich. Anschließend fing sie an zu erzählen: "Vor zwei Monaten ist einer meiner Kollegen gestorben. Er, seine Töchter und ich haben in einem Haus gewohnt. Die Mädchen sind zu ihrem Patenonkel gekommen und ich leb jetzt allein in dem großen Haus. Thomas, der Kollege, und ich sind gut drei Monate vor seinem Tod zusammen gekommen. Keiner hat es bemerkt, nicht mal Lisa und Laura. Jetzt wurde ich bei einem Einsatz verletzt. Sie müssen wissen, ich bin Notärztin bei Medikopter 117. Auf jeden Fall hat man mir im Krankenhaus gesagt, dass ich schwanger bin." Ihre Stimme bebte und ihre Augen füllten sich mit Tränen. "Als ich wieder zu Hause war, hat Thomas‘ Anwalt angerufen. Er hat ein Testament und jetzt bringen sie mich zur Testamentseröffnung, wo ich Lisa und Laura endlich wiedersehe." Sie lächelte, aber trotzdem liefen die Tränen frei über ihre Wangen. Der Taxifahrer sah sie mitleidig an. "Ich kann mir denken, wie sie sich fühlen. Meine Frau ist vor fünf Monaten an Krebs gestorben und ich sorge jetzt alleine für unsere beiden Kinder." Den Rest der Fahrt schwiegen beide.
Lisa und Laura saßen bereits ungeduldig im Vorraum des Büros von Herrn Klarksen. Ihr Patenonkel holte gerade etwas zu trinken. Unsicher sah Laura sich um. "Auf was warten wir eigentlich noch?" Lisa zuckte mit den Schultern und meinte: "Der Klarksen ist noch nicht da." Laura stand auf und lief im Zimmer umher, als plötzlich ihr Patenonkel rein kam. Er lächelte und meinte: "Nun beruhige dich mal wieder. Anwälte haben auch andere Verpflichtungen als zwei Mädchen das Testament ihres Vaters vorzulesen." Der Mann fing sich einen bösen Blick von Lisa ein. Ihr Patenonkel war ihr in den zwei Monaten, in denen sie bei ihm gelebt hatten, unheimlich unsympathisch geworden. Er hatte eine Art, die beiden auf den Arm zu nehmen, die sie auf den Tod nicht leiden konnte. Anders ging es ihr bei der Patentante auch nicht. Die war unheimlich über fürsorglich. Sicher sie hatten ihren Vater verloren, aber deswegen brauchten die beiden noch lange nicht wie Babys behandelt zu werden. Er reichte den beiden je einen Becher mit heißer Schokolade.
Herr Klarksen kam gerade ins Foyer und lief in Richtung Fahrstuhl, als er von einer blonden Frau angehalten wurde. "Entschuldigen sie. Können sie mir sagen, wo ich das Büro von Herr Klarksen finde?" Er stutzte und sagte dann lächelnd: "Ich stehe vor ihnen. Frau Thaler?" Karin atmete erleichtert auf und nickte ebenfalls lächelnd. "Kommen sie. Herr Wächters Töchter sind bestimmt schon da." Sie folgte dem Anwalt zum Aufzug und sie stiegen ein. "Wie war ihre Fahrt?", erkundigte sich der Mann. "Angenehm, danke. Wissen die Mädchen, dass ich komme?" Er schüttelte den Kopf. "Ich habe mir gedacht, so ist es eine schöne Überraschung für die beiden." Im dritten Stock stiegen sie aus und der großgewachsene Mann eilte voraus. Nach einigen Metern bog er nach rechts in eine Tür. "Guten Tag. Mein Name ist Christian Klarksen. Lisa? Laura? Es freut mich euch kennen zu lernen. Ich hab sogar eine Überraschung für euch mitgebracht." Karin war wie angewurzelt stehen geblieben, als sie die Stimmen der Mädchen vernahm. "Überraschung? Abgesehen von dem Testament?" "Na ja, ein bisschen was mit dem Testament hat es zu tun." Er stellte seine Tasche ab und hängte die Jacke auf. Dann ging er zurück zur Tür und lächelte Karin wohlwollend an. "Nun kommen sie schon rein. Die beiden werden ihnen schon nicht den Kopf abreißen.", forderte er die Ärztin auf, die noch immer wie eine Salzsäule dastand. Langsam löste sich ihre Starre und sie lächelte verlegen. Die Mädchen schauten sich im Raum irritiert an und gingen auch zur Tür, da sich nichts rührte. Als sie Karin sahen bekamen sie große Augen und starrten sie ungläubig an. "Hey, Mädels.", begrüßte sie die blonde Frau mit Tränen in den Augen. "Karin!!!", riefen die beiden und fielen ihr stürmisch um den Hals. "Ich habe euch so vermisst. Das Haus ist so einsam ohne euch.", schluchzte sie, während sie die beiden, so gut es mit einem eingegipsten Arm ging, an sich drückte. "Wir dich auch." Lisa löste sich von der Freundin und begutachtete ihren Arm skeptisch. "Was ist passiert?" Nun erblickte auch Laura den Gips und sah Karin fragend an. "Steinschlag, halb so schlimm. Ist ein glatter Bruch.", versuchte sie die beiden zu beruhigen. Herr Klarksen hatte die drei eine Weile beobachtet und meinte nun. "Kommen sie rein. Dann können wir es schnell hinter uns bringen." Sofort betraten die drei Damen sein Büro und setzten sich auf die Plätze, die er ihnen zuwies. Er nahm auf der anderen Seite des Schreibtisches Platz und öffnete seine Tasche, aus der er einige Mappen holte. Eine schlug er auf und ein Brief kam zum Vorschein. "So, hier drin ist das Testament von Herrn Wächter. Sind sie bereit?" Die Mädchen und Karin nickten tief einatmend. Er öffnete den Umschlag und schlug ein Blatt Papier auf. Noch einmal sah er die vor ihm Sitzenden an und lächelte. Dann begann er zu lesen: "Ich, Thomas Wächter, verfüge im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte mit diesem Testament, dass im Falle meines Todes das Haus an Doktor Karin Thaler überschrieben wird und alle Rechte an meinen Konten an sie übergehen. Zu dem übertrage ich ihr, mit ihrer einzuholenden Einverständnis, das Sorgerecht für meine Töchter Lisa und Laura Wächter. Andernfalls geht es an die Pateneltern der beiden, Familie Klaus Böttcher. Thomas Wächter." Karin und die Mädchen sahen ihn ungläubig an und bemerkten gar nicht, dass sie noch immer die Luft anhielten. Schließlich löste Lisa sich aus ihrer Starre und blickte fragend zu Karin. Mit Tränen fragte sie: "Karin, bist du einverstanden." Auch Laura sah auf eine Antwort wartend zu der Notärztin, die noch immer vor sich hin starrte. Ihre Augen füllten sich langsam mit Tränen, die sich einen Weg über ihre Wangen suchten. Dann blickte sie zu den beiden und zog sie an sich. "Natürlich, ich liebe euch doch.", antwortete sie endlich schluchzend.
Da Karin noch immer krank geschrieben war, bekam die Medikoptercrew nichts von den Veränderungen im Hause Thaler und nun inzwischen wieder Wächter mit. Die Mädchen waren heilfroh wieder in ihre alten Klassen gehen zu können und etwas mit ihren Freunden zu unternehmen. Zur negativen Überraschung von Karin tauchte bereits nach einer Woche Thomas Mutter auf um zu sehen, wer jetzt auf ihre Enkelinnen aufpasste. Zwar kannte diese Karin aus den Erzählungen ihres Sohnes, war aber trotzdem sehr skeptisch, ob eine Frau mit einem ‚so einnehmenden‘ Beruf genug Zeit haben würde, damit die Mädchen nicht verwahrlosten. Diese Einstellung führte recht schnell dazu, dass Karin und Frau Wächter sich in die Haare kriegten. "Keine Sorge, wir haben es bis jetzt geschafft, also werden wir es jawohl auch in Zukunft schaffen." "Dieser Meinung bin ich nicht. Immerhin war bis jetzt ja auch Thomas noch da und so weit ich weiß, arbeiten sie in Schichten und sie und mein Sohn waren in verschiedenen Teams." "Das ist richtig, aber wie sie sehen, bin ich im Moment so und so nicht in der Lage meinen Dienst zu tun." Demonstrativ hob Karin ihren eingegipsten Arm. "Was ist, wenn sie wieder gesund sind. Dann sind die Mädchen hier alleine. Wenn da was passiert." Lisa und Laura hatten bis jetzt schweigend daneben gesessen. "Ich bin nicht der Meinung, dass sie kompetent genug sind, sich um zwei Kinder zu kümmern." Lisa schnaubte und meinte dann in gefährlich ruhigen Ton: "Oma, wir sind nicht mehr fünf Jahre alt. Außerdem wenn Papa Karin das zutraut, vertraue ich ihr auch. Dazu kommt, dass Karin genug Kollegen hat, mit denen wir alle befreundet sind und die werden sicher auch mal nach uns sehen, wenn du so besorgt bist." Frau Wächter sah ihre ältere Enkeltochter entsetzt an. "Was hat sich euer Vater bloß dabei gedacht, ihr das Sorgerecht zu überschreiben?", sagte sie kopfschüttelnd und stand auf. Karin erhob sich ebenfalls und meinte mit fester Stimme: "Ich sage ihnen, was er sich gedacht hat. Er dachte, die Mädchen sollten nicht aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen werden, weg von den Menschen, die sie lieben und von denen sie geliebt werden. Ich wohne seit ewigen Zeiten mit ihm und den beiden in diesem Haus. Inzwischen sind sie für mich zu meiner Familie geworden und ich liebe sie wie meine eigenen Kinder." Auch die Mädchen waren aufgestanden und hatten sich neben Karin gestellt, die sie in den Arm genommen hatte. "Und ich liebe Thomas, auch wenn er nicht mehr bei uns ist. Und ich werde ihn weiterhin lieben. Ich weiß nicht, ob Lisa und Laura es bemerkt hatten..." Liebevoll sah sie die Mädchen lächelnd an. "...aber Thomas und ich waren seit geraumer Zeit zusammen." Ohne auf eine Reaktion von Seiten Frau Wächters zu warten, verließ Karin die Küche und lief die Treppe hoch. Lisa und Laura sahen sich an, dann wand sich Laura an ihre Großmutter und meinte leise: "Super gemacht Oma, jetzt weint sie wieder." Daraufhin gingen auch die beiden die Treppe hoch. Vorsichtig klopften sie an Karins Tür. "Karin, dürfen wir rein kommen?" Sie erhielten keine Antwort. Laura öffnete leise die Tür und steckte ihren Kopf durch den Spalt, dann öffnete sie sie weiter und trat ein. Das Zimmer war leer. "Sicher bei Papa.", meinte Lisa traurig und Laura nickte. "Ich glaube wir sollten ihr etwas Zeit geben."
Biggi saß über einem Einsatzbericht und kaute an einem Bleistift herum. Irgendwie schweiften ihre Gedanken immer wieder zu Karin. Bereits zwei Wochen war es her, dass die Kollegin sich gemeldet hatte. Plötzlich wurde sie von Enrico aus ihren Gedanken gerissen, der sie von hinten umarmte. Überrascht blickte sie nach oben und lächelte dann matt. "Denkst du wieder an Karin?" Sanft streichelte er ihr über die Wange. Sie nickte seufzend. "Ich mach mir langsam Sorgen. Wir haben lange nichts von ihr gehört." Der Sanitäter grinste. "Die wird sich schon noch melden." Von draußen ertönten zwei Stimmen, die sich anscheinend stritten. Kurz darauf erschien Gina im Flur und nach ihr Mark. "Nein, da mach ich nicht mit.", schrie sie aufgebracht. "Ich denke, du machst dir auch Sorgen." "Ja schon. Aber wenn sie unsere Gesellschaft bräuchte, würde sie sich doch melden. Frauen wollen eben wie ihr Männer auch mal allein sein." "Wenn wir sie überraschen, freut sie sich aber bestimmt. Ein bisschen Grillen und nach zwei, drei Stunden gehen wir wieder." "Vergiss es, ohne mich." Jetzt sagt doch auch mal was.", wand sich Mark hilfesuchend an Biggi und Enrico. "Wenn du uns sagst um was es geht.", stellte Enrico als Bedingung. "Na ja, Jens, Peter, Max und ich haben uns überlegt Karin zu besuchen und bei ihr zu grillen, als Überraschung, weil sie sich so lange nicht gemeldet hat. Gina denkt, es wäre keine gute Idee." Biggi und ihr Freund sahen sich grübelnd an, zuckten mit den Schultern und Biggi meinte schließlich: "Die Idee ist nicht schlecht, stimmt und ich mach mir ebenfalls Sorgen. Aber Gina hat Recht, Karin wird ihre Gründe haben, wenn sie sich nicht meldet." Enrico nickte zustimmend. "Sie ist sicher für so was zu haben. Aber vor zwei Wochen war doch die Verlesung von Thomas Testament. Vielleicht ist sie ja gar nicht zu Hause und muss irgendwas regeln. Außerdem wollte sie doch die Mädchen adoptieren. Das dauert auch ne Weile, bis da alles geklärt ist." Mark seufzte, schaute die drei an und meinte dann: "Ihr seid also dagegen." Alle nickten. Mark ließ den Kopf hängen und verließ den Aufenthaltsraum.
Karin lag seit zwei Stunden auf Thomas Bett und schluchzte vor sich hin. Immer wieder liefen ihr Tränen über die Wangen und befeuchteten das Kopfkissen. Vor einer halben Stunde hatte sie gehört wie sich Frau Wächter von den Mädchen verabschiedet hatte. Auch hatte die ältere Frau ‚Auf wiedersehen Frau Thaler‘ die Treppe hoch gerufen aber Karin war still geblieben. Abermals klopfte es. "Karin, ich hab dir was zu essen gemacht. Ich stelle es vor die Tür.", erklang sanft Lauras Stimme. "Danke.", schluchzte die blonde Frau. Laura lächelte vor der Tür und ging die Treppe wieder runter. "Und?", wollte Lisa wissen, die auf der Couch saß und Fernsehen sah. "Sie hat sich bedankt. Zwar schluchzend aber immerhin hat sie etwas gesagt." Lisa nickte zufrieden. "Das ist gut." Die beiden saßen bereits eine halbe Stunde schweigend neben einander, als sie mit einen Mal hörten, wie ein Tür aufgerissen wurde, jemand durch den Flur rannte und eine zweite Tür klappte. Erschrocken blickten die beiden zu einander, sprangen auf und rannten die Treppe hoch. Die Tür zum Zimmer ihres Vater stand offen. Die beiden lauschten und konnten dann ein Würgen hören, dass aus dem Bad kam. Leise klopften sie, konnten aber nur hören, dass Karin sich übergab. Lisa riss die Tür auf und sah die junge Ärztin vor der Toilette sitzen. Sie schluchzte und musste sich wieder übergeben. Laura ging zu ihr und hielt die Haare zurück. "Schon gut. Wir sind da.", flüsterte sie und strich langsam über Karins Rücken. Lisa hatte inzwischen einen Lappen aus dem Schrank genommen und ihn nass gemacht. Sie kniete sich neben Karin, welche ihren Kopf stützte und versuchte ruhig zu atmen. Lisa reichte ihr den Lappen und Karin säuberte sich den Mund. Leise flüsterte sie ein Danke und sah die Mädchen aus vom Weinen roten Augen an. Laura half ihr auf die Beine und zusammen gingen sie zurück in Thomas Zimmer. Dort legte sich Karin wieder hin und die Mädchen setzten sich neben sie. "Geht es wieder?", fragte Lisa Karin über die Wange streicheln. Die nickte und Laura wollte wissen: "Sollen wir Mark anrufen?", worauf Karin den Kopf schüttelte. "Der kann mir auch nicht helfen." Die Mädchen sahen die lächelnde Ärztin fragend an. "Ich muss euch was erzählen, dass ich nicht gerade vor eurer Großmutter ausbreiten wollte. Ich hoffe ihr freut euch. Ich tue es und sehe es als Zeichen, dass euer Vater noch immer bei uns ist. Ihr wisst ja, dass wir zusammen waren." Sie sprach langsam und die Mädchen nickten immer wieder. "Na ja..." Karin druckste herum und strich sich unbemerkt von den Mädchen über den Bauch. "Was ist los Karin?", erkundigte sich Laura besorgt. "Hey kein Grund zur Sorge." Langsam setzte sie sich auf, nahm die Hände der Mädchen in ihre und forderte: "Schließt die Augen!" Dann legte sie die Hände auf ihren Bauch und flüsterte: "Ich bin in der 14 Woche schwanger." Die beiden Wächtermädels rissen die Augen auf und schauten ungläubig zwischen Karins Gesicht und ihrem Bauch, auf dem die eigenen Hände lagen hin und her. Dann fingen sie an zu lachen und umarmten Karin so stürmisch, dass sie zusammen nach hinten aufs Bett fielen. "Ah, nicht so doll.", rief die Ärztin lachend.
"Also, kein Überraschungsbesuch.", stellte Peter schmollend fest. Mark schüttelte betrübt den Kopf. "Was machen wir jetzt mit dem Fleisch?", wollte Max wissen und schaute in die Kühltasche. "Hier grillen. Genug haben wir ja gekauft, um uns einen schönen Abend zu machen.", erwiderte Jens grinsend und ging zum hinteren Teil des Hangars und holte den Grill vor. "Warum eigentlich nicht?" Mark nickte und stand auf. "Vielleicht machen unsere Negativen ja da mit." Damit drehte er sich um und spazierte Richtung Aufenthaltsraum. Biggi, Enrico und Gina saßen am Tisch und unterhielten sich. "Sie wollte die beiden wirklich adoptieren?" Biggi nickte. "Karin fühlt sich unheimlich einsam in dem großen Haus. Kann ich aber verstehen, schließlich haben sie bis jetzt zu sechst dort gelebt. Jetzt so ganz allein, würde ich auch nicht verkraften. Enrico und Gina nickten, als Mark den Raum betrat, zu Gina ging, ihr einen Kuss auf die Stirn gab, sich neben sie hockte, umarmte und dann endlich meinte: "Macht ihr wenigstens mit, wenn wir hier grillen. Das Fleisch muss auf jeden Fall weg und Jens hat schon den Grill rausgeholt." Bettelnd sah er von einem zum anderen. Gina lächelte: "Wie kann ich so einem Blick widerstehen." Damit gab sie ihm einen zärtlichen Kuss, der bald leidenschaftlicher wurde. Dies ließen Biggi und Enrico sich nicht vormachen und versanken bald auch in einem tiefen Kuss. Diese zärtlichen Berührungen wurden von einem über beide Ohren grinsenden Peter unterbrochen. "Ich störe nur ungern, aber weiß jemand, wo wir letztes Mal den Grillanzünder verstaut haben?" Oliver, der auf dem Arm seines Papas war, griente ebenfalls und plapperte aufgeregt. Mark löste sich widerwillig von Gina und meinte: "Versuch es mal im Kühlschrank oder ganz oben auf dem Regal im Hangar." Auch Biggi hatte sich von Enrico gelöst um dem Duo hinterzuschauen, wie es aus dem Raum hüpfte. "So ein kleiner Fratz wäre doch schön, oder Liebling." Sie sah ihren Sani ganz verliebt an und er gab ihr als Antwort nur einen sanften Kuss.
Lisa und Laura saßen wieder vor dem Fernseher. Sie hatten das Zimmer verlassen, nachdem Karin schließlich eingeschlafen war. Nun stand sie mit verschlafenden Augen in der Tür und gähnte herzhaft. Die Mädchen hielten vor Schreck die Luft an und Lisa meinte: "Muss du uns so erschrecken." Karin grinste entschuldigend und schlenderte in die Küche, wo sie sich einen Kaffee machen wollte. Jedoch nahm ihr Lisa die Kaffeedose aus der Hand und ihre Schwester meinte: "Nicht in deinem Zustand. Ab heute steigst du auf Tee über." Karin sah die beiden skeptisch an, ging dann aber seufzend zu einem anderen Schrank und holte eine Teedose raus. Als sie zehn Minuten später am Küchentisch saßen, meinte die blonde Ärztin: "Was haltet ihr davon, wenn wir zur Basis fahren. Die Leutchen haben jetzt zwei Wochen nichts von mir gehört und machen sich sicher Sorgen." Die Idee fanden die Geschwister gut und eine halbe Stunde später saßen sie im Auto.
Die Truppe saß an einem langen Barbecuetisch und ließ sich das gegrillte Fleisch schmecken. Karin und die Mädchen standen eine Weile grinsend am Hangar und lauschten der angeregten Unterhaltung. Schließlich meinte Karin laut: "Sagt mal, ist für drei weitere hungrige Mägen noch was übrig?" Die Köpfe der anderen schnellten rum und Biggi sprang freudig auf und umarmte ihre Kollegen und wenig später auch Lisa und Laura. "Oh mein Gott, haben wir euch vermisst." Kurz darauf hatten sich auch die anderen um die drei Neuankömmlinge gescharrt und begrüßten die Mädchen freudig.
Am selben Abend noch eröffnete Karin den anderen ihre Schwangerschaft und die Beziehung zu Thomas. Fünf Monate später brachte Karin einen kerngesunden Jungen zur Welt und nannte ihn Thomas Michael. Am Tag der Taufe des Kleinen, heirateten Enrico und Biggi, sowie Gina und Mark.
The End
Copyright 2004: Kristina