Queen Of My Heart (Teil 3)

" Das verletzte Mädchen – es ist Laura." Stammelt Peter. "Wir sind hier im Klinikum Traunstein; Thomas ist völlig fertig. Karin... könntest du vielleicht herkommen?" "Ja klar." "Und kann Biggi bitte auch mitkommen? Einer muss den Heli zurückfliegen; ich glaube nicht, dass Thomas dazu in der Lage ist." "Wir sind schon unterwegs."

 

Klinikum Traunstein, 17 Uhr

"Es ist bestimmt nicht so schlimm wie es aussieht. Laura wird wieder gesund werden" versucht Peter Thomas zu trösten. Doch Thomas nimmt Peters‘ Worte gar nicht wahr – er sitzt völlig in sich zusammengesunken vor dem OP. "Hey, da sind Biggi und Karin" murmelt Peter und geht den beiden entgegen. "Was ist denn passiert? Wie geht es Laura?" will Karin wissen. "Sie wird gerade operiert. Die Schulklasse war auf einer Bio-Exkursion. Beim Versuch Bodenproben zu entnehmen ist sie vom Weg abgekommen und einen Steinhang hinuntergestürzt. Ein Felsbrocken hat sich in ihren Bauch gebohrt." "Oje, das hört sich ja übel an." Seufzt Karin. "Und was ist mit Thomas?" "Er ist fix und fertig. Ich komme überhaupt nicht an ihn ran," antwortet Peter. "Ich geh gleich mal zu ihm", sagt Karin. "Ok, dann geh ich schnell mal einen Kaffee holen; und Biggi, könntest du nach dem Heli sehen? Er steht noch immer auf dem Hubschrauberlandeplatz." "Mach ich" erwidert Biggi und folgt Peter nach draußen.

"Man wie lange dauert das denn noch. Ich halte das nicht mehr aus!" schreit Thomas und springt auf. "Thomas, du darfst dich nicht verrückt machen; so eine OP dauert mehrere Stunden." Versucht Karin Thomas zu beruhigen. "Komm setz dich wieder hin." Erschöpft lässt sich Thomas auf den Stuhl sinken. " Ich... " setzt Thomas zu Sprechen an, als sich die Tür zum OP öffnet und Mark an der Seite eines Arztes heraukommt. "Mark, was ist mit Laura? Wie geht es ihr? Kann ich zu ihr?" "Thomas, wir haben getan was wir konnten, aber sie hat sehr viel Blut verloren. Thomas, es tut mit so leid, aber sie ist ins Koma gefallen." "Nein, das ist nicht wahr! Sag, das das nicht wahr ist! Bitte sag,... das das nicht wahr ist" schluchzt Thomas. "Es tut mir so leid" flüstert Mark. "Mark, bitte sag mir die Wahrheit: wie...wie stehen ihre Chancen...? "50 Prozent" stammelt Mark nach einer kurzen Pause. "Kann ich zu ihr?" "Heute nicht mehr, aber morgen früh." Karin, die die ganze Zeit stumm daneben gestanden hat und geschockt das Gespräch mitverfolgt hat, ergreift schließlich die Initiative. "Komm Thomas, ich bringe dich nach Hause. Du kannst im Moment nichts für Laura tun" redet Karin Thomas zu und nimmt ihn sanft am Arm.

 

Zuhause bei Thomas und Karin, 20 Uhr

"Wie konnte das nur passieren? Ich versteh’s einfach nicht." murmelt Thomas. "Man, ich kann doch hier nicht einfach so rumsitzen und abwarten; ich muss sofort zu Laura." Schreiend springt Thomas auf. "Thomas, du hast doch gehört was der Arzt gesagt hat: Laura braucht absolute Ruhe; du kannst nicht vor morgen früh zu ihr" versucht Karin ihn zu beruhigen. "Mmmh, du hast ja recht, aber diese Ungewißheit macht mich fertig" brummt Thomas und sinkt langsam zurück auf’s Sofa. "Kann ich irgendwas für dich tun?" "Karin – sei mir bitte nicht böse, aber ich wäre jetzt gerne ein wenig alleine." "Ok. Wenn irgendwas ist, ich bin dann oben."

 

 

Am nächsten Tag, Basis, 9.30 Uhr

"Enrico, kannst du mir auch einen Kaffee einschenken?" ruft Biggi. "Hallo zusammen" ruft Karin. "Hallo Karin, wie geht’s Laura? will Biggi wissen. "Sie ist noch immer ohne Bewußtsein; Thomas ist seit heute früh bei ihr." "Und wie stehen ihre Chancen?" "Tja, schwer zu sagen, was endgültiges lässt sich erst in ein paar Tagen sagen, aber je länger sie bewußlos ist, desto mehr sinken die Chancen, dass sie wieder ganz gesund wird" seufzt Karin. "Der arme Thomas. Wenn wir ihm nur irgendwie helfen könnten." "Das habe ich gestern schon versucht, aber er lässt keinen an sich heran." "Und was ist eigentlich mit Lisa?" "Die ist noch im Schullandheim. Thomas hat gemeint, dass es am Besten ist, wenn sie die nächsten Tage noch dort bleibt."

 

Kurze Zeit später

"Du Biggie, ich gehe nachher mal kurz ins Krankenhaus zu Thomas, denn er war heute früh als ich aufgestanden bin schon weg", erklärt Karin.

 

Klinikum Traunstein, 11 Uhr

Auf den Weg zur Intensivstation begegnet Karin einem alten Studienkollegen, der der behandelnde Arzt von Laura ist. "Hallo Benni ,und gibt es etwas Neues von Laura"?, erkundigt sich Karin. "Alles unverändert nach wie vor ", teilt Benni mit. Karin nimmt diese Nachricht seufzend auf. "Du kannst ja gerne mal selber nach ihr schauen, Herr Wächter ist schon seit heute früh bei ihr". "Okay dann schau ich mal nach den beiden".

Karin will gerade den Raum betreten, doch dann hält sie inne: Thomas sitzt an Lauras Bett, streichelt ihre Hand und redet mit sanfter Stimme auf sie ein. "Hey wir beide schaffen das schon, das wäre doch gelacht. Wir haben doch schon ganz andere Dinge überstanden. Und wenn du wieder gesund bist, dann versprech ich dir, dann fahren wir alle drei Lisa, du und ich zusammen in den Urlaub. Und du darfst dir aussuchen wohin. Das hast du dir doch schon so lange gewünscht. Du musst nur ein wenig kämpfen – bitte Laura."

Noch immer steht Karin wie gelähmt vor dem Raum und kann den Blick nicht von den beiden abwenden. Wie in Zeitlupe laufen sämtliche Szenen, die sie mit Thomas und den Mädels erlebt hat vor ihren Augen ab. Es war nicht auszudenken, wenn Laura es nicht schaffen würde. Thomas und die Mädels waren wie eine Familie für sie und mit einem Mal wird ihr bewusst, dass Thomas für sie vielleicht auch mehr als nur ein guter Freund ist.

Langsam dreht Karin sich um geht den Gang entlang Richtung Ausgang.

Zur Fortsetzung...

 

Copyright 03: Chris & Caro

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