Queen Of My Heart ( Teil V )

 

Klinikum Traunstein

"Herr Wächter, es tut mir leid ihnen im Moment nichts anderes sagen zu können. Wir können uns das alles auch nicht erklären, aber fest steht, dass Laura ihre Beine nicht bewegen kann. Das heißt aber nicht, dass sich das nicht wieder geben kann; denn es liegt keine irreparable Verletzung der Wirbelsäule oder des Rückenmarks vor. Es ist nur eine Frage der zeit bis Laura wieder laufen kann;" "Heißt das, sie ist ...gelähmt?" "Ihm Moment, leider ja." "Kann ich zu ihr?" bittet Thomas. "Natürlich." Erschüttert von der Hiobsbotschaft verlässt Thomas das Büro von Dr. Waldmann. Er will gerade die Tür zu Lauras Zimmer öffnen, als Karin auf ihn zueilt. "Tut mir leid, aber es ging nicht schneller. Was ist mit ihr?" fragt Karin aufgeregt. "Sie...sie kann ihre Beine nicht bewegen." antwortet Thomas mit leiser Stimme. "Oh mein Gott, das ist ja furchtbar. Hast du schon mit dem Arzt gesprochen?" "Gerade eben; er meint es liegen keine schwerwiegenden Verletzungen vor; es handelt sich um eine Blockade, die sich jederzeit wieder lösen kann... ihr Ärzte immer mit eurem Fachchinesisch..." "Soll ich mal mit dem Arzt reden?" "Das wäre lieb von dir." "Ist doch selbstverständlich. Und Laura, warst du schon bei ihr?" "Nein, ich will gerade zu ihr. Aber sag mal, hast du nicht Dienst?" "Doch, ich wollte nur schnell nach euch schauen. Wenn ich irgendwas tun kann...?" "Danke, aber es geht schon." "Ok. Bis heute abend." sagt Karin und verabschiedet sich mit einem schnellen Kuss.

 

Abends bei Thomas und Karin Zuhause

"Oh man bin ich fertig – das war ein Tag" stöhnt Thomas und lässt sich fix und alle auf den Küchenstuhl fallen, während Karin Kaffee kocht. "Hey, das ist echt furchtbar, aber ich bin sicher, dass Laura bald wieder laufen kann" versucht Karin Thomas zu trösten und hält liebevoll seine Hand. "Du Karin, ich muss mit dir reden." "Was ist denn?" " Du und ich...das mit uns...ich denke wir können im Moment einfach nicht zusammen sein." Karin schaut ihn völlig entgeistert an. "Aber..." stammelt sie. "Karin, ich liebe dich! Und gerade weil ich dich liebe werde ich dich loslassen. Ich werde meine ganze Kraft und Liebe für Laura und Lisa brauchen. Ich würde dir nur weh tun – du hast was besseres verdient, glaub mir." Bringt Thomas schweren Herzens über die Lippen. Karin hat die ganze Zeit fassungslos zugehört. "Thomas, das kann nicht dein Ernst sein; wir werden das zusammen durchstehen. Die Mädchen stehen freilich an erster Stelle, das ist doch klar, aber deswegen brauchst du dir keine Gedanken machen; wir..." "Machen wir uns doch bitte nichts vor; es ist das beste, wenn wir uns trennen. Es...es bricht mir das Herz den Menschen, den ich liebe gehen zu lassen, aber ich muss jetzt an die Mädels denken, sie haben doch nur noch mich. Bitte mach’s uns doch nicht so schwer" bittet Thomas als er die Tränen in Karins Augen sieht. Kurz darauf liegen sich die beiden in den Armen. "Ich verstehe es zwar nicht, aber ich werde es akzeptieren" schluchzt Karin.

 

Am nächsten Tag, 8.30 Uhr, Basis

Biggi und Enrico steigen gerade aus dem Auto, als Karin auf den Parkplatz fährt. "Geh ruhig schon mal rein, ich warte schnell auf Karin" sagt Biggi zu Enrico. "Morgen Karin." "Hallo" sagt Karin ohne zu lächeln. "Wir hätten heute fast verschlafen, weil Enrico wieder mal vergessen hat den Wecker zu stellen" erzählt Biggi als sie merkt, dass Karin gar nicht zuhört. "Ist alles in Ordnung mit dir?" "Klar, ich gehe mich dann mal umziehen" sagt Karin und geht zu den Umkleidekabinen. "Ich glaube mit Karin stimmt was nicht, sie war eben so komisch" sorgt sich Biggi als sie den Aufenthaltsraum betritt. "Ach Schatz, du siehst wieder mal Gespenster" grinst Enrico. "Ich glaube ich schaue besser mal nach ihr" erwidert Biggi.

Als sie die Umkleide betritt, muss Biggi erstmal schlucken. Karin sitzt tränenüberströmt an ihren Spind gelehnt auf dem Boden und schluchzt bitterlich. "Karin, was ist denn los?" sagt Biggi und eilt zu ihrer Kollegin. "Komm, beruhige dich doch, was hast du denn?" Sanft streicht ihr Biggi über den Arm. "Es geht schon...danke" schluchzt Karin. "Hey, mir kannst du es ruhig sagen, hm? Ist es wegen Chris?" "Ach Biggi, es ist alles so kompliziert" schnieft Karin. "Komm mal her" sagt Biggi und nimmt Karin erst einmal in den Arm. "und dann erzählt du mir die ganze Geschichte, ok?" Nachdem Karin sich einigermaßen beruhigt hat, richtet sie sich langsam auf. "Es ist wegen Thomas..." "Wegen Thomas?" "Wir haben miteinander geschlafen" fährt Karin fort und schaut Biggi an. Diese ist im ersten Moment sprachlos. "Ich.. ich liebe ihn; schon die ganze Zeit, aber ich wollte es mir nicht eingestehen. Erst jetzt wo das mit Laura passiert ist, habe ich erkannt, was er mir bedeutet." "Und Thomas?" fragt Biggi schließlich. "Er hat gesagt, dass er mich auch liebt." "Das ist doch toll; und wo liegt nun das Problem?" "Thomas meint wir können nicht zusammen sein, jetzt wo Laura gelähmt ist." "Aber deswegen braucht ihr euch doch nicht zu trennen; das eine hat doch mit den anderen nichts zu tun." "Ach Biggi, warum musste das mit uns ausgerechnet jetzt passieren. Und nun ist es vorbei, bevor es richtig begonnen hat" murmelt Karin und beginnt wieder zu weinen. "Du, das hat er vielleicht gar nicht so gemeint; er war total durcheinander wegen Laura, da sagt man schon mal Dinge, die man später bereut, hm?" versucht Biggi ihre Freundin zu trösten. "Doch, das hat er so gemeint und das tut so schrecklich weh; ich liebe ihn doch so sehr" heult Karin und bricht in Biggis Armen zusammen. "Komm, das wird alles wieder gut, bestimmt" versucht Biggi verzweifelt Karin zu trösten. Doch es dauert fast eine halbe Stunde bis ihr das gelingt. Als die beiden schließlich in den Aufenthaltsraum zurückkommen, gibt Biggi Enrico unauffällig ein Zeichen, damit er keine dummen Fragen stellt. Doch das ist auch gar nicht nötig, denn Enrico erkennt an Karins verheulten Gesicht sofort, was los ist. Biggi nimmt Karin nochmals unauffällig zur Seite: "Und wenn du willst, kannst du auch vorübergehend zu Enrico und mir ziehen, damit ihr euch nicht ständig über den Weg lauft, hm? Überleg’s dir – Enrico hat sicher nichts dagegen." "Ich werde drüber nachdenken; danke Biggi..." "RETUNGSLEISTELLE AN MEDICOPTER117 – EXPLOSION AUS UNBEKANNTER URSACHE AUF DEM GELÄNDE DER EHEMALIGEN HÜTTERWERKE – 1 VERLETZTER – GPS KORDINATEN WÄHREND DES FLUGES"

"MEDICOPTER117 AN RETTUNGSLEITSTELLE – WIR ÜBERNEHMEN" "Geht’s Karin?" fragt Biggi besorgt. "Klar – komm."

 

2 Monate später, 19.30 Uhr bei Thomas und Karin zu Hause

Laura ist vor 3 Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Es ist nicht einfach, aber Thomas tut alles was in seiner Macht steht, um Laura zu helfen. Gerade eben haben Lisa, Laura und er zusammen auf abend gegessen und nun ist Thomas mit dem Abwasch beschäftigt, während die Mädels im Wohnzimmer fernschauen. Thomas lässt gerade das Spülwasser aus, als es an der Tür klingelt. "Mark, was machst du denn hier? Komm rein." "Ich war gerade auf dem Weg nach Hause und habe mir gedacht ich schaue einfach mal nach euch. Habt ihr schon gegessen?" "Ja, die Mädchen schauen fern und ich kümmere mich um den Abwasch. Willst du auch ein Bier?" "Gern." sagt Mark und setzt sich an den Tisch. "Und wie läuft’s so?" will Thomas wissen. "Naja, wir hatten heute wieder einen anstrengenden Einsatz nach dem anderen und Höppler nervt zur Zeit auch mal wieder, kennst ihn ja." "Und wie ist er so...die Aushilfe für mich?" "Ganz ok, aber du fehlst uns allen schon sehr" erwidert Mark. "Ihr mir auch." murmelt Thomas. "Und wie...wie geht’s Karin so?" fragt Thomas plötzlich. Mark schaut ihn fragend an. "Naja, seit sie zu Biggi und Enrico wohnt sehe ich sie kaum noch" sagt Thomas traurig. "Naja, ich glaube sie leidet sehr unter eurer Trennung. Es ist wirklich nicht leicht für sie." Glaubst du etwa für mich ist es leicht? Mann, es zerreißt mir das herz, sie so leiden zu sehen; ich komme mir vor wie das letzte Arschloch; dem Menschen, den ich über alles liebe so weh zu tun." Mark schaut betreten zu Boden. "Aber was soll ich den tun?" "Ich verstehe dich schon." sagt Mark tröstend.

 

Ein paar Tage später

Thomas hat den Kollegen auf der Basis kurz einen Besuch abgestattet. Als er gerade wieder ins Auto steigen will, rennt Biggi ihm nach. "Thomas, kann ich mal kurz mit dir sprechen? Gehen wir ein Stück?" "Ok" willigt Thomas ein. "Es...es geht mich ja nichts an, aber es geht um...Karin." sagt Biggi , als die beiden außer Sichtweite sind. Ich mache mir Sorgen um sie. Sie leidet so schrecklich unter eurer Trennung. Ich verstehe dich ja, das mit Laura ist total furchtbar und ich kann dir gar nicht sagen wie leid mir das tut, aber Karin ist auch meine Freundin....es geht ihr wirklich nicht gut." "Ich weiß. Mir geht’s ja genauso. Es ist ja nicht, dass ich sie nicht liebe, darum ging es nie – es ist gerade weil ich sie liebe..., aber die Mädels brauchen mich gerade so sehr und ich habe im Moment einfach keine Kraft..." Aber so kann es doch auch nicht weitergehen; ihr geht beide daran zugrunde. Ihr müsst versuchen eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligten so gut wie möglich umgehen können, hm?" Thomas Antwort ist ein tiefer, verzweifelter Seufzer.

 

3 Wochen später

"Mädels, ich gehe dann mal schnell einkaufen? Bin in einer guten Stunde wieder da." ruft Thomas den Mädchen, die vor dem Fernseher sitzen, zu. "Ja, ok." ruft Lisa. "Tschüss" fügt Laura noch hinzu, bevor die Haustür hinter Thomas ins Schloss fällt. "Hey, was schaltest du denn um? Ich will jetzt "Strafgericht" anschauen", sagt Laura empört und reißt Lisa die Fernbedienung wieder aus der Hand. "Aber auf MTV kommen jetzt die neuesten Videoclips", entgegnet Lisa. "Die Clips siehst du doch eh noch hundertmal." "Ach weißt du was – ich schaue einfach oben in meinem Zimmer. Wenn du was brauchst, dann rufe einfach, ok?" "Klar." "Mist; diese blöde Tür" schimpft Lisa, als sie ihre Zimmertür hinter sich schließen will. Diese klemmt schon seit einiger Zeit und lässt sich nur durch leichtes Rütteln öffnen und schließen.

Sekunden später erschüttert ein ohrenbetäubender Knall das Haus. Erschrocken zuckt Laura unten im Wohnzimmer zusammen. "LISA??? LISA WAS IST LOS???" schreit Laura voller Angst und fährt mit ihrem Rollstuhl bis zum Fuße der Treppe. "Laura, bitte hilf mir – die Tür" schreit Lisa panisch. "Was ist denn passiert?" "Der Fernseher...es brennt....die Tür...bitteeee hilf mir" schreit Lisa und trommelt gegen die Tür. "Was soll ich denn machen" heult Laura vor sich hin und versucht den Rollstuhl zu verlassen. Sie landet hart auf ihren Knien und versucht auf allen Vieren die Treppe hinauf zu robben. "Es geht nicht – LISA!!!" brüllt Laura und hangelt sich am Geländer Stück für Stück nach oben. Als sie endlich das Treppenende erreicht hat, bleibt sie völlig erschöpft am Boden liegen. "Laura – bitte beeil‘ dich!" fleht Lisa. Stöhnend versucht Laura sich mit Hilfe des Treppengeländers aufzurichten. Auf wackligen Beinen stolpert sie zu Lauras Zimmer und lehnt sich mit letzter Kraft gegen die Tür. Eine Sekunde später fällt sie direkt in Lisas Arme. "Das...Feuer" schreit Lisa. "Hol eine Decke aus Papas Zimmer" ruft Laura. Sekunden später ist Lisa auch schon zurück und schlägt mit der Decke das Feuer aus. Da erst bemerkt Lisa Laura. "Oh Laura, du kannst wieder laufen" brüllt Lisa und umarmt ihre Schwester, die das Ganze noch immer nicht glauben kann.

 

1 Stunde später

"Hallo Mädels, ich bin wieder da" ruft Thomas und betritt mit mehreren Einkaufstüten beladen das Haus. "Aber sagt mal.." Seine Worte bleiben ihm im Mund stecken, denn in diesem Moment kommen ihm Lisa und Laura Arm in Arm entgegen. "Nein...nein...das kann nicht wahr sein...ich glaube ich träume" schreit Thomas, lässt seine Tüten fallen und eilt mit Tränen in den Augen auf die Mädchen zu. "Oh mein Gott Laura. Ein Wunder...das muss ein Wunder sein." Kurz darauf liegen sich die drei weinend, aber überglücklich in den Armen.

 

Am nächsten Tag, Basis

"Morgen alle ,miteinander, habt ihr es schon gehört mit Laura?" stürmt Biggi ganz aufgeregt in den Aufenthaltsraum. Karin, die gerade über einem Einsatzbericht schwitzt, schreckt hoch. "Ja, Thomas war gerade da." antwortet Mark. "Ist er schon wieder weg?" "Ja, er war total aus dem Häuschen, wollte uns nur schnell Bescheid geben" erwidert Peter. "Oh man, ich kann gar nicht sagen wie sehr ich mich für Laura freue" seufzt Karin glücklich. "Hey, wir freuen uns alle riesig; aber ich habe ja schon immer gewußt, dass Laura wieder wird laufen können" meint Biggi. "Ooh, was habe ich nur für eine kluge Freundin – sie kann sogar hellsehen" scherzt Enrico und legt den Arm um Biggi. "Guten Tag zusammen, ich habe gerade die tolle Neuigkeit erfahren" ruft Höppler, der gerade reinkommt. Deshalb habe ich mir gedacht, dass wir alle zusammen anstoßen. Ich habe mir erlaubt eine Flasche Sekt zu besorgen." "Wow, das nenne ich ein Wort" sagt Enrico. "Na dann, lasst uns auf Thomas und die Mädchen trinken" fügt Biggi hinzu.

 

2 Tage später, 20.30 Uhr

Karin, Biggi und Enrico sind gerade auf dem Rückflug nach einem Einsatz. Es ist bereits dunkel. "Man, das war knapp; aber die Frau wird durchkommen" sagt Karin. "Äh Karin? Ich müsste noch kurz was erledigen. Du hast doch nichts dagegen, wenn wir einen kleinen Umweg fliegen, oder?" "Was musst du denn erledigen? Dauert das lange? Ich bin nämlich ziemlich fertig." "Nee, geht ganz schnell." "Und um was geht es?" "Äh Enrico, wir müssen heute abend unbedingt noch den Gefrierschrank abtauen." versucht Biggi vom Thema abzulenken. "Hey Biggi, lenk nicht ab. Was ist denn nun?" will Karin wissen. "Du wirst es gleich erfahren..." "Tu doch bitte nicht so geheimnisvoll" bettelt Karin. "Bitteeee, Biggiiiiii...du..." Der Heli fliegt gerade über eine Lichtung, als Karin mitten im Satz abbricht und starr nach unten sieht. Auf den Feld brennt ein riesiges Herz aus unzähligen Kerzen. Karin ist immer noch sprachlos als Biggi ein paar Meter entfernt landet. "Was ist denn hier los?" fragt Karin schließlich. Plötzlich taucht Thomas hinter einem Baum auf, eine rote Rose in der Hand. Wie in Trance steigt Karin aus und geht langsam auf Thomas zu. Sekundenlang sprechen beide kein Wort, blicken sich nur tief in die Augen. "Wow...ich bin sprachlos" stammelt Karin schließlich mit Tränen in den Augen. "Und ich bin verliebt!!!" flüstert Thomas. "Kannst du mir nochmals verzeihen? Ich war so ein verdammter Idiot. Alles was ich will, ist bei dir zu sein" fährt Thomas fort. Die beiden gehen noch einen Schritt aufeinander zu bis sie sich direkt gegenüberstehen. Langsam berührt Thomas Karins Lippen und gibt ihr einen unendlich zärtlichen Kuss, der nicht enden will...

 

The End

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