Nur einmal sagen: "Ich liebe dich"

"Schichtwechsel", meinte Biggi fröhlich nach einem Blick auf die Uhr und sah
gespannt nach draußen. "Die anderen könnten auch schon da sein, sonst machen
wir ja noch Überstunden. "Ja", stimmte ihr Gabi zu. "Aber du kennst doch unsere
Männer." "Hey", rief Ralf gespielt empört. "Oh, du bist natürlich die
Ausnahme."

"Hi." Thomas und Michael traten in den Raum, kurz gefolgt von Peter. Thomas
wollte gerade etwas sagen, als sich die Rettungsleitstelle meldete.
"Rettungsleitstelle an Medicopter 117. Explosion in der Lilienstraße. Immer noch hohe
Explosionsgefahr. Mehrere Verletzte. "Medicopter 117 übernimmt", sprach Thomas
noch schnell ins Mikro und wollte schon lossprinten, als er bemerkte, dass er
noch nicht umgezogen war. "Tja, ihr müsst wohl für uns übernehmen", meinte er,
während er Gabi, Biggi und Ralf bittend ansah. "Männer!", stöhnte Gabi, begab
sich dann jedoch mit Biggi, Ralf und Gonzo zum Heli.

Als sich Michael, Peter und Thomas in die Umkleide begaben, hatte Biggi den
Heli bereits gestartet und flog zum Unfallort.

"Na, was hab ich gesagt?" Wir machen schon wieder Überstunden", sagte sie
noch zu Gabi und Ralf, bevor sie den Flug anmeldete. "Oh, mein Gott. Das sieht
gar nicht gut aus", bemerkte Ralf besorgt und sah zum Schlachtfeld runter. "Aber
zum Glück haben wir Gonzo dabei", meinte er dann. "Er merkt halt immer, wenn
er gebraucht", entgegnete Gabi.

Kaum hatten die Kufen des Helikopters den Boden berührt, sprangen Gabi und
Ralf raus und liefen zum nächsten Polizisten. "Irgendwie haben sich mehrere
Fässer mit Benzin entzündet. Die Explosion war gewaltig. Es gibt mindestens zwei
Verletzte", informierte sie dieser.

"Okay, Ralf. Du gehst rein und suchst nach weiteren", wies Gabi den Sanitäter
an. "Ich kümmere mich mit den Sanitätern des RTWs um die Verletzten hier
draußen. Und Ralf, bitte sei vorsichtig, ja", meinte sie noch und wandte sich dann
entgültig den Verletzten zu.

Ralf rann in die immer noch ein wenig brennende Fabrikhalle. Biggi, die nur
noch kurz sah, wie Ralf in dem Gebäude verschwand, blickte ihm nachdenklich
hinterher. "Hoffentlich geht das gut", dachte sie besorgt und erinnerte sich an
die Warnung der Rettungsleitstelle: "Immer noch hohe Explosionsgefahr."

Gabi machte sich derweil ebenfalls riesige Sorgen um Ralf. Auch sie Erinnerte
sich an die Warnung der Rettungsleitstelle.

Plötzlich gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Gabi und Biggi sahen nur noch
Rauch aufsteigen. "Ralf!", schoss es den beiden sofort durch den Kopf.
Hoffentlich war nichts passiert.

So schnell wie möglich rannten die beiden zu Ralf. Kaum hatten sie ihn
gefunden kniete Gabi auch schon neben ihm und fühlte seinen Puls. Er war sehr
schwach. Gabis Augen füllten sich mit Tränen. Schon vor langer Zeit hatte sie sich
in den Sanitäter verliebt.

Mit zitternder Hand griff sie nach einer Spritze im Notarztkoffer, spritzte
Ralf ein Schmerzmittel und legte ihm einen Zugang. Um die anderen Verletzten
kümmerten sich zwei Rettungswägen.

Als Gabi mit der Erstversorgung fertig war, brachten sie und Biggi Ralf in
den Heli und flogen ihn zur Klinik. Nach ca. 8 Minuten landete Biggi den Heli
auf dem Heliport. Ein Ärzteteam stand schon bereit und Ralf wurde in den OP
gebracht. Gabi und Biggi folgten den Ärzten. Vor dem OP setzten sie sich auf die
unbequemen Plastikstühle. Jetzt konnten sie nur noch warten. Gabi rannen Tränen
über die Wangen. Sie wollte Ralf doch noch so gerne von ihren Gefühlen zu ihm
erzählen.

Biggi sah zu Gabi hinüber und als sie bemerkte, dass diese weinte, nahm sie
sie in den Arm. "Biggi?", begann Gabi. "Ja?" "Ich, ich muss dir etwas sagen.
Ich habe mich in Ralf verliebt." "Du hast Angst, dass Ralf stirbt, richtig?"
Gabi bejahte dies. "Mach dir keine Sorgen. Er wird's schaffen. Ralf ist stark",
meinte Biggi aufmunternd. "Hoffentlich." "Du, die anderen wissen ja noch gar
nicht Bescheid", fiel es Biggi dann ein. "Ich rufe sie mal eben an. Bin gleich
wieder da." So ging Biggi zum Ende des Ganges, wo ein Telefon stand und rief
auf der Basis an.

"Wächter", meldete sich Thomas. "Hi, Thomas. Hier ist Biggi. Wir sind in der
Marienklinik. Bei unserem Einsatz gab es eine Explosion. Ralf wurde verletzt.
Er ist im OP." "Oh, Gott. Wir kommen sofort. Bis gleich." "Ja tschüss." Thomas
legte auf und ging zu Peter, Michael und Max, die gerade Kicker spielten.
"Na, willst du doch mitspielen?", fragte Michael, als er Thomas erblickte. "Nee.
Biggi hat angerufen. Bei ihrem letzten Einsatz gab es eine Explosion. Ralf
wurde verletzt. Er ist im OP." "Das ist ja schrecklich", entfuhr es Peter. Die
anderen stimmten ihm zu. "Ich sag Ebelsieder Bescheid. Dann können wir los",
meinte Thomas und verschwand in Ebelsieders Büro. Nach 5 Minuten kam er wieder.
Es war alles geklärt. Rosenheim übernahm und die vier fuhren los.

Währenddessen in der Klinik:
Biggi hatte sich wieder neben Gabi gesetzt und einen Arm um ihre Schultern
gelegt. "Meinst du wirklich, dass Ralf es schaffen wird?", fragte Gabi
plötzlich. "Ich hoffe es", antwortete Biggi.

5 Minuten später trafen Thomas, Peter, Michael und Max ein. "Was ist mit
Ralf?", wollte Peter wissen. "Er ist immer noch im OP", gab Biggi ihm zur Antwort.
Peter nickte und setzte sich, wie Thomas und Michael, mit dem Rücken an die
Wand gelehnt, auf den Boden. Max nahm neben Gabriele Platz.

Nach zwei Stunden ging endlich die Tür des OP-Saals auf und ein Arzt kam auf
die Crew zu. "Ihr Kollege hat die Operation gut überstanden. Wir hatten mit
keinen Komplikationen zu rechnen", erklärte er Gabi, Biggi, Thomas, Peter,
Michael und Max. Die Gesichter der Crewmitglieder hellten sich auf. "Dürfen wir zu
ihm?", fragte Gabi schließlich. "Einer darf zu ihm. Er braucht noch Ruhe",
antwortete der Arzt. "Ihr Kollege liegt auf Zimmer 209." "Ich nehme an du willst
gehen, Peter?", fragte Michael, da Peter Ralfs bester Freund war. "Ich schlage
vor, dass Gabi geht", meinte Biggi. Zuerst sahen sie alle ein bisschen
verwundert an, doch sie sagten nichts und Gabriele stand auf, suchte Ralfs Zimmer
und trat ein.

Als sie Ralf sah, wurde ihr schwer ums Herz und wieder bahnten sich Tränen
ihren Weg über Gabis Gesicht. Sie ertrug es einfach nicht, Ralf so hilflos zu
sehen.

Langsam ging sie auf sein Bett zu und setzte sich auf seine Bettkante. Sie
nahm seine Hand und flüsterte unter Tränen: "Ralf, du musst wieder gesund
werden. Wir brauchen dich doch alle und ich liebe dich doch so sehr." Plötzlich war
ein leises und schwaches: "Ich liebe dich auch" zu hören. Daraufhin nahm Gabi
ihn behutsam in die Arme. "Ich bin so froh, dass ich dir nun endlich gesagt
habe, wie sehr ich dich liebe", meinte Gabi. "Sind wir nun eigentlich zusammen?"
Ralf nickte. Langsam näherten sich ihre Gesichter und sie verfielen in einen
zärtlichen Kuss.

Durch dieses schreckliche Ereignis hatten sie endlich zueinander gefunden.

Zwei Wochen später wurde Ralf aus dem Krankenhaus entlassen und er und Gabi
wurden ein glückliches Paar.


Ende

 

© 2003: Pia


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