Lucy

Von Gaby und Von Mareike

Von Gaby

"Lucy? Kannst du mal bitte kommen, ich möchte dir jemanden vorstellen." nur wenig später erschien ein sechs Jähriges Mädchen im Türrahmen, mit großen, fragenden Augen schaute sie erst zu ihrem Vater und entdeckte dann die Frau die neben ihm stand. Sie begann eben diese von oben bis unten zu mustern. "Lucy das ist Gabriele, sie wird heute mit uns essen." Gabriele kam auf Lucy zu, "hi, ich hab schon viel von dir gehört." Lucy nickte nur und ging zurück in ihr Kinderzimmer, Gabriele drehte sich zu Ralf um, und zuckte mit den Schultern, Ralf nickte. Gabriele beschloss es noch einmal zu versuchen und ging Lucy nach in ihr Kinderzimmer.

Lucy saß auf dem Boden und spielte mit ihrem Puppenhaus, das Zimmer war liebevoll eingerichtet, hier in der Wohnung im vierten Stock eines alt Baus in Traunstein. Gabriele schaute zu den Bildern an der Wand, sie zeigten eine ihr fremde Frau mit einem Baby, dann Ralf, die Frau und das Baby. Gabriele kannte die Frau auf den Fotos, auch wenn sie sie nie getroffen hatte. Es war Lucys Mutter, sie war kurz nachdem Lucy zwei geworden war an Krebs gestorben, Ralf hatte es ihr erzählt. Ralf und sie hatten nun schon seit vier Monaten eine Affäre miteinander und dennoch war heute das erste mal das sie seine Tochter kennerlernte. "Ein schönes Puppenhaus hast du, darf ich mitspielen?" Gabriele kniete sich zu Lucy runter, "nein." sagte diese, Gabriele biss sich auf die Lippen und suchte nach einem anderen Thema mit dem sie beginnen konnte. "Ich habe gehört du magst Pferde? Ich bin früher auch geritten." Lucy lies von ihren Puppen ab, "gut, ich glaube wir sollten jetzt essen gehen." Gabriele seufzte und ging ihr hinterher. Ralf hatte das Essen tatsächlich schon auf dem Tisch, er hatte die beiden nur nicht stören wollen. "Wieso isst sie mit uns?" wollte Lucy wissen, "weil ich sie eingeladen habe." antwortete Ralf, es war das erste mal seit dem Tod seiner Frau das er wieder verliebt war und das erste mal das er Lucy mit einer neuen Frau konfrontierte. "Und wieso?" wollte Lucy weiter wissen, "weil ich wollte das ihr euch kennerlernt." sagte Ralf ruhig. "So? Ich dachte du liebst Mama." "Was hat denn das damit zu tun?" wollte Ralf sauer wissen, er war zwar stolz auf seine Tochter, das sie so aufgeweckt war doch manchmal brachten ihre Erkenntnisse ihn wirklich ins Schwitzen. "Ich liebe sie zumindest und will keine neue Mutter." Lucy stand auf und nahm ihren Teller, "ich esse in meinem Zimmer."

Von Mareike

Ralf wollte ihr nach doch Gabriele hielt ihn zurück. ``Lass sie´´ bat Gabriele und zog ihn ins Esszimmer. Ralf versuchte sich nicht anmerken zu lassen wie enttäuscht er. Lena saß auf ihrem Bett. Den Teller hatte sie auf ihren Schreibtisch gestellt. Sie hatte keinen Hunger mehr. In den Händen hielt sie ein Foto auf dem sie , ihre Mutter und Ralf an ihrem Zweiten Geburtstag zu sehen waren. Kurz danach war ihre Mutter gestorben. Lucy konnte sich kaum noch an ihre Mutter erinnern. Sie kannte sie eigentlich nur von Fotos und von Ralfs Erzählungen. Sie hatte oft davon geträumt eine Mutter zu haben die ihr etwas vorlas oder sie ins Bett brachte oder mit ihr einkaufen ging. Ihr Vater hatte bis jetzt keine neue Frau und jetzt stand Plötzlich diese Gabriele im Flur. Lucy wollte das nicht, sie wollte ihren Papa für sich und sie hatte Angst das er diese Fremde Frau mehr Liebte als sie. ``Warum bist du nicht bei uns geblieben. Dann währen wir eine Familie und Papa würde mit uns beiden Essen und nicht mit dieser Frau.´´ sagte Lucy leise zu dem Bild doch die Frau lächelte sie weiter nur an. ``ich will nicht Mama zu ihr sagen. Ich werde sie hassen´´ sie strich noch einmal über das Bild und stellte es wieder auf ihren Nachttisch. Nachdem sie eine weile überlegt hatte was sie machen sollte entschloss sie sich ins bett zu gehen. Sie ging ins bad, machte sich fertig und legte sich dann ins bett. Sie nahm ihr buch und fing an zu lesen. Nach einer weile merkte sie das sie nichts mehr von dem wusste was sie eben gelesen hatte. Sie legte das buch weg und legte eine Kassette ein. Kurz darauf ertönte die anfangs Musik von Bibi und Tina. Irgendwann schlief sie ein. Ralf und Gabriele saßen mit einem glas wein in der hand auf dem Sofa. ``ich weiß nicht was mit ihr ist. Ich dachte immer sie würde sich eine Mutter wünschen.´´ versuchte Ralf das Verhalten seiner Tochter zu entschuldigen. ``ist schon in Ordnung. Ich kann sie verstehen. Ich kenne das Gefühl wenn man Angst hat einen Elternteil zu verlieren.´´ Gabriele senkte den Kopf und lehnte sich an Ralf. Der legte einen Arm um sie. Ralf spürte das sie nicht darüber reden wollte. ``ich gehe mal kucken was mit Lucy ist. Bin gleich wieder da´´ sagte Ralf und stand auf. Gabriele nickte. Zehn Minuten später kam er wieder. Gabriele sah ihn Fragend an. ``Sie schläft´´ sagte Ralf. ``Ich werde dann mal gehen.´´ sagte Gabriele. Ralf nickte. Er begleitete sie zur Tür und Verabschiedete sich mit einem langen zärtlichen Kuss von ihr. Nachdem er hinter ihr die Tür geschlossen hatte seufzte er. Warum machte Lucy es ihm so schwer? Er räumte noch die Sachen weg und ging dann ins Bett. Als er am nächsten Morgen zum Dienst auf der Basis ankam war Gabriele noch nicht da. Biggi saß im AR. ``Morgen Biggi wo ist den Gabriele?´´ fragte Ralf. ``Keine Ahnung ich dachte die währe bei dir.´´ ``Wie so bei mir?´´ fragte Ralf obwohl er ziemlich genau wusste was sie meinte. ``Ich dachte zwischen euch läuft was´´ ``Du solltest weniger denken´´ sagte Ralf grinsend und verschwand in der Umkleide. ``Und da läuft doch was´´ sagte Biggi zu sich selbst. ``Wo läuft was?´´ fragte Gabriele die gerade herein kam. ``Zwischen dir und Ralf´´ antwortete Biggi. ``Das läuft...´´´``nichts, ich weiß´´ unterbrach Biggi sie. Gabriele nickte und grinste. Sie wollte nicht das von ihren Kollegen jemand wusste das sie mit Ralf zusammen war. Sie wusste das Ralf das nicht gefiel aber er sagte nichts. Gabriele drehte sich um und ging Richtung umkleide. Kurz vor der Tür stieß sie mit Ralf zusammen. ``Guten Morgen Frau Docktor. Heute so stürmisch?´´ fragte Ralf lachend. Gabriele musste ebenfalls Lachen. Sie kuckte kurz was Biggi machte und als sie sicher war das sie niemand beobachtete Küsste sie Ralf. Der war etwas verdutzt da Gabriele ihn normalerweise nicht hier Küsste wo sie jeder sehen konnte. Nach ein paar Minuten ließ Gabriele von Ralf ab und ging sich um ziehen. Ihre schicht verlief ruhig. Sie hatten nur drei Einsätze worüber sie alle mehr als froh waren. ``Was hältst du davon wenn wir am Wochenende auf einen Bauernhof fahren?´´ fragte Gabriele als sie neben Ralf draußen in der wiese lag. ``Auf den Bauernhof?´´ fragte Ralf überrascht. ``Ja oder auf einen Pferde hof.´´ ``Keine schlechte Idee. Wie währe es mit nächster Woche? Vielleicht drei oder vier tage´´ schlug Ralf vor. Gabriele war einverstanden. Ralf wusste zwar noch nicht so genau wie er Lucy beibringen sollte das Gabriele mit fuhr aber er war sich sicher das er das irgendwie schaffen würde. Die nächsten Tage Planten sie ihren urlaub. Frank Ebelsieder, der Basis Leiter hatte ihnen zum Glück Urlaub gegeben. Da der Heli eh zum 100 stunden Service musste war das kein Problem. Endlich war Freitag. Lucy war total begeistert gewesen von der Idee mit dem Pferdehof. Als sie allerdings hörte das Gabriele mitkam wollte sie nicht mehr mit. Als Ralf dann sagte das er trotzdem mit Gabriele fahren würde überlegte sie es sich doch noch mal. Auf die Pferde freute sie sich und sie dachte sich das sie es schon irgendwie schaffen würde Gabriele aus dem weg zu gehen. Am Freitag morgen fuhr Gabriele zu Ralf und Lucy. Während sie das Auto packten würdigte Lucy sie keines Blickes. Auch während der fahrt reagierte Lucy nicht auf ihre Fragen. Sie hatte ihren Kopfhörer auf und sah aus dem Fenster. Nach zwei stunden waren sie dar. Ralf und Gabriele hatten sich die fahrt über unterhalten doch Gabriele merkte das Ralf mit seinen Gedanken bei seiner Tochter war. Nachdem sie das Auto ausgeladen hatten wurden ihnen ihre Zimmer gezeigt. Lucy verschwand schnell zu den Pferden. ``Es tut mir leid das sie immer noch so zu dir ist´´ sagte Ralf und trat ans Fenster. Gabriele stellte sich hinter ihn. ``Ich habe doch gesagt es ist in Ordnung. Sie braucht zeit.´´ Ralf nickte und nahm sie in den Arm. Den Rest des Tages verbrachten sie damit das Gelände zu erkunden und in der sonne zu liegen. Lucy lies sich die ganze zeit nicht blicken. Erst zum Abendessen tauchte sie wieder auf.

Am nächsten morgen trafen sich alle die schon mal geritten waren und es einiger maßen gut konnten in der kleinen Reitehrstube. Nachdem sich der Reitlehrer vergewissert hatte das wirklich alle so sicher waren das sie einen kleinen ausritt machen konnten machten sie ihre Pferde fertig. Gabriele war lange geritten. Doch als sie anfing zu studieren hatte sie dafür keine zeit mehr. Lucy hatte früher mal Reitstunden bekommen und sie kam Ziemlich gut klar. Normaler weise war es nicht üblich das man gleich am ersten tag einen ausritt machte doch weil so schönes Wetter war und die meisten ziemlich gut Ritten hatte der Reitlehrer eine Ausnahme gemacht. Da Gabriele von der Gruppe am besten ritt bat der Reitlehrer sie hinten zu reiten. Eine Viertelstunde später setzte der kleine Trupp sich in Bewegung. Sie ritten eine weile durch einen Wald und dann ein stück hoch in die berge. Die sonne schien warm vom Himmel und man konnte immer wieder Tiere sehen. Sie waren schon eine weile unterwegs als Plötzlich ein Tier genau vor die hufen von Lucys Pferd lief. Das Pferd scheute und lief los. Lucy war darauf nicht vorbereitet und kippte zur Seite. Sie konnte sich Festalten und wieder in den Sattel setzen doch sie hatte einen Steigbügel verloren. Ein Paar in der Gruppe schrieen auf doch Gabriele behielt einen kühlen Kopf. ``Reiten sie mit der Gruppe weiter ich kümmere mich um Lucy.´´ rief sie dem Reitlehrer zu und ritt Lucy hinter her. Lucys Pferd blitz lief immer weiter. Lucy klammerte sich fest und versuchte nicht herunter zu fallen. Gabriele holte sie langsam ein doch durch den steinigen Untergrund war das nicht so einfach. Der Reitlehrer sah den beiden nach. Plötzlich hörte er ein grollen. Er sah zum Himmel und stöhnte. ``das auch noch.´´ ``was ist den los?´´ wollte jemand aus der Gruppe wissen. ``Ein Gewitter zieht auf. Zu der Jahreszeit kann sich das Wetter hier sehr schnell ändern. Wir müssen zurück. ``Aber was ist mit den beiden anderen?´´ fragte ein weiterer Teilnehmer. ``Wir können nicht auf sie warten wir müssen zurück´´ sagte der Reitlehrer und wendete sein Pferd. Er hoffte das die anderen beiden alleine und rechtzeitig den weg zurück fanden. Gabriele hatte Lucy bereits fast eingeholt. ``Keine Angst Lucy ich hab dich gleich´´ versuchte Gabriele die völlig verängstigte Lucy zu beruhigen. ``Bitte Gaby hilf mir´´ bat Lucy leise. Ein paar Minuten später hatte Gabriele die Zügel von Blitz in der hand. ``Brrr ganz ruhig. So ist es gut Junge.´´ sagte Gabriele und hielt die beiden Pferde an. Sie stieg ab und hob Lucy herunter. ``Danke´´ sagte Lucy leise und ließ sich auf den boden fallen. Sie war außer Atem und ihr tat alles weh. Von dem nahenden Gewitter bemerkten die beiden nichts. ``Tut dir etwas weh?´´ fragte Gabriele vorsichtig. Sie war jetzt alleine mit Lucy und sie wusste nicht wie die kleine darauf reagieren würde. ``Mir tut alles weh. Ist aber nicht so schlimm.´´ Gabriele lächelte ``Ok lass uns zu den anderen zurück gehen.´´ schlug sie vor obwohl sie keine Ahnung hatte wo sie hergekommen waren. Lucy nickte und nahm die Zügel von Blitz in die hand. ``Lucy ich habe keine Ahnung wo wir hin müssen.´´ sagte Gabriele leise. ``ich auch nicht. Wir gehen jetzt einfach mal los. Irgendwann werden wir schon wo raus kommen.´´ Gabriele war überrascht. Manchmal war sie echt überrascht wie erwachsen Lucy in bestimmten Situationen Reagierte obwohl sie erst sechs war. Sie nickte und lief Lucy nach. Nach einer stunde machten sie in eine pause. Sie hatten sich völlig verirrt. Lucy taten die Füße weh und Gabriele wusste nicht mehr weiter. Sie saßen auf einer Lichtung und überlegten was sie machen sollten. ``Sag mal kann es sein das es irgendwie dunkel geworden ist?´´ fragte Lucy auf ein mal. ``Ja das kann sein und das gefällt mir gar nicht. Hörst du das grollen? Ich fürchte da ist ein Gewitter im Anmarsch.´´ antwortete Gabriele. Sie stand auf und ging ein stück über die Lichtung. Als sie zurück kam donnerte es plötzlich Ohren betäubend. Lucy und Gabriele erschraken und auch die Pferde erschreckten sich. Sternchen, Gabrieles Pferd trat plötzlich aus. Gabriele regierte nicht schnell genug und wurde an den Beinen getroffen. Sie schrie auf und fiel zu boden. Lucy schrie ebenfalls auf und doch Gabriele rief ihr zu sie solle sich bloß von den Pferden fernhalten. Mühsam stand sie auf. Sie konnte sich kaum aufrecht halten so sehr taten ihr die Beine weh. Langsam schaffte sie es an die köpfe der Pferde zu Kommen. Die wurden jetzt richtig nervös. Unter schmerzen machte Gabriele die beiden los. Blitz lief sofort in den Wald doch Sternchen drehte sich erst noch mal um sich selbst. Dabei Traf sie Gabriele in zweites mal bevor sie auch in den Wald lief. Gabriele ließ sich fallen. Tränen standen ihr in den Augen. Sie war nur froh den Pferden die Sättel abgenommen zu haben bevor sie rast machten. Jetzt hoffte sie das sie sich nicht mit den Zügeln irgendwo verfingen. Lucy kam zu ihr gelaufen. ``Gabriele was ist mit dir? Bitte sag doch etwas´´ bat sie mit tränen erstickter stimme. Sie hatte Gabriele eigentlich recht lieb gewonnen auch wenn sie das nicht zugeben wollte. Doch jetzt war ihr egal was sie sich vorgenommen hatte. Gabriele versuchte zu lächeln was ihr jedoch misslang. Es fing bereits an zu regnen. ``Dahinten ist irgendwo eine Hütte glaube ich. Ich meine ich hätte sie vorhin gesehen.´´ stöhnte Gabriele. Ihre Beine taten entsetzlich weh. ``Geh zur Hütte und stell dich da unter´´ sagte Gabriele. Sie war sich ziemlich sicher das in der nähe eine Hütte war. Es konnten nicht mehr als 5 Minuten bis dort hin sein. ``Ich geh aber nicht ohne dich´´ sagte Lucy leise. Gabriele sah auf. Lucys Harre waren schon nass und sie schaute sie traurig an. Gabriele versuchte sich zusammen zu reißen und aufzustehen. Lucy stützte sie so gut sie konnte. Ganz langsam gingen sie los. Gabriele musste immer wieder anhalten. Sternchen hatte ihre Schienbeine ziemlich genau getroffen. Sie waren Klatsch nass als sie eine viertel stunde später die Hütte erreichten. Gabriele hatte recht gehabt nur hatten sie für den weg 15 statt 5 Minuten gebraucht. Gabriele setzte sich erschöpft auf die Treppe. Lucy ging um die Hütte herum um einen weg zu suchen wie sie da hinein kamen. Schließlich schlug sie ein Fenster ein. Vorsichtig kletterte sie hinein. In der Hütte gab es nur einen Raum. In der hinteren Ecke stand ein Bett. Ziemlich in der Mitte des Raums stand eine art Herd. Dann gab es noch einen kleinen Tisch mit vier Stühlen und einen Schrank. Anscheinend war das die Hütte eines Försters. Lucy ging zur Tür und versuchte sie auf zu bekommen allerdings ohne erfolg. Sie sah sich in dem Raum um. Beim Herd entdeckte sie einen Schürhacken. Den nahm sie und versuchte erneut die Tür auf zu machen. Diesmal schaffte sie es. Gabriele lag vor der Tür. ``Gabriele´´ rief Lucy doch Gabriele reagierte nicht. Sie ging zu ihr und hob ihren Oberkörper hoch. Dann nahm sie Gabriele so in den Rettungsgriff wie ihr Vater es ihr gezeigt hatte. So schaffte sie es Gabriele in die Hütte zu ziehen. Nachdem sie Gabriele bis zum bett gezogen hatte stellte sie einen Stuhl hinter die Tür damit diese geschlossen blieb. Sie seufzte und sah sich wieder um. Als sie in den Schrank sah fand sie Kerzen, Streichhölzer, Tasse und ein paar Teebeutel. In dem Herd lagen zum Glück noch Holzstücke den alles was draußen war konnte sie vergessen da es klitsch nass war. Vorsichtig machte sie Feuer an damit es erst mal warm wurde. Dann versuchte sie Gabriele wach zu bekommen. Nach ein paar Minuten gelang ihr das auch. Sie half Gabriele die Hose auszuziehen und denn Pulli. Beides Hängte sie über einen Stuhl den sie zum Herd stellte. Mit letzter Kraft schaffte Gabriele es sich ins Bett zu legen. Lucy zog ebenfalls ihre nassen Sachen aus und wickelte sich in eine der decken die sie noch in einer Ecke gefunden hatte. Als Gabriele sich umdrehte sah Lucy ihre Beine die schrecklich aussahen. Sie waren voller Blut und Dreck. Lucy erstarrte. Sie fing an die ganze Hütte auf den kopf zu stellen. Irgendwo musste es doch etwas zum verbinden geben. Schließlich fand sie Ein Paar Tücher und Schnur. Besser als nichts dachte sie sich und ging zurück zu Gabriele. Vorsichtig wickelte sie ihre Beine in die Tücher. Gabriele stöhnte unter den schmerzen auf. Lucy versuchte so vorsichtig wie möglich zu sein. Als sie Fertig war wachte Gabriele kurz auf. ``Danke´´ flüsterte sie. Lucy lächelte nur. Sie zitterte etwas. Gabriele bemerkte das und hob die decke an. Lucy legte sich zu ihr und kurz darauf schliefen sie ein. Der Regen prasselte den ganzen Nachmittag und die ganze Nacht aufs dach. Ziemlich früh am nächsten morgen wachte Lucy auf da es in dem Raum ziemlich kalt war. Es dauerte eine weile bis sie wusste wo sie war. Vorsichtig stieg sie aus dem Bett und ging zu ihren Sachen. Zum Glück waren sie trocken. Sie zog sich an und ging zum Fenster. Der regen hatte etwas nach gelassen doch er war immer noch sehr stark. Sie nahm den Eimer der in der Ecke stand und stellte ihn vor die Tür. Nachdem der Voll war füllte sie ein Teil des Wassers in einen der Töpfe. Da kein holz mehr da war musste sie kucken ob es draußen noch welches gab das einiger maßen trocken war. Sie hatte Glück. Das Holz war mit einer Plane abgedeckt und noch halbwegs trocken. Nachdem sie wasser heiß gemacht hatte brachte sie Gabriele eine Tasse. Diese war in zwischen aufgewacht. ``Danke´´ sagte sie und nahm die heiße Tasse entgegen. Lucy holte sich auch eine und setzte sich zu Gabriele. Gabriele lächelte sie an. ``Wie geht’s dir?´´ fragte sie. Lucy lächelte ein wenig. ``Danke geht schon. Nur ein bisschen kalt. Und du? Tun deine Beine noch sehr weh?´´ ``Es geht. Sie tun immer noch sehr weh aber ich halte es schon irgendwie aus.´´ sie saßen eine weile einfach nur schweigend da und tranken ihren Tee.

Ralf wurde in der Zwischen zeit fast verrückt vor sorge. Als am Nachmittag die Gruppe ohne Gabriele und Lucy wieder kamen hatte er schon einen schrecken bekommen aber als dann auch noch die Pferde alleine wieder kamen, ohne Sattel und völlig verdreckt hatte er sich richtig sorgen gemacht. Er wollte sofort Los um die beiden zu suchen doch die Leute vom hof hielten ihn zurück. Bei dem Wetter war es unmöglich die beiden zu finden. Ralf hielt es kaum aus einfach nur da zu sitzen und nichts tun zu können.

Lucy hatte sich an Gabriele gekuschelt. ``Tut mir Leid das ich so gemein zu dir war´´ sagte Lucy leise ohne sie an zu sehen. ``Schon Ok. Ich weiß wie du dich gefühlt hast. Ich bin froh das du jetzt mit mir redest.´´ Sie lächelte und strich Lucy über den kopf. ``Ich hab mir immer eine Mama gewünscht. Ich hab mir dann vorgestellt das sie mich ins bett bringt, mir was vorließt oder so aber als du dann plötzlich da warst wollte ich das irgend wie nicht. Ich hatte angst du nimmst mir Papa weg und ich muss Mama zu dir sagen.´´ sagte Lucy leise. ``Du musst nicht Mama zu mir sagen wenn du das nicht willst und ich werde niemals versuchen deine Mama zu ersetzen den das kann ich nicht. Ich kann höchstens eine zweite Mama für dich sein und deinen Papa nehme ich dir bestimmt nicht weg. Ich glaube in seinem Herzen ist platz für uns beide.´´ Lucy nickte. ``Erzählst du mir wie das bei dir war?´´ Gabriele nickte. ``Mein Papa ist kurz vor meiner geburt abgehauen. Meine Mutter hatte immer wieder neue Männer. Ich dachte immer mein Papa würde wieder kommen. Als ich noch ziemlich klein war habe ich immer geglaubt er baut ein schloss und wenn es fertig ist holt er mich und meine Mama. Leider war das nur ein Traum. Irgendwann ist mir das Klar geworden. Die Männer meiner Mama habe ich immer vergrault. Ich hab mich ganz schrecklich benommen und so. Meine Mutter fand das natürlich nicht so toll. Sie ist dann immer mal wieder über Nacht weg geblieben. Wir hatten ziemlich viel Geld und ich hatte eine zeit lang ein kinder Mädchen. Jedenfalls hatte ich immer Angst das sie nicht wieder kommt so wie mein Vater. Und die Angst wurde mit jeder nacht größer in der sie nicht da war. Irgendwann hat Nina, so hieß mein kinder Mädchen ihr das mal gesagt. Da war ich ungefähr 10 oder 11 Jahre alt. Seit dem Bemuttert sie mich wie eine Glucke.´´ sie lächelte als sie daran dachte. ``Ich bin froh das du mir nicht Böse bist.´´ sagte Lucy. Gabriele nahm sie in den Arm und lächelte. ``ich war dir nie Böse. Sag mal was war eigentlich letzte nacht alles los?´´ ``Sternchen hat dich mit ihren hufen an den Schienbeinen erwischt. Es hat geregnet und irgendwie haben wir es bis hier her geschafft. Ich hab ein Fenster eingeschlagen, habe dich zum Bett gezogen und hab dir deine Nassen Sachen ausgezogen. Die sind übrigens Trocken du kannst sie wieder anziehen. Dann hab ich noch Feuer gemacht. Heute Morgen hab ich dann noch Tee gekocht.´´ Sie lächelte Gabriele an. ``Das hast du super gut gemacht vielen dank.´´ sagte Gabriele. Lucy kuschelte sich wieder an sie nachdem sie noch mal etwas Tee für sie beide gemacht hatte. Gabriele erzählte ihr Geschichten und so verging der Tag etwas schneller. Sie hofften beide das es endlich aufhörte zu regnen und die anderen sie holen kamen. Gabriele schmerzten die Beine immer noch sehr doch sie Biss die zähne zusammen. Lucy hatte schon so viel getan. Sie musste jetzt wach bleiben. Langsam ging draußen die Sonne unter und es wurde stockdunkel. Gabriele hörte bald das gleich mäßige Atmen von Lucy. Die kleine tat ihr richtig leid. Sie hatte seit gestern nichts mehr gegessen und sie hatte sich noch um sie gekümmert. Irgendwann schlief sie auch ein. Doch sie schlief unruhig. Die schmerzen wurden immer schlimmer.

Ralf konnte nicht schlafen. Er stand am Fenster und sah in den regen. Hoffentlich hört es bis morgen früh auf hoffte er immer wieder. Nach Mitternacht schlief auch er ein. Gegen sechs Uhr wachte er schon wieder auf. Er sah sofort zum Fenster und als er sah das es nicht mehr regnete zog er sich schnell an. Als er nach unten kam liefen da schon die Vorbereitungen für die suche. Eine stunde später machten sich mehrere Trupps auf die Suche. Die Polizei und Fiele Freiwillige halfen mit die beiden vermissten zu suchen.

Gabriele und Lucy waren ebenfalls schon wach. Lucy hatte wieder Feuer und Tee gemacht. Gabriele hielt die schmerzen kaum noch aus. Immer wieder wurde kurz bewusstlos. Lucy machte sie immer wieder wach. Da es aufgehört hatte zu regnen hoffte sie das die anderen sie bald fanden doch der tag verstrich ohne das jemand kam.

Ralf wurde immer verzweifelter. Es wurde bereits dunkel als sie in die Nähe der Hütte kamen. Der Leiter des Trupps wollte schon die suche abbrechen da es zu dunkel wurde als einer der Hunde anschlug. Zuerst reagierte keiner da sie glaubten das er nur die Spur eines Hasen hätte doch Ralf hatte das Gefühl das sie hier richtig waren. Aufmerksam sah er sich um.

Lucy saß vor dem Bett. Sie bekam Gabriele nicht wieder wach. Sie bekam richtig Angst. Plötzlich hörte sie das Bellen des Hundes. Sie lief nach draußen und fing an zu schreien so laut sie konnte. Der Suchtrupp wollte gerade zurück als Ralf etwas hörte. Er war sich zu erst nicht sicher. Er glaubte sich getäuscht zu haben doch dann war er sich sicher. ``LUCY´´ schrie er und rannte los. Die Rufe des Empörten Polizisten ignorierte er. Er war sich sicher Lucy gehört zu haben. Immer wieder stolperte er doch das war ihm egal. Endlich sah er das schwache Licht das aus der Hütte kam. Davor stand Lucy. Als sie ihren Vater sah lief sie auf ihn zu. ``Lucy mein Gott bin ich froh dich zu sehen. Geht’s dir gut?´´ ``Ja ich bin in Ordnung aber du musst nach Gabriele sehen sie ist bewusstlos. Sternchen hat sie vorgestern vors Schienbein getreten.´´ Ralf umarmte Lucy kurz und lief dann nach drinnen. Er versuchte Gabriele wach zu bekommen doch es war sinnlos. Er schlug die decke zurück und entfernte die Bandagen die Lucy ihr angelegt hatte. ``Oh mein Gott´´ stöhnte er. Gabriele Beine waren voller Blut und entzündet. Durch die Hufe waren es offene wunden und in die war jede menge Dreck gekommen. Die Polizei hatten bereits versucht einen Hubschrauber anzufordern. ``Es tut mir Leid aber der Hubschrauber ist im Einsatz und wird spätestens in zwei stunden wieder Einsatz bereit sein´´ meldete einer der Polizisten. ``Das ist viel zu spät. Vordern sie den Medicopter 117 an und sagen sie es geht um Dr. Kollmann. Die sind auf jeden fall schneller als der Hubschrauber hier.´´ sagte Ralf. Der Polizist nickte und verschwand wieder nach draußen. Eine halbe stunde später hörten sie das Motoren Geräusch und es dauerte nicht Lange bis Michael und Peter neben Ralf standen. ``Gabriele´´ sagte Peter entsetzt. Es war offensichtlich das die beiden nicht gewusst hatten das Gabriele die Patientin war. Nach dem der erste schock vorbei war fingen Michael und Peter sofort an Gabriele zu versorgen. Ihr Puls war nur noch sehr schwach doch Michael konnte sie stabilisieren. Ralf und Lucy flogen natürlich im Hubschrauber mit. Am Krankenhaus angekommen wurde Gabriele sofort in den OP gebracht. Lucy wurde von Michel untersucht. Außer einer gehörigen Erkältung und ein paar Prellungen war sie Glimpflich davon gekommen. Während sie warteten erzählte sie was in den letzten zwei tagen passiert war. Endlich nach 5 Stunden kam ein Arzt auf den Flur. Er sah Müde aus und war durchgeschwitzt. ``Wie geht es ihr?´´ fragten sofort alle. ``Den Umständen entsprechend gut. Es gab ein Paar Komplikationen während der OP aber wir haben alles im griff.´´ ``Darf ich zu ihr?´´ fragte Ralf. Der Arzt nickte und Ralf folgte ihm. Bei Gabriele angekommen nahm er ihre hand und hielt sie eine weile einfach nur fest. Ihre Beine waren beide eingegipst und sie war an ziemlich viele Geräte angeschlossen. Nach 10 Minuten musste Ralf wieder zurück zu den anderen. Zusammen flogen sie zurück. Michael brachte sie dann noch nach hause. ``Ich hab sie richtig Lieb Papa, sie darf nicht sterben.´´ sagte Lucy plötzlich als Ralf sie ins Bett bracht. Ralf sah sie an. ``Sie wird nicht sterben.´´ sagte Ralf obwohl er sich da auch nicht so sicher war. Doch er hoffte das sie am leben bleib.

Gabriele blieb am Leben. Ihr ging es von Tag zu tag besser. Jeden tag besuchten Ralf und Lucy sie. Lucy brachte ihr fast jedes mal Bilder mit. Gabriele war froh das die kleine sie an Ralfs Seite akzeptierte. Sie lachten viel und alberten herum. Doch wenn Gabriele alleine war überkam sie immer wieder die Angst. Immer wieder fühlte sie diese Schmerzen obwohl sie eigentlich schon lange nicht mehr da waren. Manchmal träumte sie auch davon mit Lucy zu tanzen und über die wiesen zu laufen obwohl sie wusste das dass ein Traum bleiben würde. Sie würde nie mehr Laufen oder tanzen können. Bei dem Tritt von Sternchen waren ziemlich viele Venen und nerven verletzt worden. Sie konnte die Beine nicht mehr bewegen. Ralf und Lucy halfen ihr damit klar zu kommen. Alleine hätte sie das nie mal geschafft. Außerdem unterstützen ihre Freunde sie so gut sie konnten. Als Gabriele endlich nach hause durfte empfingen die anderen sie mit einer großen überraschungs- Party. Sie Ralf und Lucy wurden eine kleine Glückliche Familien. Von Lucys anfänglicher Abneigung Gabriele gegen über merkte man nichts mehr.

Copyright 2005: Gaby und Mareike

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