Tod im Morgengrauen
Es war tief in der Nacht, als Biggi den Heli zur Basis zurückflog. Der Heli
war in Salzburg bei der Inspektion gewesen und da ein Mechaniker erkrankt
war, wurde der Heli erst um halb zehn fertig. Da auch die beiden Piloten der
Firma unterwegs waren, musste Biggi warten, da sie den Heli zurückfliegen
musste. Eigentlich war ihr gar nicht danach, noch so lange zu warten, denn sie
hatte eigentlich vorgehabt, den Abend bei Thomas zu verbringen. Doch es war
schließlich ihr Job und so durfte sie sich nicht beklagen. Als dann der Heli
endlich fertig war, machte sich Biggi sofort auf den weg zur Basis. Da sie sofort
zu Thomas wollte, flog sie zu schnell, schneller als sie sollte. Und dieser
Fehler sollte sich rächen. Plötzlich schossen Flammen aus dem linken Triebwerk
und Sekunden später stand es in Flammen. Verzweifelt versuchte Biggi, mit
dem Feuerlöschsystem den Brand unter Kontrolle zu bekommen, doch vergeblich.
Nach kürzester Zeit brannte die ganze Antriebseinheit lichterloh. Biggi stand
der Schweiß auf der Stirn, als sie versuchte, den Heli einigermaßen sanft zu
landen. Doch vergeblich. Hart schlug der Helicopter auf, die Triebwerke noch
immer in Flammen stehend. Verzweifelt riss Biggi die Tür auf. Sie sammelte
ihre letzten Kräfte und lies sich aus dem Heli fallen. Als sie versuchte
aufzustehen, merkte sie erst, dass sie keinerlei Gefühl mehr in den Beinen hatte.
Vorher hatten ihre Schmerzen sie abgelenkt. Verzweifelt robbte sie von dem
brennenden Heli weg. Sie schaffte kaum fünf Meter, dann explodierte das Wrack.Biggi sah noch die Explosion und den Boden unter sich, dann prallte sie gegeneinen Baum und blieb bewusstlos liegen. Stunden später schlug sie ganz
vorsichtig die Augen wieder auf. Die Schmerzen waren inzwischen unerträglich
geworden. Aus trüben Augen blickte sie die Sonne an, die gerade über die Bergspitzen lugte. Es war ihr letzter Blick. Dann fielen ihr die Augen wieder zu und ihr Herz hörte auf zu schlagen. Es wurde ihr Tod. Der Tod im Morgengrauen.
© 2003: Laura