Vier verrückte Tage
Biggi, Thomas, Gabi, Michael, Ralf, Peter und Max saßen im Aufenthaltsraum,
denn das Wetter war zu ungemütlich um rauszugehen. Selbst Gonzo bekam man
nicht nach draußen. Doch es sollte nicht so sein, natürlich musste die
Alarmsirene sie wieder stören. "Rettungsleitstelle für Medicopter 117, bitte kommen."
"Medicopter 117 hört", antwortete Michael. "Sie werden gebeten ein
Spenderherz von Salzburg nach Klagenfurt zu fliegen." "Verstanden Rettungsleitstelle,
wir übernehmen", antwortete er. "Das hatten wir doch gestern erst. Sind wir 'n
Lufttaxiunternehmen oder was?", meinte Biggi, erbarmte sich dann aber doch
und rannte mit Gabi und Ralf zum Heli. "Medicopter 117 to Munich tower, were
on a transport mission destination Salzburg, second destination Klagenfurt."
"Roger Medicopter 117, go ahead." "Wenn es eins gibt was ich hasse, dann sind
es diese ewigen Organtransporte", sagte Biggi. "Was meinst du wie ich das
finde"; gab Gabi zurück. "Ich bin Notärztin, nicht 'Herz-in-Eis' Betreuerin.
Aber genau das mach ich seit drei Wochen. Haben die uns aus dem
'Notfallverteiler' gestrichen?" "Glaub ich kaum, Rosenheim hat sich nämlich noch nicht
beschwert", meinte Ralf grinsend. "Medicopter 117 an Rettungsleitstelle, erreichen
Klinikum Salzburg in ca. 5 Minuten." "Verstanden, sie werden auf Deck C
erwartet." "Verstanden. Na toll, das Deck das du am dämlichsten Anfliegen kannst",
sagte Biggi genervt. Dennoch landete sie den Heli und sie nahmen das Herz an
Bord. "Medicopter 117, to Munich tower, were on flight to Klagefurt." "Roger
Medicopter 117, go ahead." Als Biggi losgeflogen war hatte noch die Sonne
geschienen doch nun schneite es. "Typisch April", sagte Gabi. "Sei froh,
immerhin gießt es nicht aus Eimern." "Beschwörs nicht. Im übrigen, da ist das
Krankenhaus, macht mal die Socken scharf." "Sind schon weg." Gabi und Ralf
sputeten hinein und gaben das Herz ab. Danach schlenderten sie wieder nach oben,
sich gelegentlich ein kleines Küsschen gebend. "Schön das ihr auch noch mal
kommt", meinte Biggi scherzhaft. "Mach doch nicht so 'ne Panik, immerhin sind wir
ja da." Biggi wartete bis sie in den Heli eingestiegen waren und zog ihn
dann mit einem solchen Gewaltstart nach oben, das Max Schmerzen bekommen hätte,
hätte er es gesehen. Zügig flog Biggi zur Basis zurück. Gerade als sie sich
im Aufenthaltsraum niedergelassen hatten, schneite natürlich Ebelsieder
herein. "Guten Tag meine Damen und Herren, ich muss ihn leider mitteilen, dass sie
noch einige Berichte auszufüllen haben. Achja, Frau Schwerin, Herr Wächter,
begründen sie doch auch bitten den erhöhten Treibstoffverbrauch dieses
Monats." "Ist doch ganz klar. Je dicker die Luft auf der Basis um so höher der
Rotorwiderstand beim Start", meinte Biggi verärgert, denn Ebelsieder hatte sie am
Morgen schon wieder gefragt, ob sie nicht mit zur Stützpunktleitertagung
wollte. Sie jedoch hatte mit den Worten "Nein danke, zu viele Stützpunktleiter,
das verkrafte ich nicht" abgelehnt. "Frau Schwerin, bitte begründen sie es
wirklich. Mit so was kann ich die Berichte nicht weiterreichen." "Herr
Ebelsieder, dass können sie doch an drei Fingern abzählen, warum wir soviel Kerosin
verbrauchen", mischte sich Thomas ein. "Wir fliegen jetzt seit drei Wochen fast
ausschließlich Transportflüge, da sind die Strecken länger als bei
Rettungsflügen. Daher brauche wir mehr Kerosin." "Schreiben sie 's in die Berichte,
ich habe zu tun", keifte Ebelsieder und verschwand in seinem Büro. "Was zum
Teufel ist dem denn für 'ne Laus über die Leber gelaufen?", fragte Gabi. "Muss
wohl 'ne ziemlich große gewesen sein", erwiderte Peter. Im selben Moment
ertönte die Alarmsirene. "Rettungsleitstelle für Medicopter 117, Herzinfarkt in
einem Haus in Bischofshofen." "Verstanden Rettungsleitstelle", antwortete
Biggi, dann rannten die Jungs schon nach draußen, denn vor wenigen Minuten war
Schichtwechsel gewesen. "Man haben die es gut, die können abhauen, während wir
hier über den Berichten versauern." Inzwischen war Thomas schon in der Nähe
des Unglücksortes angekommen. "Medicopter 117 an Rettungsleitstelle, erbitten
genauere Angaben zum Unglücksort." "Der Patient befindet sich im Haus
'Josephine'." "Verstanden Rettungsleitstelle", antwortete Thomas. "Haus Josephine,
ist das nicht dieses Luxusbordell?", fragte Peter. "Ja aber woher weiß denn
unser Peterleinchen so etwas?", gab Thomas von sich. "Ähm nun ja...."
"Peterleinchen? Gibt es da was was wir wissen sollten?", fragte Michael. "Nöö, weiß das ja eh nur von euch." "Okay Jungs, wir sind da", sagte Thomas, dann landete
der Heli auch schon vorm Haus. Peter und Michael schnappten sich ihre Taschen
und rannten hinein. Thomas holte die Trage und folgte. Im Haus wurden Michael
und Peter von einem Mann in einem schwarzen Anzug in ein Zimmer geführt.
"Du, ist das nicht der Verkehrsminister?", fragte Peter Michael, als sie den
Verletzten sahen. "Ja. Und eigentlich ist er verheiratet", meinte Michael,
während er sich um den Patienten kümmerte. "Herzschlag unregelmäßig. Peter, wie
ist der Druck?" "Viel zu hoch. Viel zu hoch." "Okay. 1 Diazepam und ein Ringer.
Thomas die Trage, er muss so schnell wie möglich in die Spezialklinik nach
Tamsweg." Thomas holte schnell die Trage und brachte sie zu Michael und Peter.
Vorsichtig legten sie den Minister drauf und brachten ihn nach unten zum
Helicopter. Als Thomas gerade abheben wollte kam Schneeberger, einer der
Bodyguards herübergeeilt und stieg hinten ein. "Ich muss sie bitten noch einen Umweg
zur Villa des Ministers zu fliegen und dort zu landen." "Das geht nicht,
dann ist er ein toter Mann!", erwiderte Michael. "Sie wissen doch selbst aus was
für einem Haus sie unseren Minister dort herausgeholt haben. Wenn das an die
Presse kommt, dann kann er seinen Hut nehmen", beharrte Schneeberger. "Das
kann er aber auch so tun, wenn wir den Umweg nehmen", gab Michael zurück, denn
der Zustand des Ministers war alles andere als gut. "Dann muss ich sie wohl
dazu zwingen", sagte Schneeberger. Der Bodyguard der vorne neben Thomas saß
holte eine kleine Pistole aus der Jackentasche und richtete sie auf Thomas.
"Drehen sie", befahl er. "Drehen sie doch selber", gab Thomas zurück, lies die
Steuerung los und lehnte sich gemütlich in seinem Sitz zurück. Der Helicopter
kippte nach rechts und näherte sich dem Boden. Der Bodyguard wurde
schreckensbleich. "Tun sie doch was, wir werden hier alle sterben!!", rief
Schneeberger panisch aus. "Pfeifen sie ihren Revolverhelden zurück, dann sehen wir
weiter", erwiderte Thomas nur. Es schien ihn nicht im geringsten zu stören, dass
der Helicopter schon bedrohlich schief stand und er schon in wenigen Sekunden
nach vorne kippen würde, dann jedoch unkontrolliert trudelnd und kaum noch
abzufangen. "Karlo lass es", befahl Schneeberger. Doch bevor der Bodyguard
seine Waffe wieder einstecken konnte, riss Michael sie ihm aus der Hand und
schmiss sie aus der Tür. "Sie können sie ja nachher wieder abholen, Thomas wir
sind grade?" "Na so etwas westlich der Tauernhöhe, neben der B99." "Haben sie
gehört? Da können sie suchen." Dann preschte Thomas zügig zur Klinik. Er
knallte den Helicopter auf den Landeplatz und der Minister wurde sofort
hereingebracht. Mit den Worten "Das werden sie bereuen, sie werden schon sehen"
verabschiedete sich Schneeberger und folgte dann den Pflegern hinein. "Sie mich
auch", murmelte Thomas und fuhr die Turbinen so ruckartig hoch, dass Schneeberger
zu Boden stürzte. Dann riss er den Helicopter nach oben, drehte ruckartig und
flog zur Basis. Er setzte ihn auf und verschwand im Aufenthaltsraum. Dann
setzte er sich mit seinem Kaffee wieder an den Tisch. "Hey was ist den mit euch
los?", fragte Biggi. "Wir durften den Verkehrsminister fliegen und sein
Bodyguard wollte uns doch glatt mit Waffengewalt dazu bringen, dass wir 'nen
Umweg fliegen, damit nicht rauskommt, wo er tatsächlich war." "Wieso, wo war er
denn?", fragte Biggi neugierig. "Im Haus Josephine", sagte Michael leise. "Im
Haus Josephine?", fragte Biggi überrascht. "Das ist doch das Haus was
aussieht wie eine schnieke Pension und in Wirklichkeit ein getarntes Luxusbordell
ist? Ich dachte immer, dass er verheiratet ist. "Ist er ja auch. Das war ja das
Problem", sagte Michael. "Woher weißt du denn vom Haus Josephine?", fragte
Thomas. "Gibt es da etwa Kunden die es mit ihren Betthäschen in einem
Helicopter treiben wollen?" "Kann schon sein, aber dann fliegen sie anscheinend mit
ihrem eigenen Heli, das würde nämlich unseren doch überdurchschnittlich hohen
Treibstoffverbrauch erklären", gab Biggi zurück und rannte dann nach draußen.
Thomas hatte den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und rannte hinter ihr
her. Schließlich erwischte er Biggi und beide wälzten sich im Gras. Schließlich
drückte er Biggi auf den Boden. "Hey lass mich los du Rüpel", forderte Biggi
ihn auf. "Nur wenn du mir einen Kuss gibt's." "Immer und jederzeit", sagte
Biggi und gab ihrem Freund einen leidenschaftlichen Kuss. Natürlich musste
Ebelsieder wieder seinen Kopf aus dem Fenster strecken. "Herr Wächter, Frau
Schwerin, sind sie mit den Berichten fertig?" "Ja, liegen auf dem Tisch." "Dann
prüfen sie bitte noch den Heli." "Jaaa." Beide schauten sich an und verdrehten
die Augen, denn eigentlich hatten sie den Heli schon geprüft und wollten
nicht wieder aufstehen. "Los komm, dann haben wir es hinter uns", sagte Biggi,
stand auf und zog Thomas mit nach oben. Gemeinsam schlenderten sie zum
Helicopter. Während Thomas sich um das Nachtanken kümmerte, wuselte Biggi durch den hinteren Teil des Helicopters und beseitigte die Spuren, die der Kampf mit dem
Bodyguard hinterlassen hatte. Kurz darauf waren sie fertig und Biggi setzte
sich in die offene Tür. Im selben Moment blickte die Sonne durch die Wolken.
Dann kam auch Thomas wieder um den Helicopter herum. "Mit unserem Baby ist
alles okay. Bereit für den nächsten Flug." "Aber hoffentlich kommt kein
Einsatz. Ich will auch noch Zeit mit dir haben." Beide schauten sich tief in die
Augen und küssten sich. Leider musste in der selben Sekunde die Alarmsirene
ertönen. "Rettungsleitstelle für Medicopter 117, bitte kommen." "Medicopter 117
hört." "Wir haben 'nen Einsatz für sie. Am Hundstein ist eine
Gleitschirmfliegerin an einer Felswand hängengeblieben." "Verstanden Rettungsleitstelle, wir übernehmen", antwortete Biggi. Währenddessen rannten die Jungs schon zum Helicopter und hoben ab. Biggi blickte ihnen noch nach und verschwand dann in den Aufenthaltsraum. Dort setzte sie sich auf das Sofa und las - nachdem sie sich einen Kaffee geholt hatte - das neue Rotorblatt. Währenddessen flog Thomas schon zügig zum angegebenen Unglücksort. "Medicopter 117 to Munich tower,
were on a rescue mission destination Hundstein." "Roger Medicopter 117, go
ahead." "Medicopter 117 an Rettungsleitstelle, erreichen Unglücksort in ca. 2 min.
Haben sie genauere Angaben zu unserem Einsatz?" "Leider nein, uns wurde nur
mitgeteilt, dass die Gleitschirmfliegerin abgestürzt sei." "Danke
Rettungsleitstelle." Thomas flog weiter. "Da vorn ist der Berg. An der Nordseite ist
eine Felswand. Sie ist sehr steil, allerdings stehen darüber einige Bäume, da
könnte sie drinhängen." "Okay, dann schauen wir mal." Thomas flog nah an die
Felswand und sie schauten nach der Gleitschirmfliegerin. Schließlich entdeckte
Peter sie. "Da ist sie, sie hängt an dem Baum dort." "Und wie sollen wir da
rankommen?", fragte Michael. "Na von oben. Ich lass euch runter und ihr
schneidet sie da los. Es geht nicht anders." "Dann lass mich mal allein runter.
Nicht das wir nachher zu schwer sind." "Aber pass auf dich auf." Peter klinkte
sich ein und lies sich hinunterlassen. "Hallo, können sie mich verstehen?",
fragte er die junge Frau. Er erhielt keine Antwort, doch in diesem Moment löste
sich der Schirm und rutschte ein Stück herunter. "Scheiße, Thomas, ich muss
noch drei Meter runter und wir müssen uns beeilen. Der Schirm kann jeden
Moment vollständig reißen." "Dann beeil dich." Michael lies Peter noch ein
Stückchen nach unten. Peter legte der jungen Frau erst die Rettungsschleife um,
dann untersuchte er sie, denn der Fallschirm hatte schon einen deutlichen Riss.
"Michael, vermutlich Rippenbruch rechts. Zieh mir mal 0,5 Fenta auf." Thomas
zog den Medicopter von der Felswand weg und im selben Moment rutschte der
Fallschirm ab, wurde aber durch den Rotorwind leider nach oben geweht. "Scheiße,
wenn der jetzt runterkommt sind wir erledigt", rief Thomas panisch aus.
Sofort riss er den Helicopter zurück und der Schirm segelte nur wenige Millimeter
von der Nase des Helicopters entfernt hinab. "Man das war wirklich knapp",
konnte er von Michael vernehmen. "Was wäre denn passiert, wenn wir den Schirm
abbekommen hätten?", fragte Peter, der inzwischen auch in der Kabine war.
"Siehst du da unten die Schlucht? Da unten wären wir reingeknallt, und ich
hätte nicht auf Autorotation gehen können, denn wenn sich der Schirm im Rotor
verfangen hätte, dann hätte er den ganzen Antrieb und die Steuerung lahmgelegt.
Wir wären wie ein Stein hinuntergstürzt. Und von unserem Heli wären nur noch
Bruchstücke übrig geblieben. Wenn sie uns überhaupt gefunden hätten, dann wär
von uns nicht genug übergeblieben um uns per DNA-Analyse zu identifizieren.
Das wäre das Ergebnis gewesen." "Dann war es wirklich knapp." "Thomas, machst
du dich dann mal auf den Weg zu Klinik, ihr Zustand ist nicht wirklich gut,
wäre daher besser, wenn sie schnell im Krankenhaus landet." "Okay, bin schon
unterwegs." Thomas flog zügig zur Klinik. Er landete auf dem Dach der Klinik
und Michael brachte die Frau in die Klinik. Peter blieb oben bei Thomas. "Das
mach aber nicht noch mal wenn ich unten dran hänge, dann kotz ich nämlich
runter." "Och Peterle, ich glaube das solletst du dann mal üben, denn jetzt ist
wieder die Gleitschirmzeit, da werden wir wohl noch 'n paar aus den Felsen
kratzen dürfen." Im selben Moment kam Michael wieder nach oben. "Alles klar,
kommt durch, wir können wieder." "Na also Thomas, worauf wartest du dann
noch?", fragte Peter. "Darauf das ein gewisser Sanitäter es endlich schafft sich
vernünftig anzuschnallen", gab Thomas grinsend zurück. Peter schloss seinen
Gurt sowie die Tür und Thomas zog den Helicopter nach oben. Bald darauf waren
sie wieder auf der Basis. Thomas rannte zu Biggi hin, während Max mal wieder
einen Blick auf sein Baby werfen wollte. Biggi und Thomas saßen zusammen auf
dem Sofa als Max hereinkam. "Thomas, kann ich dich mal kurz ausleihen?",
fragte er. "Naja, also ich weiß nicht, was Biggi dann von uns denkt", erwiderte
Thomas. "Biggi, dann komm du auch mit, ich werde euch sowieso beide brauchen."
So folgten Biggi und Thomas Max zum Helicopter. Er kletterte auf eine Leiter
und zeigte anklagend auf das Rotorgestänge. "Thomas, was hast du damit
gemacht und was hängt da bitteschön drin?", fragte er. Biggi hatte es sich
inzwischen auf dem Winschgestänge gemütlich gemacht und schaute sich nun die ganze
Sache an. Vorsichtig zog sie einen Fetzen heraus und betrachtete ihn. "Sieht
mir wie ein Fallschirm aus. Oder ein Gleitschirm, aber auf jeden Fall war es
mal etwas aus Ballonseide." "Da liegst du gar nicht so falsch, das war ein
Gleitschirm. Als wir die Pilotin hatten ist der Schirm von der Felswand
abgerutscht und ich hatte ganz schön zu tun, dass er uns nicht im Rotor landet." "Dann
hat sich aber anscheinend doch ein Stück Schnur gelöst, sich bei dir im
Rotor verfangen und dann einen Stoffstreifen vom Schirm abgerissen", meinte
Biggi. "Kann sein", gab Thomas nur zurück. "Und dadurch das du jetzt erstmal noch
gut geflogen bist, hat es sich so vertüddelt, dass das einige Zeit dauern
wird bis wir's raushaben." "Ich sag dann mal Ebi bescheid, das er uns
ausmeldet", sagte Max und wollte sich auf den Weg machen. "Brauchst nicht, er kommt
schon", informierte ihn Thomas, der inzwischen auch auf die Leiter geklettert
war. Nur wenig später stand Ebelsieder dann vor dem Helicopter. "Meine Herren,
meine Dame, darf ich fragen was das wird?" "Aber natürlich dürfen sie", gab
Thomas zurück. "Also was wird das?" "Bei unserem letzten Einsatz hat sich ein
Stück von einem Fallschirm in unserem Rotor verfangen und wir müssen es nun
entfernen." "Wie lange wird das dauern?" "Das können wir noch nicht genau
sagen, aber es wird länger dauern. Daher wäre es gut, wenn sie uns vorläufig
ausmelden könnten." "In Ordnung. ich schicke dann auch Lüdwitz und Berger nach
Hause, denn in einer Stunde werden sie es wohl nicht schaffen, oder?" "Nein,
so schnell sind wir nun wirklich nicht", gab Max zurück. Ebelsieder verschwand
wieder in seinem Büro. Biggi war während des Gesprächs schon im Hangar
gewesen und hatte Schraubenschlüssel sowie einige Zangen und Scheren geholt. "Na
dann mal ran da", meinte sie, während sie wieder auf den Helicopter
hinaufkletterte. "Und wie sollen wir das machen?", fragte Thomas beim Anblick der
hoffnungslos verknoteten Schnur. "Wir schneiden sie vorsichtig in Stücke und
tüddeln sie dann vorsichtig raus." So begannen sie damit. Es war eine anstrengende
und dreckige Arbeit, denn die Schnur hatte sich vollkommen verknotet und war
durch dsa Öl und das Fett der Rotorwelle und der Steuerung rutschig und
schmierig geworden. Noch während sie am entknoten waren kamen Gabi und Ralf. "Was
macht ihr da?", fragte Gabi. "Unsren Engel wieder flugbereit"; gab Biggi
zurück. "Eine gewisse Person hat es nämlich geschafft, sich 'nen halben
Fallschirm in den Rotor zu knoten. Zieht euch um und legt euch in die Sonne, dass
kann hier noch etwas dauern." "In Ordnung. Wird also 'ne faule Schicht", gab
Gabi zurück. "Kann schon sein", erwiderte Biggi noch, dann wandte sie sich
wieder dem Rotor zu. "Mensch Thomas, dass hast du ja super gemacht, wir haben
schon 'nen halben Kilometer rausgeholt und hier ist immernoch Knotensalat." "Ja
tschuldige. Kann ich da was dafür??" "Nee, eigentlich nicht." "Na also."
Schließlich, zwei Stunden hatten sie schon eine beachtliche Menge draußen. "Du
Thomas, was ist denn hier am Rotor so feucht?", fragte Biggi plötzlich. Thomas
zog seine Hand heraus und betrachtete sie eingehend. "Ich würde sagen das wird
heut nix mehr mit fliegen", begann er. "Wieso?", fragte Biggi. "Das ist
Hydraulikflüssigkeit, die Schnur muss mir 'ne Leitung durchtrennt haben. Gabi!!"
"Ja?" "Kannst du uns bitte mal Max und Ebi schicken?" "Klar, kein Problem."
Gabi verschwand und kam kurz darauf mit Max und Ebelsieder wieder. "Was gibt's
denn?", wollte Max wissen. "Herr Ebelsieder, wir können heute leider keine
Schicht mehr fliegen." "Warum nicht?" "Eine Schnur des Fallschirms hat uns
eine Hydraulkileitung zerrissen, diese müssen wir tauschen bzw. schauen ob man
sie noch flicken kann, dann müssen wir die Turbinen trockenlegen und dann
vorsichtig wieder Hydrauliköl nachfüllen." "Wie lange werden sie brauchen?"
"Kommt drauf an. Max, hast du noch 'ne Hydraulikleitung da?" "Nein, die nicht.
Aber sonst alle." "Also werden wir vermutlich bis Morgen Mittag brauchen, bei
Eurocopter ist jetzt keiner mehr zu erreichen." "Dann melde ich sie aus, aber
sie gehen erst, wenn alles soweit fertig ist." "Ja wohl." "Staller, Kollmann,
sie können gehen, dass wird heut nichts mehr. Dafür sind sie dann morgen um
12.00 hier und übernehmen die Schicht, sobald es geht." Gabi und Ralf nickten,
dann verschwand Ebelsieder. "Helft ihr uns noch kurz den Helicopter in den
Hangar zu verfrachten?", fragte Biggi. "Natürlich"; gab Ralf zurück und
gemeinsam schoben sie den Heli in den Hangar. Dann verzogen sich Ralf und Gabi nach
Hause. "Braucht ihr mich noch?", fragte dann auch Max. "Nee, hau mal ab, wir
kriegen das schon hin. Lappen hast du noch da, oder?" "Ja, wie viele braucht
ihr denn?" "So 'ne ordentliche Ladung wäre schon ganz okay, denn hier
schwimmt die ganze Turbine." Max legte noch einen Stapel Lappen sowie noch
sämtliche Ersatzteile die er da hatte auf einen Tisch, dann fuhr auch er nach Hause.
"Wieso seit ihr eigentlich nicht abgestürzt, ich meine du hast dir die
Hydraulik zerfetzt?", fragte Biggi. "Vermutlich hat der Schirm dann doch noch die
Leitung ansatzweise dichtgehalten, denn auf edm Rückflug hat 'low oil press'
zweimal geblinkt, aber ich hab mir da nich viel bei gedacht sondern bin dann
weitergeflogen." "Hat das wirklich geleuchtet oder nur geblinkt?" "Einmal ist
es kurz aufgeblinkt und beim zweiten Mal hat es dann für knapp 2 Minuten
geleuchtet", beichtete Thomas. Biggi hatte inzwischen ein weiteres Teil der
Schnur entfernt. Als sie es herauszog spritzte ihr eine Ölfontäne entgegen.
"Thomas, das war nicht nur die Hydraulik, dass war auch die Ölversorgung der
Turbine." "Na super", stellte Thomas fest. "Das wird also noch länger dauern." "Und
die in der Wäscherei können sich schon mal überlegen, wie sie dieses hübsche
Öl-Fett-Gemisch wieder rausbekommen", meinte Biggi, während sie an sich
herunterschaute. Ihr ehemals leuchtend roter Overall war nun mit Öl getränkt und
hatte eine Farbe zwischen dunkelrot und pechschwarz angenommen. "Das müssen
die gar nicht erst versuchen, das kriegst nicht wieder raus", antwortete
Thomas. "Woher weißt du das denn?" "Ich hab mich damals beim Bund schon mal so
eingesaut, da is uns 'ne Telefonleitung in den Rotor gekommen. Da war dann auch
alles schrott und wir haben 'ne halbe Tonne Beschwerdebriefe bekommen, weil
einige Leute dann 'ne Woche ohne Telefon waren." "Bist du da etwa auch
geflogen?" "Nee, dass war Otto Krause, der ist danach degradiert worden und
sortiert jetzt Socken in 'ner Kleiderkammer." Biggi musste grinsen. Während der
Unterhaltung hatten sie damit weitergemacht die Reste des Fallschirms zu
entfernen und auch Thomas hatte eine kräftige Öldusche abbekommen. "Okay, wir haben auf beiden Seiten die Ölversorgung der Turbine zerschrottet", war sein
Kommentar. "Also Ebi wir sich freuen", meinte Biggi. "Wir werden garantiert nicht
bis morgen fertig." "Stimmt." Inwzischen war es draußen dunkel geworden. Als
sie schließlich das letzte Stück Schnur aus der Turbine geholt hatten, war die
Uhr auf halb zwei. "Ich glaub wir bleiben hier, nach Hause lohnt nicht",
sagte Biggi. "Da hast du recht. Aber ich würde sagen, dass wir trotzdem erstmal
duschen", sagte Thomas. "Aber klar. So wie ich jetzt aussehe ist Nessie noch
'ne Schönheit", behauptete Biggi. So verschwanden sie in Richtung Duschen.
Thomas hatte aus Max' Werkstatt noch einen blauen Müllsack mitgenommen in den
sie ihre Klamotten stopften. "Also wo wollen wir jetzt hin, zu euch oder zu
uns?", fragte Thomas. "Ich würd sagen zu euch, aber nur wenn Michael nicht
wieder seine Schuhe stehen gelassen hat, hab keinen Bock jetzt auch noch in
Ohnmacht zu fallen." "Nee, hat er nicht, er hatte sie ja an", erwiderte Thomas.
"Dann is ja okay." Gemeinsam verschwanden sie dann in den Duschen. Sie küssten
sich immer wieder zärlich und seiften sich dann gegenseitig ein. Nach einer
Viertelstunde dauerduschen verließen sie die Dusche und trockneten sich
gegenseitig ab. Dann verschwanden sie wieder in den Hangar, wo sie dann im
Helicopter auf den Tragen übernachteten. Nach kurzer Nacht standen sie wieder auf,
zogen ihre ältesten Klamotten an und machten sich dann an den Wechsel der
Schläuche. Sie hatten sich extra alte Sachen angezogen, da ein Wechsel der
Schläuche nie ohne eine unheimliche Sauerei funktionierte. Und tatsächlich war es so.
Als sie es dann geschafft hatten, die Schläuche zu wechseln, waren sie
ölverschmiert. "Jetzt nur noch die Hydraulik. Dann haben wir alles geschafft",
sagte Biggi. Thomas nickte ihr zu und sie machten sich wieder an die Arbeit.
Nachdem sie die Schläuche gewechselt hatten, begannen sie, mit Lappen die
Turbinen zu trocknen. Als sie es endlich geschafft hatten, das Öl auszuwischen,
kamen Gabi und Ralf mit Max zurück. "Na, wie sieht's aus bei euch?", fragte Max.
"Ölig, schmierig, aber so langsam wirds wieder trocken. Wir wollen gleich
wieder die Turbinen testen und dann 'nen Testflug machen", informierte ihn
Thomas. "Keine Chance. So wie ihr ausseht kommt ihr mir nicht ins Cockpit", sagte
Max und stellte sich vordie Tür. Biggi und Thomas blickten gegenseitig an
sich herunter und meinten dann einstimmig: "Okay, okay, wir gehen ja schon
duschen." Dann waren sie auch schon verschwunden. Sie gingen wieder in die
Herrenumkleide und stopften wieder ihre Klamotten in den blauen Sack, der noch vom
vergangenen Abend dort lag. Sie verschwanden unter der Dusche und kamen fünf
Minuten später blitzsauber und in frischen Overalls in den Hangar. "Dürfen
wir unser Baby jetzt fliegen?", fragte Biggi und warf Max einen unschuldigen
Hundeblick zu. "Okay, okay, aber bringts mir heile wieder", sagte er noch,
wobei er besonders Thomas anschaute. "Ja Mäxchen, wird schon nicht mehr
vorkommen", versprach Thomas, allerdings sah Max nicht, dass er die Finger hinterm
Rücken überkreuzt hatte. Biggi und Thomas schoben den Helicopter nach draußen
und Biggi hob ab. Zügig flog sie Richtung Norden, um sich dann hinter der
Bergkette vor Max' Blicken 'verstecken' zu können. Kaum das sie aus Max' Blickfeld
verschwunden waren, begann Biggi auch schon, ihren Engel auf Herz und Nieren
zu prüfen. Sie flog knapp über den Bäumen hinweg, dann drehte sie plötzlich
den Engel und riss ihn rückwärts steil nach oben. Thomas, der mit diesem
Manöver noch nicht gerechnet hatte, krallte sich an seinem Sitz fest. "Mensch
Biggi, musste das jetzt schon sein? Ich hab mich unheimlich erschreckt!", rief
er aus. "Wie? Du warst Pilot bei der BW und bist so schreckhaft? Respekt." "Du
weißt genau wie ich das meine", gab Thomas zurück. "Jaja." "Hey. Lass mich
auch mal fliegen", bat Thomas. "Damit wir heute wieder am Rotor rumschrauben
müssen? Nee." "Du bist gemein", meinte Thomas, tat beleidigt und drehte sich
weg. "Okay, okay, hier bitte", lies sich Biggi dann doch erweichen und gab ihm
das Steuer frei. Thomas kippte sofort den Helicopter auf die Seite. Biggi
war darauf vorbereitet gewesen und daher grinste sie nur. "Und? Gefällt er dir
wieder?" "Ja." "Was mehr nicht?" "Du hast ihn super hingekriegt." "Danke
Schatz." "Keine Ursache", erwiderte Thomas und gab ihr einen Kuss, während er
dabei den Helicopter lässig mit einer Hand um eine Ecke zwischen zwei Felswänden
flog. "Du bist unverbesserlich. Wirklich." "Ich weiß. Und ich bin stolz
drauf", gab Thomas grinsend zurück. Nun riss Biggi ihrerseits den Heli herum.
Gleichzeitig drückte sie jedoch den Helicopter in die Tiefe, sodass sie
schließlich eine kurze Zeit überkopf durch ein enges Tal schoss. Dann riss sie den
Helicopter wieder herum und die Kufen schossen nur Millimeter über den
Baumspitzen vorbei. "Willst du das wir unseren Engel auch noch neu lackieren
müssen?", fragte Thomas gespielt vorwurfsvoll. "Wieso denn? So flieg ich immer", gab
Biggi gespielt empört zurück. Dann hörten sie aber auf mit herumalbern und
flogen alle Tests. Nach einer Stunde Flug landete Biggi ihren Engel wieder auf
seiner Landeplattform und stieg aus. max kam schon auf sie zugelaufen. "Und,
wie geht's ihm?" "Wem? Thomas oder deinem Baby?" "Meinem Baby." "Alles okay,
ihm gings nie besser. Fliegt sanft wie eine Feder und so schnell wie ein
Andler. Alle Tests bestanden." "Na dann habt ihr ja gute Arbeit geleistet."
"Wieso? Was hast du denn erwartet?" "Naja,bei euch weiß man ja nie...." Im selben
Moment wurde Max jedoch von hinten gepackt und gnadenlos durchgekitzelt.
Thomas hatte sich von hinten angeschlichen. Schließlich wälzten sich beide über
den Boden. Inzwischen waren auch Gabi und Ralf gekommen. "Also nee, Thomas,
jetzt hier Biggi mit Max betrügen und das auch noch vor unseren Augen, dass
hätte ich echt nie gedacht", sagte Gabi. Verdutzt schaute Thomas auf. Dabei bot
er jedoch einen solch komischen Anblick, dass die anderen einfach loslachen
mussten. Dann stimmten auch er und Max ein. Im selben Moment ertönte die
Alarmsirene. "Rettungsleitstelle für Medicopter 117, bitte kommen." "Medicopter
117 hört", antwortete Gabi. "Im Forschungslabor Kreisbach wurde ein Arbeiter
von einer Schlange gebissen. Sie werden gebeten sofort nach Kreisbach zu
fliegen. Weitere Informationen über Funk." "Verstanden Rettungsleistelle, wir
übernehmen", antwortete Gabi, dann sprintete sie hinter Ralf und Biggi her zum
Helicopter. "Medicopter 117 for Munich tower, were on a rescue-mission
destination Kreisbach. Highest priority. We need a free flyging level." "Roger
Medicopter 117. Youre clear to proceed on fying level 2050. Confirm when reached."
"Thanks Munich tower. Reaching expect in 2 Minutes." Biggi zog ihren Heli
steil nach oben während sie zugleich so schnell wie nur möglich in Richtung
Kreisbach flog. Wenig später meldete sie sich wieder beim Tower. "Munich tower,
this is Medicopter 117. We now has reached flyinglevel 2050. Over." "Roger
Medicopter 117. Flight on Level 2050 confirmed. Over and out." Im selben Moment
meldete sich die Rettungsleitstelle wieder. "Rettungsleitstelle für Medicopter
117, landen sie bitte zuerst auf dem Dorfplatz von Lunz, dort wird ihnen ein
Streifenwagen der Polizei das Antiserum geben." "Verstanden
Rettungsleitstelle, Zwischenlandung in Lunz." "Medicopter 117 to Munich tower, we had a first landing in Lunz." "Roger Medicopter 117, clear to land." "Thanks Munich
tower. Over and out." Biggi flog so schnell sie konnte und landete kurz darauf
auf dem Dorfplatz von Lunz. Kaum das sie gelandet war, kam ein Polizist auf den
Helicoper zugerannt und reichte Gabi eine kleine Tasche mit Antiseren
hinein. Sofort riss Biggi den Helicopter wieder nach oben und steuerte Kreisbach
an. Sie landete vor dem Forschungslabor und Gabi und Ralf rannten hinein.
"Passen sie auf, die Schlange ist noch nicht eingefangen, sie kann überall sein",
rief ihnen panisch ein Mitarbeiter zu. "In Ordnung", antwortete Ralf, während
Gabi sich schon den Patienten anschaute. "Das war eine Korallenschlange, die
ihn gebissen hat, gib mir das Gegengift, schnell!!", wies sie den Sanitäter
an. Ralf reagierte sofort und reichte ihr das gewünschte Serum. Gabi
injizierte es dem Arbeiter und konnte ihn so stabilisieren. Biggi kam mit der Trage
hinein. Im selben Moment als sie sie auf dem Boden ablegte, merkte sie, wie
etwas an ihrem Arm hochschoss und im selben Moment spürte sie einen stechenden
Schmerz. Sie blickte an ihrem Arm hinunter und bemerkte zwei runde Einstiche.
"Scheiße. Gabi, die Schlange hat mich auch erwischt", rief sie aus. "Zeig
her." Gabi sah sich Biggis Arm an und versuchte soviel Gift wie möglich
abzusaugen. "Schaffst du's bis Wien?", fragte sie besorgt. "Ich glaub schon." "Bist
du dir sicher? Ansonsten lass ich 'nen RTW kommen." "Wird schon gehen." Ralf
hatte inzwischen das Vereisungsspray ausgepackt, damit nicht noch mehr
gebissen wurden. Er entdeckte die Schlange die es sich gerade in einem der
Seitenfächer der Tasche gemütlich machen wollte und feuerte das Spray ab. Die
Schlange erstarrte und er warf sie in einen Beutel, den er dann einem der Arbeiter
in die Hand gab. "Die wäre erledigt", sagte er. "Wofür so ein Vereisungsspray
alles gut ist. Und das alles auf Krankenschein." "Ich will euch ja nicht
hetzen, aber wenn wir nicht bald losfliegen, dann schaff ichs nicht mehr bis zur
Klinik", unterbrach Biggi. "Der Patient ist fertig, dann sollten wir mal
los." Schnell trugen sie den Patienten in den Helicopte rund Biggi stieg vorne
ein. Sie startete die Triebwerke und zog den Helicopter nach oben. "Medicopter
117 to Vienna tower, were on a rescue mission destination central hospital."
"Roger Medicopter 117, go ahead." "Medicopter 117 für Reddungsleidselle,
bidde kommen." "Rettungsleitstelle hört. Medicopter 117, alles in Ordnung mit
ihnen?" "Jaa. Wir befinden uns im Anflug auf das zentrale Klinikum Wien.
Benötigen dringend Antiserum für eine Korallenschlange." "Das wird eingeleitet. Was
ist den mit ihrem Piloten los?" "Unsere Pilotin wurden von einer Schlange
gebissen." "Und sie fliegt?" "Ja ich fliege", gab Biggi auskunft. "Es ist meine
einzige Chance, denn der Transport mit dem RTW wird zu lange dauern", brachte
sie hervor. "Bitte räumen sie den Park, ich brauche einen größeren Platz zum
landen, da ich nicht garantieren kann, auf so begrenzter Fläche zu landen."
Inzwischen tanzten schon einige schwarze Punkte vor Biggis Augen, die sie
immer wieder durch kopfschütteln zu vertreiben versuchte. "Medicopter 117 für
Basis, bitte kommen." "Basis für Biggi, was ist los mit dir?", fragte Thomas
besorgt. "Ich bin bei unserem Einsatz von einer Schlange gebissen worden. Du
musst den Helicopter von Wien zurückfliegen. Ich werde es nämlich nur bis zur
Klinik schaffen." "Biggi, bist du irre?", fragte Thomas erschrocken. "Nein.
Ich schaff das schon. Aber wünsch mir Glück. Bin gleich da." Im selben
Augenblick kam die Klinik in Sicht. Die Schwestern und Pfleger hatten den Park
geräumt. Mit letzter Kraft landete Biggi den Helicopter mit einem Ruck auf einer
Wiese. Sie schaffte es noch nicht einmal, die Triebwerke auszuschalten bevor
sich ihre Augen schlossen und sie in tiefer Dunkelehti versank. "Gabi, Biggi
ist weggekippt", sagte Ralf. Im selben Moment wurden die Klappen aufgerissen
und der Arbeiter ins Krankenhaus gebracht. Kaum das die Ärzte den Patienten
übernommen hatten, sprang Gabi aus der Kabine und riss Biggis Tür auf. Die
Pilotin hing in ihren Gurten, den Helm noch auf den Kopf und die Augen zum Himmel
verdreht. Ihr Puls raste. "Wo bleiben die bloss mit dem Gegenmittel?", fragte
Gabi besorgt. "Fass mal schnell mit an, das wir Biggi auf den Boden legen
können." "Aber der Helicopter...." "Kannst du das?" "Denk schon", erwiderte
Ralf und kletterte ins Cockpit wo er beide Hebel in den Leerlauf zog. Allerdings
gelang es ihm nicht, die Triebwerke ganz zu stoppen. "Das muss so gehen,
Thomas kommt ja bald." Vorsichtig öffneten sie Biggis Gurte und legten sie auf
den Boden. Gabi nahm ihr vorsichtig den Helm vom Kopf und begann sie
vorsichtig zu beatmen. "Ralf, gib mir mal bitte das EKG", wie sie den Sanitäter an.
Ralf holte das EKG und Gabi schloss Biggi an. "Ihr Herzschlag wird immer
langsammer, wo bleiben die bloss?" "Keine Ahnung", erwiderte Ralf, denn nach wie
vor war niemand zu sehen. "Ralf, gib mir bitte ein Atropin." "Ralf gab ihr die
Spritze. Sie injizierte es Biggi und ihr Herzschlag beschleunigte sich
wieder. Doch nach kurzer Zeit begann er wieder langsamer zu werden. "Scheiße.
Biggi krepiert uns hier noch im Krankenhauspark. Setzt dich ins Cockpit und mach
sie über Lautsprecher aufmerksam." Ralf kletterte ins Cockpit, setzte seinen
Helm auf und aktivierte die Außenlautsprecher. "Wir brauchen das Gegenmittel,
schnell, wir sind im Park, direkt neben dem See." Nur wenig später kamen
drei Pfleger auf sie zu. "Tut uns leid, wir haben sie nicht gefunden", sagte
einer. "Haben sie das Serum?", fragte Gabi. "Ja, hier." Er reichte es Gabi. Sie
injizierte es Biggi und ihr Herzschlag normalisierte sich wieder. Nur wenig
später schlug Biggi die Augen wieder auf. "Hab ich was verpasst?", fragte sie
verwirrt. Gabi zog sie hoch und und fiel ihr in die Arme. "Du bist uns fast
unter den Händen weggestorben, weil die uns nicht gefunden haben. Aber mal
so. Kannst du uns sagen, wie wir den Heli ganz auskriegen?" "Schieb den roten
Hebel in der Mitte nach vorne und zieh die zwei anderen nach hinten." Ralf tat
wie sie ihm gesagt hatte und nun waren die Triebwerke entgültig aus. Biggi
blieb noch etwas liegen, daihr noch immer schwindelig war. Plötzlich hörten
sie hinter sich ein lautes Rascheln. Gabi und Ralf drehten sich um, Biggi
wandte nur den Kopf. Da sahen sie auch schon Thomas zwischen den Bäumen
hindurchkommen. "Thomas, danke", flüsterte Biggi, als er sie vorsichtig in den Arm
schloss. "Bitte Biggi, mach das nie wieder, jag mir nie wieder solche Angstein.
Hörst du? Das nächste Mal nimmst du den RTW." "Ja", gab sie schwach zurück.
"Gabi, muss ich noch hierbleiben?" "Du gehst jetzt erstmal noch zur
Untersuchung, wenn man bedenkt, wie knapp du dem Tod von der Schippe gesprungen bist. Daher lässt du dich erstmal prüfen. Wenn alles okay ist, dann kannst du
mitkommen." "Muss das sein?" "Ja muss es." Thomas half Biggi hoch und sie betraten
gemeinsam das Krankenhausgebäude. Biggi wurde Blut abgenommen und dann begann
das Warten. Sie saßen alle auf den Stühlen und warteten. Thomas hatte Biggi
im Arm, die immer nervöser wurde. Sie wusste, dass wenn der Arzt sie rufen
würde, alles zusammenbrechen konnte. Sie könnte das Gift losgeworden sein, es
könnte aber auch noch durch ihre Blutbahnen fließen und sie langsam umbringen,
weil das Gegenmittel nicht schnell genug dagewesen wäre. Plötzlich öffnete
sich die Tür. Wie auf Befehl drehten sich ihre Köpfe und sie schauten den Arzt
fragend an. "Frau Schwerin, würden sie mir bitte folgen?" "Darf mein Freund
mich begleiten?", fragte Biggi unsicher. "Aber natürlich", sagte der Arzt und
Biggi und Thomas folgten ihm. Der Arzt bat sie platzzunehmen. "Frau Schwerin,
die Untersuchung hat ergeben, dass ihr Körper gerade dabei ist das Gift
vollständig abzubauen. Es kann zwar sein, dass sie sich noch heute noch etwas
schwach fühlen werden, aber das Gift hat keinen bleibenden Schaden angerichtet.
Es wäre vermutlich am besten, wenn sie sich noch etwas schonen würden." "Aber
ich bin im Dienst. Und das noch drei Stunden." "Kann ihr Freund sie
begleiten?" "Ja, das geht", sagte Thomas, denn er wusste, dass es nichts gab was
Biggi mehr hasste als Krankenhäuser. "In Ordnung, dann könne sie gehen.
Allerdings dürfen sie die nächsten drei Tage keinerlei Alkohol trinden, denn dieser
könnte das Gift oder einen der Grundstoffe wieder aktivieren. Ich muss sie
inständig bitten, sich daran zu halten, denn wir hatten einen Fall wo eine
Person sich nicht daran gehalten hat. Dies hat dazu geführt, dass sie so starkes
Herzrasen bekam, dass es ihm den Herzmuskel zerissen hat. Wir konnten nichts
tun. Bei der Obduktion wurden fast zwei Liter Blut in ihrer Brust gefunden.
Daher halten sie sich bitte daran." "Das werde ich tun", versprach Biggi und
sie verließen das Zimmer. "Und?", wurden sie sofort von Gabi und Ralf gefragt.
"Ich habs geschafft. Das Gift hat keinen bleibenden Schaden angerichtet. Aber
ich brauche für heute noch 'nen Aufpasser beim fliegen." "Das is kein
Problem, du hast ja Thomas da." "So sah ich das ja auch." So schlenderten sie
wieder in den Park um ihre Engel dort aus dem Weg zu nehmen. Biggi stieg wieder
vorne ein, jedoch setzte sich Ralf nach hinten, damit Thomas ebenfalls vorne
konnte. Gekonnt startete Biggi ihren Engel und riss ihn schnell nach oben.
"Vienna tower, this is Medicopter 117, were going to cross your control zone from
center to west." "Roger Medicopter 117, go ahead but inform Salzburg or
Munich tower by leaving our control zone." "Roger Vienna tower, we will inform
Munich tower by leaving your control zone." Biggi flog zügig zurück in Richtung
Basis. "Medicopter 117 for Munich tower, were on flight back to homebase."
"Roger Medicopter 117, go ahead." Kurz vor der Basis fing dann die
Tankwarnleuchte an zu leuchten. "Oh. Das hat im Klinikum wohl doch mehr Sprit gekostet", meinte Biggi ungerührt. Ralf schielte ihr über die Schulter. "Du hast 'n
bisschen wenig Sprit", sagte er. "Ich weiß. Wird aber schon noch reichen", gab
Bigi zurück. Trotz der permanent blinkenden Tankanzeige flog sie zurück zur
Basis. Während Ralf und Gabi sofort in den Aufenthaltsraum verschwanden, blieb
Biggi noch im Cockpit sitzen. Langsam nahm sie den Helm ab und verschnaufte
etwas, da während der letzten Flugminuten schon wieder einige schwarze Punkte
vor ihren Augen aufgetaucht waren. Thomas war inzwischen schon ausgestiegen,
um den Helicopter herumgegangen und hatte die Tür geöffnet. "Hey Biggi, alles
klar?", fragte er. "Ja. Aber mir ist ein bischen Schwindelig." "Warum hast
du denn nichts gesagt?" "Ich hab gedacht, es wird schon so gehen", gab sie zu.
"Dann bleib erstmal sitzen, ich betank den Engel." "Danke", erwiderte Biggi.
Thomas betankte den Helicoprer. Als er fertig war nahm er Biggi in den Arm
und begleitete sie vorsichtig in den Aufenthaltsraum. Gabi fiel es als erstes
auf. "Hey Biggi, was ist los mit dir?", fragte sie. "Mir ist 'n bisschen
Schwindelig", gab sie zu. "Biggi, am besten legst du dich jetzt erstmal auf's
Sofa und ruhst dich noch etwas aus. Ich such gleich mal, ob ich noch was für
dich hab." Während Gabi in ihren Sachen noch nach einem Medikament für Biggi
suchte, hatte Thomas sich aufs Sofa gesetzt. Biggi legte sich hin und legte
ihren Kopf in seinen Schoß. Sie schloss die Augen und lies alles um sich herum
geschehen. Ihre Gedanken verschwammen und schon nach kurzer Zeit war sie in
einer Traumwelt versunken. Thomas bemerkte, dass Biggi eingeschlafen war und
bedeutete Ralf und Gabi leise zu sein. Gabi gab ihm ein Zeichen, dass er
rauskommen sollte, doch Thomas bedeutete ihr, aufzuschreiben, was sie sagen wollte.
Daher griff sich Gabi Zettel und Stifft und schreib auf: "Ist gut, dass sie
schläft. Vielleicht hilft das ihrem Kreislauf." Thomas nickte. Im selben
Moment ertönte die Alarmsirene. "Rettungsleistelle für Medicopter 117, in Abtenau
ist ein Radfahrer gestürzt. Können sie ihn in die Klinik bringen?" Biggi war
inzwischen auch aufgewacht. Sie setzte sich auf und griff sich sofort
stöhnend an den Kopf. "Biggi, bleib liegen, ich fliege für dich", sagte Thomas und
drückte sie zurück aufs Sofa. "Medicopter 117 an Rettungsleistelle, wir
übernehmen", antwortete Gabi inzwischen. "Thomas pass auf dich auf", sagte Biggi.
"Ich pass schon auf. Aber du schläfst noch etwas, oaky?" "Ja. Versprochen",
sagte Biggi schwach. Thomas gab ihr noch einen Kuss und rannte dann zum
Helicopter. Biggi beobachtete wie Thomas edn Heli hochzog und für einen Moment
erzitterte das Gebäude, da Thomas dort tief rüberflog. Dann herrschte wieder
Stille, nur die Vögel sangen. Inwzischen meldete Thomas schon den Flug an.
"Medicopter 117 to Munich tower, were on an anbulance mission destination Abtenau."
"Roger Medicopter 117. Go ahead, you're clear to proceed." "Thanks Munich
Tower." Thomas flog über einen Wald und scheuchte dabei einige Vögel auf. Gabi
verdrehte die Augen, denn Peter hatte ihnen schon erzählt, dass es öfters
vorkam, dass Thomas einigen Vögeln beinahe einen Herzinfarkt bescherte, weil er
immer so tief flog. Biggi war inzwischen wieder in eine Traumwelt versunken.
Thomas war schon in Abtenau angekommen. "Medicopter 117 für
Rettungsleitstelle, bitte kommen." "Rettungsleistelle hört." "Erbitten genaue Informationen zu unserem Einsatzort." "Einsatztort Marktstraße, vom Marktplatz aus in
südlicher Richtung. Allerdings hat RTW Berta 9 ihren Patienten schon aufgenommen. Sie können beidrehen." "Verstanden Rettungsleitstelle, befinden uns auf dem
Rückweg." "Verstanden Medicopter 117." "Ich hasse solche Leereinsätze", fluchte
Thomas und riss den Helicopter ruckartig herum. Inzwischen wurde Biggi auf der
Basis von lautem Reifequietschen geweckt. Sie schlug die Augen auf und
sofort begann sich vor ihren Augen alles zu drehen und es erschienen farbige
Spiralen an den Wänden und an der Decke. Michael und Peter kamen gerade in den
Raum als Biggi sich stöhnend die Hände aufs Gesicht drückte. "Biggi, was isf
los?", fragte Michael besorgt. "Ich bin beim letzten Einsatz von 'ner Schlange
gebissen worden. Und nun dreht sich alles und ich seh überall Farben", sagte
sie, sichtlich unter Schmerzen. Dann kippte sie wieder weg. "Peter,
Blutdruck." "60 zu 80." "Versuch mal Thomas zu kriegen", wies er den Sanitäter an.
"Basis für Medicopter 117, bitte kommen." "Medicopter 117 hört. Peter, was ist
los?" "Seid ihr noch im Einsatz?" "Nee, der RTW hat übernommen, wir kommen
zurück." "Dann macht die Socken scharf, Biggi ist umgekippt." "Scheiße. Wie
geht's ihr?", fragte gabi besorgt. "Blutdruck 60 zu 80. Puls normal, aber
instabil." "Das ist gut. Sorgt dafür, dass ihr Flüssigkeit zugeführt wird und passt
auf den Puls auf. Wenn er unter 50 geht, dann gebt Atropin." "Okay." "Michael,
wir sind gleich da", versuchte Thomas Michael zu beruhigen. Peter hatte
Biggi inzwischen einen Zugang gelegt. Währenddessen holte Thomas alles aus seiner
Maschine raus und flog so schnell wie er konnte zur Basis zurück. Er knallte
den Heli auf den Landeplatz. Während Gabi zu Michael in den Aufenthaltsraum
spurtete, holten Ralf und Peter die Trage. Sie legten Biggi vorsichtig drauf
und trugen sie zum Helicopter. "Wie geht's ihr?", fragte Thomas besorgt. "Ihr
Zustand ist stabil aber sie ist halt bewusstlos." "Wohin? Welche Klinik ist
am besten?" "Flieg mal nach Schwarzach. Da hat Dr. Dorn Dienst, der kennt
unsere Eigenarten am besten." "Okay. Bin in drei Minuten da", gab Thomas zur
Auskunft und flog dann, was seine Maschine hergab. Tatsächlich waren sie genau
drei Minuten später auf dem Dach der Klinik gelandet. Dr. Dorn wusste schon
Bescheid und kam ihnen schon entgegen. "Na, was haben sie dies mal
angestellt?", fragte er. "Wir gar nichts", gab Thomas zurück. "Aber Frau Schwerin ist von 'ner Korallenschlange gebissen worden." Nun wurde Dr. Dorn hellhörig. "Wie
bitte?", fragte er. "Wir sind heute Morgen zu einem Einsatz ins Foschungslabor
Kreisbach gerufen worden. Dort war ein Arbeiter gebissen worden. Wir haben
ihm das Gegenmittel gegeben und ihn versorgt. Als dann unsere Pilotin die
Trage abgelegt hat, hat die Schlange sie gebissen. Sie ist aber trotzdem noch bis
nach Wien geflogen. Dort ist sie unmittelbar nach der Landung bewusstlos
zusammengebrochen und wäre beinahe gestorben weil uns die Pfleger mit dem
Gegenmittel nicht gefunden haben. Allerdings hat die Nachuntersuchung ergeben, dass
ihr Körper das Gift vollständig abbauen wird." "Und wo ist dann das
Porblem?", wollte Dorn wissen. "Kurz nach der Ankunft auf der Basis klagte sie über
Schwindelgefühle und Kopfschmerzen, woraufhin sie sich dann hingelegt hat."
"Als ich dann gekommen bin lag sie stöhnend auf dem Sofa, stammelte etwas von
drehenden Zimmern und dass sie überall Farben sehen würde. Dann ist sie
ohnmächtig geworden." Dr. Dorn hatte Biggi inzwischen untersucht. "Ich kann sie
beruhigen, sie wird wieder aufwachen, aber im Moment braucht ihr Körper alle
Kraft um das Gift sowie die Rückständen abzubauen, deshalb hat ihr Kreislauf das
auch nicht geschafft und sie ist ohnmächtig geworden. Ich denke, dass sie im
Laufe der Nacht, aber spätestens Morgen aufwachen wird. Allerdings würde ich
sie über Nacht gern stationär behalten. Schwester Antonia, bringen sie sie
doch bitte nach 342." "Der Raum ist mit Blick auf den Heliport, oder?", fragte
Michael nach. "Ja ist er. Und irgendwann haben sie mich soweit, dass ich
ihnen noch ein Bett draufstelle." Thomas grinste. "Ich würde sie aber bitten,
erst wieder heute Abend vorbeizuschauen, da sie im Moment wirklich Ruhe
braucht." "In Ordnung." Die Crew verschwand wieder. Thomas flog zurück. "Ja mei was macht's 'n ihr immer, des ihr immer im Krankenhaus seid?", fragte Max, als
Thomas gerade ausstieg. "Wir? Gar nichts. Das war Biggi." Dann war er auch
schon im Aufenthaltsraum verschwunden. "Gabi, Ralf, schaut ihr heut abend sonst
mal vorbei? Ich hab ja Schicht", wandte sich Thomas an seine Kollegen. "Klar
tun wir das", meinte Gabi. Dann verschwand sie mit Ralf in der Umkleide,
während die Jungs sich auf eine lange Nacht vorbereiteten. Merkwürdigerweise war
diese Nacht ruhig. Sehr ruhig. Thomas lag auf dem Sofa und versuchte
verzweifelt einzuschlafen, rechnete jedoch jeden Moment damit, dass sie Alarmsirene
ertönen und sie alle wieder aufscheuchen würde. Als er dann schließlich
einschlief war es halb fünf am Morgen. Doch nur eine halbe Stunde später weckte ihn
das Klingeln des Telefones. "Basis Medicopter 117?" "Hier Polizeileitstelle.
Wir erbitten einen Assistenzeinsatz. Beim Rundgang haben die Wächter in
Rotgülden festgestellt, dass Kornzeuge Kaminsky fehlt. Sein Zellengenosse war
verletzt worden, konnte uns aber gerade noch sagen, dass Kaminsky von einer
bewaffneten Gruppe mitgenommen wurde. Wir bitten sie daher darum, uns bei der
Suche aus der Luft zu unterstützen, da Edelweiß 27 momentan bei einem anderen
Einsatz gebrauch wird." "Verstanden Leitstelle, wir übernehmen. Erbitten in
Kürze weitere Informationen über Funk." Inzwischen waren auch Michael und Peter
wachgeworden. "Thomas, was is denn los, dass wir hier morgens um 5 angerufen
werden?" "Erzähl ich euch im heli, wir haben 'en Einsatz, also macht die
Socken scharf." Dann war Thomas schon auf dem Weg nach draußen. dabei riss er
seine jacke so schwungvoll vom Gardarobenständer, dass dieser wiedereinmal mit
einem lauten Krachen umfiel. Nun waren auch Peter und Michael wach und folgten
ihrem Piloten zum Helicopter. Thomas saß schon in seinem Engel und die
Turbinen liefen schon. Kaum das Michael und Peter in der Kabine waren, zog Thomas
den Helicopter nach oben. "Medicopter 117 to Munich tower, were on flight
destination Rotgülden. Had a searchflight at mentioned Destination. Please give
us a chance for low altitude flying." "Roger Medicopter 117. Go ahead, clear
to proceed." "Roger. Over and out." Thomas flog in Richtung Rotgülden.
"Medicopter 117 für Peter 17. Bitte kommen." "Peter 17 hört. Sprechen sie
Medicopter 117." "Erbitten genauere Informationen zu unserem Einsatz." "Durchsuchen sie bitte das Gebiet nördlich von Rotgülden. Wir gehen davon aus, dass er in die Berge gebracht wurde, da er dort schwerer zu finden ist." "Das ist
verstanden. Wir durchsuchen zuerst das Gebiet nördlich." Thomas flog unmittelbar
über den Baumkronen während Michael und Peter nach dem kronzeugen ausschau
hielten. "Thomas, da, auf 10 Uhr, auf der Lichtung!", schrie Michael plötzlich
auf. "Habs", kam es von dem Piloten nur zurück. Vorsichtig landete Thomas den
Helicopter und Michael und peter liefen zu Kaminsky um ihn zu versorgen. Thomas
beobachtete währenddessen aufmerksam die Umgebung. Ihm kam es merkwürdig
vor, dass Kaminsky hier zwar schwerverletzt lag, aber noch nicht tot war, denn
er sollte gegen die Mafia aussagen. Und die Mafia beseitigte für gewöhnlich
ihre Zeugen. Endlich waren Michael und Peter mit der Versorgung fertig und
brachten Kaminsky in den Helicopter. "Thomas, nach Radstadt und zwar schnell,
wenns geht." "Klar Michael. Natürlich geht das." Thomas zog den Medicopter nach
oben. "Medicopter 117 für Rettungsleitstelle, haben Kaminsky gefunden.
Aufgrund der Tatsache, dass er schwer verletzt ist, fliegen wir ihn nach Radstadt",
informierte Thomas ide Polizei, die auch sofort Streifenwagen losschickte.
Doch es sollte kein ruhiger Flug zum Krankenhaus werden. Plötzlich tauchte
direkt vor ihnen ein schwarzer Helicopter auf. "Scheiße", fluchte Thomas und
schaffte es gerade noch, an dem Helicopter vorbeizukommen. Er ahnte schon böses.
Im selben Momen hörte er Schüße hinter sich und gelegentlich ertönte ein
metallisches Geräusch, wenn eine der Kugeln traf. "Thomas tu doch was!!", schrie
Micahel. "Was glaubst du was ich hier mache?", gab dieser zurück. "Haltet
euch fest und schnallt euch an." Im selben Moment schlug eine weitere Kugel
ein. "Ich geh tiefer. Vielleicht kann ich ihn abhängen." Thomas drückte den
Helicopter tiefer, hinein in das Flussbett. Doch der Helicopter blieb ihnen auf
den Fersen. Thomas zog den Helicopter steil nach oben, doch der andere
Helicopter folgte ihnen weiterhin. "Thomas, der muss so schnell wie möglich in die
Klinik", machte sich Michael bemerkbar. "Du bist gut. Wenn ich jetzt so
weiterflieg, dann sind wir in Stücke geschossen, so schnell können wir gar nicht
gucken. Aber da ist 'ne Brücke, ich versuch ihn da loszuwerden." Die Brücke kam
schnell näher. Thomas flog so hoch, dass die Brücke eigentlich unter ihm
sein müsste. Doch kurz vorher tauchte er den Helicopter unter der Brücke durch,
drehte danach ruckartig und flog wieder zurück. Allerdings reagierte der
andere Pilot genauso schnell und folgte weiterhin hartnäckig dem Medicopter.
"Peter, wir haben nur noch eine Chance. Wie viele Mullbinden und Kompressen hast
du noch?" "Noch viele, wieso?" "Zerschneide die Binden und Kompressen.
Schnell!!" Peter fragte nicht weiter sondern tat was Thomas gesagt hatte.
Inzwischen bei Biggi im Krankenhaus: Dr. Dorn hatte sie ein letztes Mal untersucht
und ihr mitgeteilt, dass sie wieder voll einsatzfähig war. Biggi hatte Gabi
angerufen und wartete nun, dass sie abgeholt würde. Gedankenverloren spielte sie
mit ihrem Funkgerät herum und schaltete es schließlich ein. Sofort hörte sie
die panische Stimme von Thomas. Vor Schreck erstarrte sie. Im selben Moment
hielt Gabis Auto neben ihr. "Gabi, zur Basis. Sofort." Gabi schaute sie nur
fragend an. "Gabi, die Jungs haben 'm Problem. Ich muss zur Basis." Gabi
nickte und fuhr zur Basis. Biggi sprintete ans Funkgerät. "Thomas, alles okay?"
"Hört es sich so an?", fragte Thomas zurück. Im selben Moment schlug eine
weitere Kugel ein. "Pass um Himmelswillen auf!!", rief Biggi. "Peter, bist du
soweit?", fragte Thomas zurück. "Ja", antwortete Peter mit leiser Stimme. "Leg
Gurtzeug um und geh zur Tür. Beeil dich." Peter nickte und legte sich Gurtzeug
an. Michael rückte zur Seite um Peter durchzulassen. Der Sanitäter klinkte
sich in das Seil ein. "Thomas, ich bin bereit." "Okay, bist du gesichert?"
"Ja." Im selben Moment musste Thomas den Helicopter wieder herumreissen, um nicht
gegen einen Baum zu knallen. Micahel bemühte sich währenddessen verzweifelt
um Kaminsky. "Okay Peter. Reiss die Tür auf wenn ich's dir sage und wirf dann
die Bindenschnipsel raus." Der Helicopter raste durch ein weiteres Bachtal.
"Peter. Jetzt!" Der Sanitäter riss die Tür auf und warf alles hinaus.
Plötzlich tauchte eine Steilwand vor ihnen auf. "Thomas, willst du uns umbrigen???
Zieh hoch!!!", brüllte Peter panisch. "Werf das Zeug weiter raus. Und schrei
nicht rum." Thomas brauchte seine volle Konzentration um nicht die Kontrolle
zu verlieren. Nur wenige Meter vor der Wand riss er den Helicopter nach oben.
Dem Piloten des anderen Helicopters gelang dies nicht mehr. Der Helicopter
prallte gegen die Felswand und zerschellte in einem Feuerball. "Medicopter 117
an Rettungsleitstelle, wir haben auf 49 50 North zu 11 18 East einen
Helicpoterabsturz gesehen. Es gibt vermutlich keine Überlebenden", gab Thomas zur
Auskunft. "Verstanden Medicopter 117", bestätigte die Rettungsleitstelle. "Des
weiteren erbitten wir nun Landefreigabe für Klinikum Radstadt." "Das ist
verstanden, Landefreigabe erteilt." "Roger Rettungsleitstelle." Thomas flog zügig
zur Klinik, denn der Zustand von Kaminsky war sehr schlecht. Sie landeten in
der Klinik und Michael brachte Kaminsky hinein. Ihm kamen schon einige
Polizisten entgegen, die den Auftrag hatten, Kaminsky zu schützen. Michael kam
wieder hoch und sie flogen zurück. Biggi und Gabi saßen inzwischen unruhig auf
der Basis. Schließlich konnte es Biggi nicht mehr ertragen still im
Aufenthaltsraum zu sitzen. Sie sprang auf und schritt zum Funkgerät. "Thomas, wie lange brauchst du noch?" "Fünf Minuten... Scheiße, was zum Teufel ist da denn
passiert??"; rief er aus. "Thomas?" "Wir haben 'nen neuen Einsatz. Medicopter 117
für Rettungsleitstelle, bitte kommen." "Rettungsleitstelle hört." "Wir haben
einen neuen Einsatz. Auf der 163 gab es zwischen Schwaighof und Reitforf
einen Unfall. Ein LKW ist auf einen Kleinlaster aufgefahren. Verständigen sie
bitte die Polizei, wir beginnen mit der Versorgungder Verletzten." "Verstanden.
Peter 21 ist auf dem Weg." "Biggi wir brauche noch länger, du hast's glaub
ich gehört." "Okay." Thomas landete und Michael und Peter sprangen heraus.
"Peter schau du nach dem LKW-Fahrer, ich kümmer mich um den anderen." Peter
nickte und rannte auf den Fahrer zu. Ich hab noch gebremst, aber ich hab ihn
weggeschleudert. Bitte, es war keine Absicht, sie müssen mir glauben. Ich fahre
jetzt 15 Jahre lang LKW und bis jetzt ist noch nie was geschehen, ich war
immer so vorsichtig...." "Beruhigen sie sich. Er wird es schaffen. Sind sie
verletzt?" "Nein", stammelte der Fahrer. Im selben Moment kam die Polizei und
Peter übergab ihnen den LKW-Fahrer zur Feststellung der Personalien. "Michael,
wie sieht's aus?" "Sein Puls fällt und ich muss die Wunde am Bein versorgen.
Gib mir mal bitte die sterilen Folien und die Binden." "Hier." "Und setz mal
ein Zugang", wies Michael den Sanitäter noch an. Während Michael die Verletzung
am Bein des Mannes versorgte, legte Peter ihm einen Zugang. Dabei fiel ihm
etwas auf. "schau mal, der hat irgendeine Ampulle in der Hand." "Hol sie mal
raus." Vorsichtig löste Peter die Ampulle aus der Hand des Verletzten und
reichte sie Michael. "Kannst du erkennen was da drin ist?", fragte der Sanitäter.
"Nein. Sie ist nicht markiert und nix. Thomas, wo bleibt die Trage?" "Komm
ja schon", kam es vom piloten zurück und nur wenig später legte er die Trage
neben den Verletzten. Sie hoben den Patienten auf die Trage und brachten ihn
zum Heli. Dann hob Thomas ab. "Medicopter 117 für Rettungsleitstelle, wir
erbitten Anflugerlaubnis auf Klinikum Schwarzach." "Das ist verstanden Medicopter
117. Landeerlaubnis erteilt." Als sie gerade über St. Johann flogen, meldete
sich die Leitstelle erneut. "Medicopter 117, befindet sich bei ihnen eine
Ampulle im Helicopter?" "Ja, wir haben eine bei unserem Patienten gefunden,
aber wir können keine Auskunft über den Inhalt geben, da nicht beschriftet."
"Dann fliegen sie bitte umgehend ihre Basis an und übergeben sie die Ampulle den
dort wartenden Spezialeinheiten des Kampfmittelräumdienstes."
"Rettungsleitstelle, wir haben noch einen Patienten an Bord. Sollen wir trotzdem zuerst die Basis anfliegen?" Im selben Augenblick tauchte eni Militärhubschrauber neben
ihnen auf. "In Ordnung, wir fliegen erst die Basis an", beantwortete Thomas
seine frage selber nachdem ihm der Pilot durch Handzeichen klargemacht hatte,
dass er sofort handeln würde, sollte Thomas versuchen sich seinen
Anordnungen zu widersetzen. Gabi und Biggi saßen mit Ralf im Aufenthaltsraum, als
plötzlich ein österreichischer General hereinkam. "Basis Medicopter 117?", fragte
er grußlos. "Ja", erwiderte Biggi ebenso knapp. Dann verschwand er wieder
nach draußen und Max kam herein. "Ja sagt's mal was machen denn die Österreicher
hier, sind's die in Bayern eing'fallen?" "Keine Ahnung. Echt keine Ahnung.
Aber die werden es uns hoffentlich verraten." Im selben Moment hörten sie
Rotorlärm in der Ferne. "Wieso kommen die denn wieder?", fragte Gabi verwundert.
Biggi war inzwischen ans offene Hangartor getreten. Draußen erblickte sie
viele Soldaten in Schutzanzügen. In der Ferne kam der Helicopter, eskortiert von
einem Helicopter der Österreicher. Langsam flog Thomas über die Felder
hinweg. Er landete vorsichtig und einige Spezialisten öffneten die Tür und nahmen
die Ampulle ab. Während die Einheiten zurücktraten, zog Thomas den Heli nach
oben. Biggi blickte auf die Szene. "Was geht denn hier ab?", fragte sie.
"Ihre Kollegen hatten eine Ampulle mit NVA-Kampfstoffen im Helicopter. wir haben
sie an uns genommen und werden sie entschäfern." Biggi nickte stumm. Während
sie nun draußen stand und zusah, wie das Militär abrückte und ihr Engel in
der Ferne verschwand, hörte man von weitem schon das Donnergrollen eines
Gewitters. Thomas befand sich inzwischen schon im Landeanflug auf die Klinik. Er
landete und der Patient wurde in den OP gebracht. Thomas und Peter warteten
noch bis Michael wieder kam und machten sich dann auf den Weg zur Basis. Auf dem
Rückflug klatschten schon die ersten Regentropfen an die Scheiben des
Medicopters. Biggi stand immernoch draußen. Als man wieder den Heli hörte gesellte
sich auch Max zu ihr. Thomas landete, schlatete schnell die Turbinen aus und
rannte auf Biggi zu, während Max sich sein Baby etwas näher anschaute. Thomas
hatte Biggi fest in den Arm genommen und sie bedankte sich mit einem
zärtlichen Kuss. Im selben Augenblick kam Max auf sie zugestürmt. "Euch kann man
aber auch nix in die Hand geben, was habt's ihr mit meinem Baby gemacht?",
fragte er anklagend. "Reg dich mal wieder ab, ich hab's immerhin nicht kastriert,
es hat nur 'n paar Löcher mehr, is gut für die Belüftung, wo es doch jetzt
sowieso wärmer wird", meinte Thomas. "Also das geht echt zu weit. Wie soll ich
denn das dem TÜV erklären?", fragte Max. "Weiß ich nicht, mir auch egal", gab
Thomas als Antwort. "Das waren jetzt wirklich vier verrückte Tage und wir
haben uns jetzt 'nen schönen Abend verdient", meinte er zu Biggi und verschwand
mit ihr nach drinnen, während Max kopfschüttelnd zurückblieb.
The End
© 2003: Laura