A-Crew

B-Crew

Piloten

Thomas Wächter

Biggi Schwerin/Gina Aigner

Notärzte

Michael Lüdwitz

Karin Thaler

Sanitäter

Peter Berger

Enrico Cortini/ Ralf Staller

Frank Ebelsieder

Weitere Personen:

Luna

 

 

Kom nach Hause Biggi!

Von Mareike

Die B-Crew hatte Schicht. Draußen war es kalt und die drei waren froh das bis jetzt noch kein Einsatz die wohltuende ruhe gestört hatte. Biggi lag end an Enrico gekuschelt auf dem Sofa und Karin schrieb endlich die verhassten Berichte. Alle hassten es die berichte zu schreiben und sie schoben es solange auf bis Ebelsieder fast einen Anfall bekam. Biggi war gerade eingenickt als der Alarm losging. ``Rettungsleitstelle für Medicopter 117 2 Jugendliche Ski Fahrer werden vermisst. Nähere Informationen während dem Flug.´´ ``Medicopter 117 verstanden wir übernehmen.´´ Rief Karin in ihr Walki während sie zum Heli lief. Als die Türen geschlossen waren hob Biggi ab. Sie meldete den Flug an und bekam von der Leitstelle genauere Koordinaten. Nach zwei Stunden mussten sie die Suche unterbrechen um zu tanken. Biggi flog zur Basis da das am nächsten lag. Nachdem ihr Engel wieder voll getankt war flog sie zurück zum Einsatz Ort. Nach einer weiteren viertel Stunde fanden sie die beiden endlich. Der ältere der beiden war gestürzt und hatte sich das Bein gebrochen. Enrico seilte sich ab und holte die beiden Jungen hoch. Biggi flog zur Klinik. Als sie wieder auf dem Rückweg waren meldete sich die Leitstelle mit einem neuen Einsatz. Als Biggi bei den angegebenen Koordinaten ankam war niemand zu sehen. Nur leicht roter Schnee unter ihnen. ``Die sind abgehauen.´´ Stellte Biggi fest. Die anderen beiden sahen ebenfalls aus dem Fenster. Biggi flog durch das Tal um den Ski Fahrer zu suchen. Nach einer viertel Stunde beschlossen sie nach hause zu Fliegen. Unterwegs meldete Thomas sich. ``Hallo Thomas. Was gibt’s?´´ Fragte Biggi. ``Ich wollte wissen wo ihr seid?´´ Antwortete Thomas. Biggi gab ihm ihre Koordinaten und sah dann aus dem Seitenfenster. ``Biggi Pass auf, ein Seil auf 12 Uhr´´ schrie Enrico plötzlich. Panisch sah Biggi nach vorne. Thomas, der noch immer auf ihrer Frequenz war, umklammerte das Funkgerät. Auch Michael und Peter kamen jetzt zu ihm. Biggi zog den Heli nach oben. Ganz knapp flogen sie über das Seil. ``Alles Ok´´ ächzte Biggi. Doch plötzlich fing der Heli an zu trudeln. ``Scheiße der Heckrotor ist beschädigt´´ schrie Biggi. Thomas, Michael und Peter hielten die Luft an. Biggi sah vor sich eine Wiese die zum Glück nicht mit Schnee bedeckt war. Der Boden kam immer näher. Für Biggi gab es so gut wie keine Chance den Heli zu Landen. Trotzdem versuchte sie es. Der Heli schlug hart auf der Wiese auf. Er überschlug sich ein-, zwei mal bevor er liegen blieb.

Karin war kurz bewusstlos wurde jedoch schnell wieder wach. Nachdem sie sicher war das sie keine Verletzungen hatte außer ein paar schrammen und Prellungen kletterte sie aus dem Wrack. Die Türen waren aufgegangen oder ganz rausgerissen. Ein Teil ihrer Ausrüstung war auf der Wiese verteilt. Langsam stand sie auf. Enrico lag etwas abseits. Er war beim Aufprall aus dem Heli geschleudert worden. Karin ging auf ihn zu. Als sie näher kam sah sie das sein Kopf in einer Blutpfütze lag. Erschrocken hielt sie den Atem an. Bei dem Sturz war er auf mehreren Steinen gelandet. Karin konnte eine Platzwunde am Kopf erkennen. Als sie seinen Kopf berührte viel dieser zur Seite. Karin schrie entsetzt auf. Mit dem Hals war Enrico auf einem ziemlich spitzen Stein gelandet. ``Nein Enrico´´ flüsterte Karin. Mit Zitternden Händen begann sie seine Vitalfunktionen zu überprüfen obwohl sie wusste das es eigentlich keinen Sinn hatte. Enrico hatte sich bei dem Sturz das Genick gebrochen. Er war Tod. Karin traten Tränen in die Augen. Sie erinnerte sich an Biggi und stand auf. Biggi saß noch immer im Heli. Sie war Bewusstlos und ihr Bein war eingeklemmt. Sonst hatte sie auch nur schrammen und Prellungen. Als Karin zu ihr kam und mit einer kleinen Lampe in ihre Augen leuchtete wachte sie auf. Etwas Blut lief aus ihrem Mund doch Karin beruhigte sie. Sie hatte sich nur auf die Zunge gebissen. ``Karin was ist mit Enrico?´´ Fragte Biggi ängstlich. Karin sah sie traurig an. ``Er hat sich das Genick gebrochen. Er war sofort Tod.´´ Antwortete sie tonlos. Sie wusste sie musste Biggi die Wahrheit sagen. Sie würde es eh merken wenn Karin sie anlog. ``NEIN´´ schrie Biggi verzweifelt und Tränen liefen ihr über die Wangen. Sie versuchte ihr Bein zu befreien. Sie wollte zu Enrico. Sie wollte das er aufstand und sie in den Arm nahm und das dass alles nur ein Traum war. Schließlich schaffte sie es ihr Bein zu befreien. Sie stieß Karin unsanft zur Seite und kletterte aus dem Heli. Doch als sie sich hinstellen wollte knickten ihr die Beine weg. Karin wollte ihr helfen doch Biggi stieß sie weg. Sie ließ sich zu Boden fallen und robbte zu Enrico. Karin hockte sich hin und hielt die Hände vors Gesicht. Als Biggi Enrico erreichte ließ sie ihren Kopf auf seine Brust fallen. Karin lief zu ihr.

Als Michael, Peter und Thomas gehört hatten wie der Heli aufprallte waren sie nach draußen gelaufen. Am Morgen war ein Ersatz Heli gekommen da ihrer zum 100 stunden Service sollte. Die drei stiegen ein und Thomas hob ab. Er flog so schnell er konnte. Da Biggi ihnen noch kurz vor ihrem Absturz die Koordinaten durchgegeben hatte fanden sie die B-Crew schnell. Biggi weinte während sie Enricos Gesicht streichelte. Karin saß neben ihr. ``Enrico wieso bist du nicht mehr bei uns? Warum bist du jetzt einfach so gegangen? Wir beide brauchen dich. Alleine schaffe ich das doch nie. Versprich mir das du von da oben gut auf unsere Tochter aufpasst.´´ Karin sah ihre Freundin entsetzt an. ``Du bist Schwanger?´´ Langsam drehte Biggi den Kopf zu ihrer Freundin. Ihre Augen waren voller Schmer, Trauer und Ratlosigkeit. ``Ja ich bin Schwanger´´ Biggi sprang auf und lief einfach los. Ihr Bein schmerzte doch sie ignorierte den Schmerz. Sie wollte weg. Weg von dem Toten Enrico, weg von Karin, weg von dem Heli einfach weg von allem. Karin sah ihr verdutz hinterher. Biggi lief über die wiese. Über ihr kreiste bereits die A- Drew. Plötzlich spürte sie einen Stechenden Schmerz im Unterleib. Sie krümmte sich zusammen und lies sich seitlich auf die Wiese fallen. ``Was ist mit Biggi?´´ Schrie Thomas panisch als er sah wie sie sich vor schmerzen krümmte. `Keine Ahnung.´´ Antwortete Michael ihm. Karin war bereits zu Biggi gelaufen und nachdem Thomas gelandet war kamen auch Michael und Peter. ``Ihr Bein ist gebrochen und ich fürchte das etwas mit dem Baby nicht stimmt.´´ Sagte Karin zu Michael als dieser bei ihr war. ``Was ist mit Enrico?´´ fragte Thomas als er seinen Kollegen regungslos in einiger Entfernung liegen sah. ``Enrico ist Tod. Er ist mit dem Hals auf einen spitzen Stein gefallen.´´ Die drei Jungs sahen sich geschickt an. ``Was hast du eben von einem Baby gesagt?´´ Fragte Peter. Sie hatten Biggi auf die Trage gelegt und brachten sie nun zum Heli. ``Sie ist schwanger aber ich befürchte das sie das Baby auf Grund des Absturzes und wegen dem Schock über Enricos Tod verliert´´ antwortete Karin. Thomas flog so schnell er konnte zum Krankenhaus. Biggi wurde sofort nach der Landung in den OP gebracht. Die anderen saßen im Flur auf den ungemütlichen Stühlen und warteten auf das ende der OP. Endlich kam der Arzt heraus. ``Es tut mir leid. Ihre Kollegin hat das Baby verloren. Ihr Bein ist gebrochen aber sonst hat sie keine schweren Verletzungen.´´ Die anderen nickten Dankend und machten sich auf den weg zurück zu Basis den besuchen durften sie Biggi noch nicht. Die Bergrettung würde sich um Enrico kümmern.

Biggi lag nun schon seit einer Woche im Krankenhaus. Sie redete mit keinem und ihre Kollegen wollte sie nicht sehen. Sie lag da und starrte an die decke. Sie hatte ihr Baby und Enrico verloren. Tränen liefen ihr über die Wange doch sie achtete nicht darauf. Ihr Bein verheilte gut und auch die wunde an ihrem Bauch doch die wunden in ihr drinnen würde vielleicht vernarben aber verheilen würden sie nicht. Sie gab sich die schuld am Tod des Babys und Enrico. Sie hätte auf das achten müssen was in der nähe ihres Helis war. Biggi konnte nicht schlafen. Immer wieder sah sie vor sich die Bilder des Absturzes und wie Enrico dagelegen hatte. Am Morgen hatte der Arzt gesagt das sie wieder aufstehen dürfe. Je länger Biggi darüber nach dachte desto mehr festigte sich in ihr der Wunsch von hier zu verschwinden. Sie wartete noch bis alles ruhig war und zog sich dann vorsichtig an. Wenn sie eh nicht schlafen konnte könnte sie die zeit auch nutzen. Leise schlich sie sich auf den Flur. Sie ließ alle ihre Sachen im Krankenhaus außer ihrem Schlüssel und ihrem Geldbeutel. Sie schaffte es das Krankenhaus zu verlassen ohne das jemand etwas merkte. Sie nahm sich ein Taxi und fuhr nach Hause.

Thomas konnte ebenfalls nicht schlafen. Immer wieder musste er an Biggi denken. Sie war seine große liebe doch er hatte nie etwas gesagt. Sie beiden verband so eine innige Freundschaft die er nicht zerstören wollte und außerdem war Biggi mit Enrico zusammen gewesen. Natürlich hatte es ihm wehgetan wenn er die beiden so glücklich sah doch er hatte sich immer zusammen gerissen um seine Eifersucht nicht zu zeigen. Seit ihrem Unfall hatte er sie nicht mehr gesehen da sie ausdrücklich verlangt hatte das keiner zu ihr gelassen wurde. Er wollte ihr so gerne helfen doch sie ließ ihn nicht. Sie ließ sich von keinem helfen. Irgendwann fiel er in einen unruhigen Schlaf.

Biggi packte zur Gleichenzeit alles das in eine Tasche was ihr wirklich wichtig war. Per Internet suchte sie nach einem Flug. Egal wo hin Hauptsache weit weg dachte sie sich und sie hatte Glück sie fand noch einen Flug für den Abend. Die Maschine würde in drei stunden starten. Sie nahm ihre beiden Koffer und stellte sie in den Flur. Dann rief sie sich ein Taxi. Ein letztes mal ging sie durch ihre Wohnung. Als das Taxi da war bat sie den Fahrer ihre Koffer runter zu tragen da sie das wegen dem Gipsbein nicht konnte. Bevor sie zum Flughafen fuhr ließ sie sich noch zur Basis fahren. Sie wollte ihren Glücksteddy von Thomas holen. Den hatte sie an ihrem ersten Tag bei Medicopter von ihn bekommen. Sie hatte Glück und die anderen waren nicht zu sehen. Sie humpelte zum Heli und holte ihren Teddy vorne raus. Ein letztes mal ging sie um die BK 117 herum und verabschiedete sich von ihr. Gerade als sie sich umdrehen wollte um zu gehen ging der Alarm los. Erschrocken drehte sie sich um. Im selben Moment kam die A- Crew aus dem Hangar gelaufen. So schnell sie konnte lief sie mit den Krücken zur Seite. Thomas blieb stehen als er sie sah. ``Biggi was machst du hier?´´ Fragte er. ``Du musst los´´ rief Biggi ihm zu und drehte sich zum Taxi. Ihren Bären versteckte sie unter ihrer Jacke. Thomas sah sie noch einmal an und lief dann zum Heli da die anderen schon warteten. Biggi sah ihm beim starten zu und seufzte. Nachdem die Jungs außer Sichtweite waren ging sie zurück zum Taxi und ließ sich zum Flughafen bringen. Dort half ihr der Taxi Fahrer noch ihr Gepäck auf zu geben. 2 ½ stunden später saß sie im Flugzeug.

Thomas checkte gerade zum letzten Mal den Heli als ihm auffiel das Biggis Bär weg war. Ein ungutes Gefühl beschlich ihn. Nachdem er alles abgeschlossen hatte fuhr er zum Krankenhaus. Die Nachtschwester wollte ihn nicht vorbei lassen doch schließlich schaffte Thomas es. Ohne auf ihre empörten rufe zu reagieren lief er zu Biggis Zimmer. Dort stieß er die Tür auf und sah auf ein Leeres Bett. Er lief zum Schrank und sah hinein doch Biggis Sachen waren noch da. Plötzlich stand ein Arzt hinter ihm. ``Wo ist Frau Schwerin?´´ Fragte Thomas aufgebracht doch auch der Arzt wusste nicht wo sie war. Sie suchten im ganzen Krankenhaus doch ohne Erfolg. Thomas war verzweifelt. Hatte Biggi sich etwas angetan? Er ging zum Telefon und rief in der Villa an. ``Karin Thaler´´ ``Hallo Karin hier ist Thomas.´´ ``Wo bleibst du denn? Michael ist schon lange hier´´ ``Ich bin im Krankenhaus´´ ``ist was mit Biggi?´´ ``Wie man’s nimmt. Sie ist verschwunden.´´ ``Was? Ich bin sofort da´´ rief Karin und legte auf. Eine Viertelstunde später waren sie und Michael bei Thomas in der Klinik. Der saß auf Biggis Bett und sah auf ihre Sachen. ``Was ist Passiert?´´ Wollte Karin wissen. Thomas zuckte die Schulter. Vorhin war Biggi auf der Basis als wir nen Einsatz hatten haben wir sie gesehen. Ich Hab sie gefragt was sie wollte doch sie hat mir nur gesagt ich müsse los. Als ich vorhin den Heli gecheckt habe habe ich gemerkt das ihr Teddy fehlte. Ich bin sofort hier her gefahren doch hier ist sie nicht wie ihr seht. Wir haben schon das ganze Krankenhaus nach ihr abgesucht aber es hat keinen Zweck. Sie ist nicht mehr da. Meint ihr... meint ihr sie hat sich was angetan?´´ Fragte Thomas leise. ``Nein das glaube ich nicht.´´ Antwortete Karin sofort obwohl sie sich auch nicht so sicher war. Sie nahm Thomas tröstend in den Arm. ``Komm wir fahren nach hause hier können wir so wieso nichts mehr tun. Und wenn sie auftaucht melden sie sich sofort bei uns´´ sagte Michael an den Arzt gewannt. Dieser nickte.

Doch Biggi tauchte nicht auf. Sie saß in einem Hotel Zimmer auf Kroatien. Vor sich hatte sie die Zeitung. Sie versuchte eine Wohnung zu finden. Dabei stieß sie auf die Anzeige einer Flugschule. Sie malte einen Kreis darum und griff zum Telefon. Nach einer halben stunde war alles erledigt. Sie hatte mit dem Leier der Flugschule ausgemacht das sie am Mittag mal vorbei kommen würde. Dann hatte sie noch ihren Vermieter angerufen und hatte ihre Wohnung gekündigt. Als sie alles erledigt hatte beschloss sie kurz Thomas anzurufen damit sie sich keine sorgen machten und nicht bald die Polizei weltweit nach ihr suchte.

Thomas saß draußen im Heli als sein Handy klingelte. Er nahm ab und hoffte das es das Krankenhaus war. ``Hallo Thomas.´´ Sagte eine leise stimme. Thomas sprang auf. ``Biggi? Wo bist du?´´ ``Das ist egal. Tu mir einen gefallen und kümmere dich um die Auf Lösung meiner Wohnung. Ach so und bitte sag Ebi das ich kündige. Ich werde nicht wieder kommen.´´ ``Was soll das heißen? Biggi Bau keinen Scheiß´´ schrie Thomas panisch in sein Handy. Mitlehrweile waren auch die anderen auf ihn aufmerksam geworden. ``Ich Bau keinen Scheiß. Mir geht es gut. Tschüss Thomas und sag den anderen das es mir leid tut und grüß sie von mir.´´ ``Biggi´´ rief Thomas doch Biggi hatte schon wieder aufgelegt. Thomas sah entsetzt auf das Handy. Die anderen sahen ihn Fragend an. ``Was ist mit Biggi?´´ Fragte Peter endlich. ``Ich soll mich darum kümmern das ihre Wohnung aufgelöst wird und ich soll Ebi sagen das sie gekündigt hat.´´ Sagte Thomas leise. Die anderen sahen ihn perplex an. Thomas erzählte ihnen was Biggi genau gesagt hatte doch schlau wurde daraus keiner. Gegen Mittag machte Biggi sich auf den Weg zu der Flugschule. Es wurde ein neuer Leiter für die Flugschule gesucht da Herr Lenz in Rente ging. Biggi erzählte ihm was sie bisher gemacht hatte und nach einigem zögern auch von dem Unfall. Sie beschlossen das Biggi es probieren sollte und bis zu seiner Rente würde Herr Lenz sie unterstützen.

In der nähe der Flug schule fand Biggi in den nächsten Tagen eine kleine Wohnung die sie sofort beziehen konnte. In eine Heli stieg sie nicht mehr. Davor hatte sie zu viel angst doch bei ihrem Job konnte sie immer noch mit ihnen Arbeiten. Herr Lenz half ihr am Anfang noch doch dann zog er sich mehr und mehr zurück. Er wurde ein richtig guter Freund für Biggi und sie war froh ihn getroffen zu haben. Außerdem freundete sie sich mit ihrer Stellvertreterin Luna an. Luna arbeitete gleichzeitig auch als Fluglehrerin. Luna hatte zwei Söhne und war verheiratet doch mehr Leute ließ Biggi nicht an sich ran. So ging das 1 ½ Jahre. Biggi leitete die Flugschule und versuchte diesen einen Tag zu vergessen doch das war gar nicht so einfach da sie ihre Kollegen sehr vermisste. In ihrem Büro hingen die Bilder die sie mitgenommen hatte.

Thomas versuchte mit Biggis Entscheidung klar zu kommen doch es viel ihm schwer und er vermisste sie. Früher war sie wenigstens in seiner nähe doch jetzt wusste er nicht mal ob sie überhaupt noch lebte. Es machte ihn verrückt nichts tun zu können. Schließlich versuchte er sie zu suchen. Er beauftragte einen Privatdetektiv damit sie zu suchen und er versuchte es übers Internet und die Polizei doch alle seine Bemühungen blieben erfolglos. Biggi war wie vom Erdboden verschlugt. Die anderen machten sich immer größere Sorgen um ihn. Er aß kaum noch etwas und auch das leuchten in seinen Augen verschwand. An einem kalten Wintermorgen saß er draußen an der Salzach während der Rest des Team überlegte wie sie ihm helfen konnten. ``Er braucht mal Urlaub´´ stellte Ralf fest. Er war der Nachfolger von Enrico und er verstand sich mit allen gut. Die anderen nickten. ``Aber von alleine wird er nicht gehen. Vorher arbeitet er sich zu Tode. Ist euch auch aufgefallen wie Blass und schmal er geworden ist? Er gefällt mir gar nicht und ich glaube auch das Urlaub das beste währe. Die erfolglose Suche nach Biggi hat ihn ziemlich fertig gemacht.´´ Sagte Karin. Wieder nickten die anderen. `Wenn er nicht von alleine geht müssen wir ihn eben in Zwangsurlaub schicken´´ sagte Peter. ``Das ist wahrscheinlich auch die einzige Möglichkeit. Ich rede mit Ebi. Sorgt ihr für das ticket? Fragte Michael an Gina und Karin gewannt. Gina war die nachfolgrein von Biggi. Die beiden Frauen nickten. Sie unterhielten sich noch eine weile bevor sich Gina und Karin auf den weg ins Reisebüro machten. Nach einigem Hin und her entschieden sie sich Thomas nach Kroatien zu schicken. Das war schön weit weg und er würde sich da bestimmt erholen. Das hofften sie zumindest.

Michael klopfte an das Büro seines Chefs. Nach einem kurzen ``herein´´ betrat er das Zimmer und setzte sich auf den Stuhl vor Ebis Schreibtisch. ``Guten Tag Herr Dr. Lüdwitz. Was kann ich für sie tun?´´ Fragte Ebelsieder schlecht gelaunt. Wenn Ebi so eine Laune hatte war es höchst unwahrscheinlich das er ihrem vorhaben zu stimmte doch Michael versuchte es trotzdem. ``Sie sehen ja wie schlecht es Herrn Wächter geht. Er braucht dringend Urlaub. Bitte geben sie ihm Zwei Wochen frei.´´ Bat Michael. Ebelsieder sah ihn an ``in Ordnung´´ ``ich weiß das ist alles etwas... was haben sie gesagt?´´ Fragte Michael verdutz. ``In Ordnung. Unter einer Bedingung´´ antwortete Ebi. ``Und die währe?´´ Fragte Michael misstrauisch. ``Sie sorgen für Ersatz.´´ Antwortete er ihm und gab ihm mit einer Handbewegung zu verstehen das er gehen sollte. ``Danke. Das bekommen wir hin´´ sagte Michael und verließ erleichtert das Büro. Das dass ganze so einfach werden würde hätte er nicht gedacht. Am Abend trafen sich Peter, Michael, Karin, Gina und Ralf in einem Restaurante. ``Und was hat Ebi gesagt?´´ Wollten sofort alle wissen. Nachdem sie bestellt hatten antwortete Michael: ``in Ordnung´´ ``was in Ordnung?´´ Fragte Ralf verwundert. ``Ebi hat sofort gesagt in Ordnung´´ wieder holte Michael. Die anderen sahen ihn völlig entgeistert an. ``Jetzt kuckt nicht so. Er hat gesagt er gibt Thomas zwei Wochen frei wenn wir für Ersatz sorgen´´ ``das ist kein Problem. Mein freund ist Pilot und arbeitslos. Ich bin mir sicher er springt ein.´´ Grinste Gina. ``Wenn ihr wollt rufe ich ihn gleich mal an.´´ Die anderen nickten sofort. Gina stand auf und ging mit ihrem Handy nach draußen. Zehn Minuten später kam sie wieder. Da gerade das Essen serviert wurde wartete sie noch einen Augenblick. Die anderen sahen sie Fragend an. ``Also Jens kommt nachher. Also wir können für Thomas buchen.´´ Sagte Gina. Als Karin und Michael später in die Villa kamen lag Thomas auf dem Sofa. Er schlief und in den Händen hielt er ein Bild. Karin nahm es ihm aus der Hand. Es war ein Bild von Biggi so wie sie es vermutet hatte. Es war schon sehr zerknittert. Sie legte es auf den Tisch und deckte ihn zu. Oben putze Michael sich gerade die Zähne als Karin kam und ihn von hinten umarmte. ``Was ist los?´´ Fragte Michael während er seine Zahnbürste sauber machte. ``Ich mache mir Ziemliche sorgen um Thomas. Ich glaube er liebt Biggi und zwar ziemlich doll. Er hatte gerade eben ein Bild von ihr in der Hand. Es war schon ziemlich verknittert. Ich hoffe er erholt sich richtig im Urlaub.´´ Seufzte sie und griff nach ihrer Zahnbürste.

Biggi hatte die ganzen 1 ½ Jahre gearbeitet. Urlaub wollte sie keinen. Da der Flugschulbetrieb alleine nicht genug einbrachte hatte sie zusammen mit Luna beschlossen Rundflüge über die Insel an zu bieten. Kunden die einen Piloten Schein hatten und bei denen sie sich überzeugt hatten das sie ordentlich flogen durften auch alleine Fliegen. Sonnst wurden die Kunden von einem der Fluglehrer geflogen. Insgesamt arbeiteten drei Fluglehrer bei ihr außer Luna. Sie alle waren einheimische und kannten die Insel sehr gut. So konnten sie den Touristen jede menge erzählen. Sie vermisste ihre Kollegen und ganz besonders Thomas. Sie war oft kurz davor sie anzurufen doch dann verließ sie wieder der Mut. Luna ermutigte sie immer wieder doch Biggi hatte angst vor der Reaktion ihrer früheren Kollegen.

Sie saß in ihrem Büro am Schreibtisch und malte kleine Helikopter auf die Unterlage. Eigentlich müsste sie Papierkram erledigen doch wie so oft saß sie einfach nur da und starrte traurig auf die Bilder ihrer Kollegen. Luna kam leise zu Biggi ins Büro und stellte sich neben sie. Sie kniete sich hin und legte ihr eine Hand auf den Arm. ``Du vermisst sie sehr nicht war?´´ Fragte sie leise. Biggi drehte ihr langsam den Kopf zu und nickte. ``Warum rufst du sie nicht wenigstens mal an? Meinst du nicht sie machen sich sorgen?´´ Luna sah ihr in die Augen. Plötzlich war Biggis Blick nicht mehr traurig und verträumt sondern klar. Als wenn nichts gewesen währe drehte sie sich zum PC um und fing an zu schreiben. Luna stand seufzend auf. So reagierte Biggi immer wenn Luna ihr vorschlug mit ihren Kollegen Kontakt auf zu nehmen.

Am nächsten Morgen stand Karin sehr früh auf. Da Thomas immer noch auf dem Sofa lag konnte sie in sein Zimmer. Sie packte ein paar seiner Sachen zusammen und gab die Tasche dann Michael. Der brachte sie ins Auto ohne das Thomas etwas merkte. Später fuhr er zusammen mit ihm los. Ganz normal als wenn sie zur Schicht fahren würden. Doch er fuhr nicht zur Basis sondern zum Flughafen. Thomas dachte die ganze zeit an Biggi und merkte nicht wohin Michael fuhr. Erst als dieser auf dem Flughafen Parkplatz hielt. ``Was wollen wir den hier?´´ Fragte er verwundert. ``Muss was erledigen´´ sagte Michael nur kurz. Thomas nickte und stieg aus. Michael ging in die halle. Dort suchte er den Schalter an dem er Thomas Gepäck aufgeben musste. Als das erledigt war ging er zurück zu Thomas. ``So Thomas da wären wir. Bitte schön hier ist dein ticket. Mach dir ein paar schöne tage´´ sagte Michael und klopfte dem verdutzten Thomas auf die Schulter. Bevor dieser reagieren konnte hatte Michael das Gebäude verlassen. Thomas stand da, mit dem Ticket in der Hand und sah seinem freund hinter her. Er nahm das ticket heraus um zu sehen wohin es ging. ``Die verschicken mich einfach nach Kroatien´´ Thomas schüttelte lachend den Kopf. Er war sichtlich geschockt. Da er noch eine halbe stunde Zeit hatte besorgte er sich noch etwas zu lesen. Eine halbe stunde später saß er im Flugzeug. Nach dem er nach der Landung seine Tasche vom Band geholt hatte (er erkannte sie zum Glück sofort) setzte er sich erstmal in eins der Cafes. Er öffnete die Tasche um zu sehen was Karin ihm eingepackt hatte. Obenauf lag ein Brief. Thomas nahm ihn heraus und begann zu lesen:

``Hallo Thomas

Wenn du diesen Brief ließt bist du schon in Kroatien. Es tut uns leid das wir dich am Flughafen quasi ausgesetzt haben aber wenn wir dir vorher etwas gesagt hätten hättest du dich wahrscheinlich geweigert in Urlaub zu fahren. Dich hat der Tod von Enrico genauso mit genommen wie uns alle doch der Verlust von Biggi ist dir näher gegangen als uns. Du liebst Biggi nicht wahr? Du hast dich seit ihrem verschwinden fast zu Tode gearbeitet und dazu noch die erfolglose Suche nach ihr haben dich völlig kaputt gemacht. Wir haben uns echt sorgen um dich gemacht und wir tun das noch immer. Bitte Versuch dich zu erholen. Hier ist alles geklärt. Ebi hat gesagt du kannst fahren wenn wir eine Vertretung organisieren. Ginas Freund ist auch Pilot und wird dich vertreten. Wir haben für dich ein Hotel herausgesucht und hoffen das es dir gefällt. Wir haben dir auch noch ein paar Sachen heraus gesucht die du unternehmen kannst. Du kannst uns jeder Zeit anrufen aber sehen wollen wir dich erst in zwei Wochen wieder. Thomas tu uns den gefallen und erhol dich. Wir holen dich in zwei Wochen am Flughafen ab. Machs gut und viel Spaß wünscht dir das ganze Medicopter 117 Team.

Tschüss Thomas. Bitte! Wir wollen dich nicht auch noch verlieren!

Deine Freundin und Kollegin Karin´´

Thomas ließ den Brief sinken. Eine weile saß er einfach nur da. Schließlich sah er sich die Adresse seines Hotels an. Eine halbe stunde später saß er bereits in seinem Hotelzimmer. Von dem kleinen Balkon konnte er das Meer sehen. Er packte seine Sachen aus und war erstaunt was Karin ihm, alles eingepackt hatte. Sie hatte ihm sogar etwas zu lesen eingepackt. Als er das Buch heraus nahm viel etwas vor ihn auf den Boden. Er hob es auf und lächelte. Es war das Bild von Biggi. Er legte das Bild auf seinen Nachttisch und packte weiter aus. Als er fertig war beschloss er die anderen an zurufen. Er wählte und nach kurzer Zeit meldete sich Max. ``Medicopter117 Basis. Was kann ich für sie tun?´´ ``Hi Max ist Karin da?´´ ``Hallo Thomas. Ja Moment´´ kurz darauf hörte er Karins stimme. ``Hallo Thomas´´ ``hi Karin. Na ihr seid mir vielleicht tolle Freunde. Setzt mich einfach am Flughafen aus´´ ``Es tut mir leid Thomas aber was hätten wir den tun sollen? Bitte nimm es uns nicht übel´´ ``Mach ich nicht. Ihr wisst doch das ich euch nicht böse sein kann und wahrscheinlich habt ihr recht.´´ ``Wie war dein Flug?´´ ``Etwas unruhig aber das hat mich am wenigsten gestört´´ lachte Thomas. ``Das Hotel ist wunderschön und ich kann vom Balkon aus das Meer sehen´´ Sie unterhielten sich noch eine weile. Thomas sprach auch noch kurz mit Michael. Nachdem er sich verabschiedet hatte sah er sich die Vorschläge der anderen an. Sie hatten ihm ein Paar Sachen heraus gesucht die er unternehmen konnte. Die erste Woche verbrachte er damit schwimmen zu gehen und sich zu entspannen. Er machte Spatziergänge am Meer und dachte in aller ruhe über sein leben nach. Am Wochenende wollte er sich einen Heli mieten und sich die Insel mal von oben ansehen. Die anderen hatten ihm eine Flugschultee herausgesucht die auch Helis vermietete. Sie hatten schon geahnt das er fliegen wollte.

Biggi wachte am Samstag morgen mit einem komischen Gefühl im Bauch auf. Einerseits hatte sie das Gefühl das etwas wunder bares passieren würde doch auf der anderen Seite hatte sie genau davor Angst. Für heute und Morgen hatte ein Tourist den Heli gemietet. Sie quälte sich aus dem Bett und ging unter die Dusche. Danach fühlte sie sich etwas besser. Gegen 9.00 Uhr saß sie an ihrem Schreibtisch. Anstatt zu arbeiten malte sie mal wieder auf ihrer Unterlage. Sie träumte von ihrer zeit bei Medicopter. Langsam drehte sie den Kopf zu dem Bild der Crew. Sie nahm es in die Hand und setzte sich aufs Sofa. Warum hatte das alles so kommen müssen? Zärtlich strich sie über die Gesichter ihrer Ex- Kollegen. Plötzlich ging die Tür auf und Luna kam herein doch Biggi bemerkte sie nicht. Luna setzte sich neben sie. Erst jetzt sah Biggi auf. ``Kannst du heute den Papierkram mit dem Kunden gleich erledigen? Ich muss mit Jonny zum Arzt.´´ Bat Luna. Eigentlich erledigte sie alles was mit dem Vermieten der Helis zusammen hing. Jonny war ihr Jüngerer Sohn. Er hatte seit ein paar tagen Fieber und Husten. Biggi nickte. ``Danke. Er kommt um 10.00 Uhr. Hast was gut bei mir.´´ Luna lächelte sie an. Sie nahm sie kurz in den Arm und verlies das Büro. Biggi blickte noch einmal auf das Bild und stellte es dann zurück auf den Schreibtisch. Sie verließ ebenfalls ihr Büro. Jetzt stand sie auf einer Galerie die um den ganzen Hangar innen entlang ging. Eine Eisentreppe führte nach unten in die halle wo die Hubschrauber standen. Sie ging zum Geländer und sah nach unten. Sie seufzte. ``Willst du auch einen Cafe?´´ Biggi zuckte zusammen und drehte sich um. Niklas sah sie fragend an. Niklas war einer der Fluglehrer. Er stand vor der großen Küche. Biggi nickte und ging zu ihm. Von der Galerie gelangte man zu den Schulungsräumen. Außerdem waren hier oben die Büros und eine Küche. Niklas gab ihr die Tasse und verschwand wieder nach unten. Biggi ging zurück zum Geländer und stützte sich darauf. Im Hallentor erschien eine Person.

Thomas war früher gekommen. Er konnte es gar nicht abwarten wieder in einem Heli zu sitzen. Er sah sich um. ``Hallo? Ist hier jemand?´´ rief er da er niemanden sehen konnte. Biggi zuckte zusammen als sie die stimme hörte. Nein das konnte nicht wahr sein. Sie richtete sich auf und wich nach hinten. Sie wollte nicht das Thomas sie sah. Niklas ging gerade auf ihn zu. ``Guten Tag. Was kann ich für sie Tun?´´ Biggi wartete nicht auf Thomas Antwort. Langsam ging sie zurück zu ihrem Büro. ``Ich hatte einen Heli gemietet. Ich weiß ich bin zu früh.´´ Lächelte Thomas. Niklas nickte. Er sah nach oben und erkannte Biggi. ``Biggi weißt du wo Luna ist?´´ Rief er. Biggi blieb wie angewurzelt stehen. Thomas horchte auf. Biggi? Nein das konnte nicht seine Biggi sein. ``Biggi?´´ Rief Niklas jetzt da Biggi nicht reagierte. Diese kam nun langsam die Treppe runter. Als Thomas sie sah verschluckte er sich fast. ``Biggi?´´ Fragte er leise. Langsam nickte sie. Sie hatte tränen in den Augen. Thomas, er stand wahrhaftig vor ihr. Plötzlich liefen beide los. Thomas fing sie auf und drehte sich mit ihr im Kreis. Beide Lachten und weiten zur gleichen Zeit. Niklas stand daneben und verstand gar nichts mehr. Als sich die beiden etwas beruhigt hatten gingen sie in Biggis Büro. ``Was machst du hier?´´ Fragte Biggi. ``Lange Geschichte. Ich erzähle sie dir ein andern mal.´´ Sagte Thomas ausweichend. Sie unterhielten sich noch eine weile und verabredeten sich dann für nachmittags zum Schwimmen. Hinter Biggis Wohnung war eine kleine bucht. Dort schwammen sie eine weile. Plötzlich tauchte Thomas unter. Biggi lachte doch als er nicht wieder auftauchte Gerit sie in Panik. ``Thomas wo bist?´´ Schrie Biggi während sie sich hektisch im Wasser hin und her drehte. Kurze darauf sah sie Thomas am Strand liegen. So schnell sie konnte schwamm sie zu ihm und drehte ihn auf den Rücken. Sie klopfte ihm auf die Wange doch er reagierte nicht. ``Thomas Mach keinen Scheiß. Das darf nicht wahr sein. Thomas!´´ Schluchzte Biggi. Thomas öffnete langsam die Augen. ``Du machst dir ja doch noch was aus mir´´ sagte er bevor er aufstand, sein Handtuch nahm und zum Haus ging. Biggi sah ihm verdutzt nach. Sie nahm ihr Handtuch und setzte sich auf einen Felsen. Die sonne versank gerade im Meer und der Himmel war wunderschön Rot/Orange doch Biggi achtete nicht darauf. Als sie damals weggegangen war hatte sie nicht an die anderen gedacht. Sie hatte nicht einen Gedanken daran verschwendet das sie sich sorgen um sie machen würden. Thomas Stand beim Haus und beobachtete sie. Vielleicht war ich gerade etwas hart zu ihr überlegte Thomas. Er schrieb Biggi einen Zettel und fuhr dann ins Hotel. In seinem Bett lag er noch lange wach.

Am nächsten morgen ging er am Strand Joggen. Dabei konnte er immer am besten nachdenken. Als er zurück in sein Zimmer kam war er außer Atem und verschwitzt. Nachdem er etwas getrunken hatte ging er unter die Dusche. Lange stand er einfach nur da und ließ das Wasser über seinen Körper laufen. Bald mischten sich Tränen mit dem Wasser. 1 ½ Jahre hatte er nach ihr gesucht und war fast verrückt geworden doch gefunden hatte er sie nicht. Jetzt hatte er sie wieder gefunden wenn auch durch Zufall und was machte er? Er machte ihr vorwürfe. Thomas war sauer auf sich selbst. Er hatte Biggi so sehr vermisst. Durch den Urlaub war er wieder ein wenig zu sich gekommen. Hier erinnerte ihn nicht alles an sie und jetzt war sie plötzlich wieder da. Die Liebe zu ihr war sofort wieder da gewesen. Er hatte sie verdrängt doch als er sie da gesehen hatte war alles wieder da. Er wusste er würde sie immer lieben. Aus Wut über sich selbst schlug er mit der Faust ein paar mal an die wand. Nach einer Viertelstunde war er fertig mit Duschen und ging nach unten um zu Frühstücken. Er hatte sich gerade gesetzt als ein Schatten die sonne verdeckte. Langsam sah Thomas auf obwohl er ahnte wer dort stand. Biggi sah ihn mit ihren Reh- braunen Augen an. ``Darf ich?´´ Fragte Biggi leise. Thomas nickte langsam. Biggi setzte sich und beobachtete ihn beim Essen. Thomas aß schweigend. Er wusste nicht was er sagen sollte. Biggi ging es genauso. Sie waren beide froh das der andere da war doch sie wussten nicht wie sie mit der Situation umgehen sollten. Nach dem Thomas fertig war ging er hoch zu seinem Zimmer und Biggi folgte ihm. ``Willst du heute wieder Fliegen?´´ Thomas zuckte die schultern. Er ging in das kleine Badezimmer und fing an sich die zähne zu putzen. Biggi setzte sich auf die Bettkanttee und sah sich um. Plötzlich entdeckte sie das Foto und den Brief auf Thomas Nattisch. ``Darf ich den mal lesen?´´ Fragte sie vorsichtig. Thomas erkannte nicht genau was sie in der Hand hielt und murmelte deswegen etwas was Biggi als ja deutete. Langsam begann sie zu lesen. Nachdem sie fertig gelesen hatte wurde ihr einiges klar. Thomas Reaktion gestern und das Foto. Warum er so Panisch reagiert hatte als sie ihn damals anrief. ``Was habe ich nur getan?´´ Flüsterte Biggi. Sie sah das Foto an und dann zum Badezimmer. Sie ließ das Bild und den Brief sinken, stand auf und ging zum Fenster. Als Thomas zurück kam stand Biggi immer noch am Fenster. Als sie merkte das Thomas sie ansah nahm sie all ihren Mut zusammen. ``Warum hast du mir nie etwas gesagt?´´ ``Wovon?´´ Wollte Thomas wissen. `` Das du mich liebst z.b.´´ langsam drehte sie sich um. Thomas sah sie perplex an. ``Woher weißt du das?´´ Biggi hob den Brief und das Bild. Thomas sah erst zu ihren Händen und dann in ihr Fragendes Gesicht. Er ging einen schritt zurück und setzte sich aufs Bett. Er hielt die Hände vors Gesicht und schüttelte den Kopf. Biggi kam auf ihn zu und kniete sich vor ihn. ``Wann hätte ich es dir den sagen sollen? Als ich dich kennen gelernt habe, habe ich mich sofort in dich verliebt, nur ich war noch mit Vera zusammen. Nach ihrem Tod konnte ich das nicht und später warst du mit Enrico zusammen. Thomas seufzte. Zaghaft sah er Biggi an. Sie lächelte und strich ihm zärtlich mit der Hand über die Wange. ``An dem Tag an dem du abgehauen bist wollte ich mit dir reden. Für dich da sein so wie du nach Veras Tod für mich da warst. Ich komme ins Krankenhaus und du bist weg. Ich bin fast verrückt geworden vor sorge. Die anderen mussten mich fast festbinden sonst hätte ich einen Graben in den AR gelaufen mit meinem nervösen hin und her Gerenne. Dann rufst du endlich an und sagst mir das du nicht wieder kommst. Kannst du dir vorstellen das ich fast verrückt geworden bin? Das hat geklungen wie ein Abschiedsanruf. Ich dachte du bringst dich um. Ich wusste ja nicht wo du warst und was du vorhast. Ich Hab die ganze zeit versucht dich zu finden wie du gemerkt hast ohne erfolg. Die anderen haben mich dann vor einer Woche in Zwangsurlaub geschickt weil ich so am ende war. Michael ist mit mir zum Flughafen gefahren und hat mich da praktisch ausgesetzt.´´ Er stand auf und ging zum Fenster. Biggi folgte ihm. ``Ich bin froh das du da bist. Ich habe dich ganz schön vermisst. Genau wie die anderen.´´ Flüsterte Biggi hinter ihm. Thomas drehte sich zu ihr um. ``Warum bist du dann nie zurückgekommen?´´ ``Lass uns Spazieren gehen´´ schlug Biggi vor. Thomas nickte. Zusammen gingen sie runter zum Strand. Sie machten einen langen Spaziergang am Meer und Biggi versuchte ihm zu erklären warum sie sich damals so entschieden hatte. Thomas viel es schwer ihre Gründe zu verstehen doch er Akzeptieren sie. Gegen Mittag waren sie wieder im Hotel. Sie verabredeten sich noch zum Schwimmen bevor Biggi sich verabschiedete.

In der nächsten Woche unternahmen sie viel gemeinsam. Sie machten Lange Spaziergänge, gingen schwimmen und es war fast wie früher. Thomas erzählte den anderen nichts davon dass er Biggi wieder getroffen hatte. Thomas half Biggi dabei ihre Angst vor dem Fliegen zu überwinden. Sehr begeistert war sie am Anfang zwar nicht davon doch mit der Zeit fand sie ihre Freude am Fliegen wieder.

Am Sonntag musste Thomas zurück. Heute war Samstag. Biggi saß in ihrem Büro und betrachtete lächelnd das Bild der Medicopter Crew. Die Tür ging auf und Luna trat neben sie. ``Du lächelst ja´´ stellte sie fest. Biggi grinste sie an. ``Du bist richtig Glücklich das er da ist, nicht war?´´ ``Ja ich glaube ich habe ihn am meisten von allen vermisst. Es ist wie früher.´´ ``Nein Biggi. Es ist nicht wie früher. Er liebt dich aber er hat seine liebe immer für sich behalten damit du mit Enrico glücklich sein kannst. Er hat so gelitten. Vergiss den Grund nicht weswegen er hier ist. Sag ihm das du seine Gefühle erwiderst.´´ Biggi sah sie empört an. ``Tu ich gar nicht. Wie kommst du den auf diese Idee?´´ ``Biggi ich habe Augen im Kopf. Wie du ihn anschaust, wie du dich verhältst wenn ihr zusammen seid.´´ Luna lächelte. Biggi wollte etwas antworten als die Tür aufging. ``Morgen ihr beiden Hübschen´´ begrüßte Thomas sie. Biggi schüttelte kaum merklich den Kopf damit Luna nicht weiter sprach. Die beiden begrüßten Thomas. Eine weile saßen sie noch zusammen bevor sie sich wieder ihrer Arbeit zu wanden. Luna musste wieder nach unten da sie Flugunterricht geben musste und Biggi musste Papierkram erledigen. ``Hast du heute abend schon was vor?´´ Fragte Thomas eine weile später. Biggi sah vom PC auf. ``Jetzt schon vermute ich mal´´ antwortete sie grinsend. Thomas lachte. Gegen 17 Uhr verabschiedete sie sich von einander da Biggi noch einen Termin hatte den sie nicht verschieben konnte. Thomas fuhr ins Hotel um sich um zu ziehen. Gegen 18 Uhr fuhr er zu Biggis Wohnung, sie hatte ihm den Schlüssel gegeben. Thomas fing an zu Kochen. Er war gerade fertig als Biggi kam. ``Perfekt´´ lächelte Thomas. ``Wir können gleich mit dem essen anfangen´´ sagte er noch bevor er in der Küche verschwand. Biggi lächelte und setzte sich an den Tisch. Auf dem Tisch lag eine Rote Tischdecke auf der zwei Kerzen standen. Über den ganzen Tisch hatte er Rosenblätter verteilt. `` Ich dachte ich überrasche dich. Gefällt es dir?´´ Thomas lehnte im Türrahmen und beobachtete sie. Er lächelte verlegen. ``Es ist wunder schön´´ lächelte Biggi. Während dem essen unterhielten sie sich doch Thomas war ungewöhnlich ruhig. ``Was ist Los Thomas? Du bist so still?´´ Fragte Biggi ihn. ``Ich möchte das du mit kommst. Zurück. Bitte Biggi komm nach Hause.´´ Thomas sah sie traurig und bittend an. ``Bitte Biggi´´ bat Thomas noch ein Mal eindringlich. Biggi stand auf und ging zum Fenster. Sie senkte den Kopf. ``Ich kann nicht´´ sagte sie leise. Thomas stand auf und ging Richtung Tür. ``Ich muss noch packen.´´ sagte er leise und verließ das Haus. Biggi stand am Fenster und sah auf das dunkle Meer. Tränen liefen ihr übers Gesicht. Sie griff nach dem Telefon und wählte Lunas Nummer. ``Jonny´´ meldete sich der kleine kurz darauf. ``Hallo Jonny. Hier ist Biggi. Ist Luna da?´´ Jonny bejahte und Biggi konnte hören wie er nach seiner Mutter rief. ``Hallo Biggi!´´ ``Hallo Luna. Kannst du zu mir kommen?´´ ``Was ist den Los? Hast du geweint?´´ ``Ich erklär es dir wenn du hier bist´´ ``ist gut bin sofort da.´´ ``Danke´´ flüsterte Biggi noch und legte dann auf. 15 Minuten später klingelte es bei Biggi. Nachdem sie geöffnet hatte nahm Luna sie erst mal in den Arm. ``Hey was ist den passiert?´´ Fragte sie vorsichtig als sie neben Biggi auf dem Sofa saß. ``Thomas...er´´ ``was ist mit Thomas´´ fragte Luna ängstlich da Biggi nicht weiter sprach. ``Er hat mich gebeten mit zurück zu fliegen´´ sagte Biggi leise. Luna atmete auf. Sie hatte angst gehabt das Thomas etwas passiert war. ``Das ist doch super´´ freute sie sich dann. ``Nein ist es nicht´´ ``und warum nicht?´´ ``Weil.. Was ist mit euch? Und mit der Flugschule?´´ ``Sind das deine einzigen Argumente? Die Flugschule kann ich weiter führen wenn es für dich OK ist und wir können uns Mailen und wir können telefonieren. Also das ist nicht das Problem´´ Biggi sah ihre beste Freundin traurig an. Sie unterhielten sich noch eine weile. Luna fuhr erst sehr spät nach hause. Biggi versuchte zu schlafen doch sie musste immer wieder an Thomas denken. Sie liebte ihn das war ihr in der letzten Woche klar geworden. Sie würde gerne mit ihm zusammen sein. Doch sie hatte angst. Angst vor der Reaktion ihrer Kollegen und sie hatte angst vor der alten Umgebung die sie mit so vielen Erinnerungen an Enrico empfangen würde. Sie wusste nicht ob sie es schaffen würde dem stand zu halten. Auf der anderen Seite wusste sie nicht b sie es aushalten würde wenn Thomas jetzt wieder ging und sie wieder alleine war. Klar sie hatte Luna und die Flugschule aber das war etwas anderes. Und eine Fernbeziehung zwischen Kroatien und Österreich würde keiner von ihnen auf Dauer aushalten.

Thomas lag ebenfalls lange wach. Warum muss ich immer so ein Pech haben? Fragte er sich. Jetzt hatte er Biggi gerade wieder gefunden und jetzt sollte er sie schon wieder verlieren? Um 8.45 Uhr ging sein Flieger am Nächsten Morgen. Da er noch nicht gepackt hatte würde er keine Gelegenheit mehr haben Biggi richtig zu verabschieden.

Am nächsten morgen verschlief Thomas. Dadurch blieb ihm noch weniger Zeit. Schlecht gelaunt kam er am Flughafen an. Nachdem er seine Tasche aufgegeben hatte kaufte er sich noch ein Brötchen als Frühstück und machte sich auf den weg zum Check- In.

``Hallo Luna, hier ist Biggi. Kannst du mich zum Flughafen bringen?´´ Fragte Biggi ihre Freundin am Telefon. ``Was willst du den da?´´ Fragte Luna verwundert. ``Na du hast doch gesagt das ich mit Thomas mitgehen soll´´ ``Ja schon aber mit dem Auto schaffen wir das nicht mehr´´ ``wieso?´´ ``Weil das Flugzeug in 20 Minuten startet´´ sagte Luna. ``Scheiße. Ok Hab ne andere Idee. Kannst du zur Flugschule kommen?´´ ``Ja klar bin sofort da´´ sagte Luna und verabschiedete sich von mir. So schnell sie konnte packte sie ihre Koffer fertig und machte sich dann auf den weg zur Flugschule. Thomas saß mit Trauriger Mine im Flugzeug. Missmutig sah er aus dem Fenster. Warum war Biggi nicht mitgekommen? Warum ließ sie ihn schon wieder allein? Auf all diese fragen wusste Thomas keine Antwort. Luna war schon da als Biggi auf den Parkplatz fuhr. ``Und was hast du jetzt vor?´´ Wollte Luna wissen. ``Ist unsere Bell Abflug bereit?´´ Biggi meinte den Hubschrauber bell 205 UH-1D. Das war einer der Hubschrauber für die Rundflüge. Luna nickte. ``Ok ich Fliege nach St. Johann´´ ``was? 1. Bist du wahnsinnig? Und 2. ich dachte du fliegst nicht mehr.´´ Fragte Luna verdutzt. Biggi lächelte sie an und lud ihre Koffer in den Heli. ``Nein ich bin nicht wahnsinnig aber ich möchte Thomas nicht noch mal alleine lassen. Ich will bei ihm sein. Ich Fliege immer zwei Stunden, tanke dann und mache eine pause. Thomas hat mir die angst genommen.´´ Sie lächelte. Luna stand Perplex da. So entschlossen hatte sie Biggi noch nie erlebt. Sie verabschiedete sich von Luna und stieg in den Heli. Sie flog zwei stunden, tankte dann und machte eine Pause. Thomas kam schlecht gelaunt am Flughafen an. Als Michael ihn sah atmete er tief durch. Fröhlich begrüßte er seinen Freund doch dieser sagte nur: ``Hallo Michael. Bring mich bitte nach Hause´´ ``was ist Los Thomas?´´ Fragte Michael doch Thomas machte nur eine wage Handbewegung. Michael fuhr ihn nach Hause und Thomas verkroch sich ohne noch etwas zu sagen in sein Zimmer. Er holte die Kiste mit den Fotos von Biggi vom Schrank und sah sie sich langsam an. Biggi flog die ganze nach abgesehen von ein Paar Pausen. Sie konnte es kaum erwarten Thomas wieder zu sehen und sie verstand gar nicht mehr als sie hatte zögern können.

Am nächsten Morgen hatte Thomas wieder Schicht. Immer noch schlecht gelaunt erschien er auf der Basis. Er zog sich um und ging raus zum Heli. Der Rest der Medicopter Crew sah ihm verwundert nach. Plötzlich erschien in der Ferne ein Helikopter. Thomas sah auf. Er musste die Hand über die Augen halten da die Sonne ihn blendete. Als die anderen das Geräusch hörten kamen sie zu ihm raus. Biggi hatte Freudentränen in den Augen als sie ihre Ehemaligen Kollegen sah. Sie war todmüde aber glücklich. Thomas wusste sofort das dass Biggi war. Zum einen erkannte er ihren Flugstiel und zum anderen erkannte er den Heli der Flugschule. Ein lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. ``Sie kommt nach Hause´´ flüsterte er. Die anderen sahen ihn verwundert an. Sie verstanden nicht was er meinte. Kaum war der Heli gelandet rannte Thomas zur Piloten Seite. Biggi öffnete gerade die Tür. Thomas hob sie heraus und Küsste sie leidenschaftlich. ``Willkommen zu Hause´´ lächelte er als er sie runter ließ. Die anderen kamen nun langsam auf die beiden zu. Sie hatten Biggi immer noch nicht erkannt zumal sie mit dem Rücken zu ihnen stand. Thomas lachte ausgelassen und drehte sich mit Biggi im Kreis. Jetzt sahen auch die anderen wer da gekommen war. Sie freuten sich riesig Biggi wieder zu sehen. Alle zusammen gingen in den AR und Biggi und Thomas mussten alles erzählen. Biggi war froh wieder zu Hause zu sein und sie wusste mit der Hilfe von Thomas und ihren Freunden würde sie es schaffen mit den Erinnerungen an Enrico klar zu kommen.

Copyright 2005: Mareike

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