Das Millionengeschäft mit Medicopter 117
28.08.2003
Seit 1997 kreist der rotgelbe Hubschrauber der TV-Aktion-Serie Medicopter 117 über dem Pongau. Kontakte des Schwarzachers Hannes Wazlawik zu Filmproduzent Kurt Mrkwicka führten damals dazu, dass der Pongau - und nicht Mariazell oder Kärnten - als Drehort der RTL/ORF-Serie gewählt wurde.
MICHAEL HOFFMANN
SCHWARZACH.
Mehr als fünf Millionen Euro hat bislang allein die Filmgesellschaft im Pongau ausgegeben. Medicopter 117 - ein gutes Geschäft für die Region. Über die Reiterei lernten sich Hannes Wazlawik und Kurt Mrkwicka vor Jahrzehten kennen. Daraus entstand eine Freundschaft und auch die Zusammenarbeit am Filmsektor. So vertreibt Wazlawik nach wie vor einen damals 40 Millionen Schilling teuren Imax-Film "Die Welt der weißen Pferde", arbeitete in den Rosenhügel-Studios in Wien mit. "Von Hannes stammte seinerzeit die Anregung, mit dem in der Entwicklung befindlichen Projekt "Medicopter" in den Pongau zu kommen", erinnert sich der Produzent, der in der MR-Gruppe unter anderem die Rosenhügel-Studios in Wien betreibt, Kinofilme (die Staatsdiener), Fernsehfilme (Kaisermühlen Blues, Dolce Vita, Trautmann) und TV-Serien (Confetti-TV, Karlich-Show) produziert. 15 Personen gehören zur "organisatorischen Festplatte" des Unternehmens, das in Spitzenzeiten knapp 300 Mitarbeiter beschäftigt. 60 bis 100 sind es, monatelang, für Medicopter. Jährlich weilt dieses Team (fast ausschließlich österreichische Arbeitnehmer) rund vier Monate im Pongau (Standort Brückenwirt, St. Johann). Mrkwicka: "Meine Buchhaltung wirft bereits mehr als fünf Millionen Euro für Ausgaben in dieser Region aus. Das beginnt bei Quartieren, Verpflegung, Handwerkern, Bergrettern, Transporten und dergleichen mehr. Hätten wir gewusst dass Medicopter ein solcher Langzeiterfolg wird, hätten wir den 30 Millionen Schilling teuren Hubschrauber wahrscheinlich gekauft, statt ihn wie bislang für viel mehr Geld zu mieten." Um Film-Drehorte entstand erst in den vergangenen Jahren ein wahres Tauziehen, erkannten Touristiker die Werbewirkung (Schlosshotel Orth, Bulle von Tölz). MR-Film drehte beispielsweise eine 26-teilige Serie über Peter Rossegger in dessen steirischer Heimat und die Nächtigungszahlen gingen in der Region dadurch um bis zu 47 Prozent in die Höhe. In der Vorwoche weilten RTL-Dramaturgin, Drehbuchautoren und Medicopter-Experten wie MR-Prokurist Andreas Kamm in Gastein, um sich über weitere Drehbücher "den Kopf zu zerbrechen". Bis Ende September werden noch die beauftragten Staffeln für 2004 gedreht - mit erstmaliger finanzieller Unterstützung des Landes Salzburg (110.000 Euro). Mrkwicka: "Landeshauptmann Franz Schausberger und sein Stellvertreter Wolfgang Eisl sowie die Stadt St. Johann haben sich sehr kooperationsbereit gezeigt. Die Serie spielt zwar weiterhin "in Deutschland". In einem Abspann wird aber für die Pongauer Schauplätze geworben. Wir hatten auch gute Angebote aus Kärnten, Bayern und der Steiermark. Wenn die Action stimmt, ist in der Serie der Drehort zweitrangig. In diesen Filmen wurde der "Medicopter" ein solcher Star, dass selbst ein gelegentlicher Wechsel der Schauspieler unbemerkt bleibt. Die Zukunft von Medicopter hängt einzig von Einschaltquoten ab. Im Herbst wird von RTL bei den Staffeln überprüft, ob in der Zielgruppe der bis 40-Jährigen 20 Prozent Medicopter einschalten - dann geht es weiter. Eine Staffel (13 Folgen) kostet in der Produktion rund 900.000 Euro. "Dies ist ein großes Vertrauen, dass RTL und der ORF in uns setzen". Die Serie wurde bereits in mehr als 40 Länder verkauft. wir damals gewusst, dass Medi-
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