Damit ihr auch in Zukunft, da Medicopter ja nicht mehr gedreht wird, über die laufenden Projekte der Schauspieler einigermaßen informiert seid, erfahrt ihr hier schon mal was 2004 so abging....
Roswitha Meyer
2004: Paradies für Tiere ( Regie: Peter Weissflog )
Drehstart für MDR/ORF-Koproduktion am 10. Mai in Salzburg und Umgebung
Francis Fulton-Smith, Hauptdarsteller in der ARD-Serie "Familie Dr. Kleist", die zur Zeit jeden Dienstag sieben Millionen Zuschauer vor den Fernseher lockt, dreht wieder. Am Montag, 10. Mai, fällt die erste Klappe für "Ein Paradies für Tiere" (AT).
Zum Inhalt: Der Deutsche Thomas Donnhofer hat viele Jahre als Direktor der besten Hotels gearbeitet und erfüllt sich jetzt einen langgehegten Traum, einen Reiterhof in Österreich. Kurz vor der Eröffnung bekommt der geschiedene Manager Besuch von der 14-jährigen Tochter Stefanie, die das Landleben hasst, so dass es schnell zu Konflikten mit dem Vater kommt. Dann aber lernt sie den 15-jährigen Felix kennen, der Metzger wie sein Vater werden soll, es aber nicht übers Herz bringt, ein kleines Kalb zu töten. Vielmehr "entführt" er es und versteckt es mit Stefanies Hilfe im Stall des neuen Reiterhofs. Robert lernt die Tierärztin Dr. Kern kennen und ändert sein Verhältnis zu Tieren. Er unterstützt Felix, rettet zwei Ferkel, nimmt die vielen Hunde eines alten Handwerkers auf, und steht plötzlich vor der Aufgabe, auch ein Fohlen zu retten, das seine inzwischen in die USA gereiste Ex-Frau der Tochter zu Geburtstag schenkt. Dieses Fohlen ist ohne das Muttertier, ein Fiakerpferd, nicht lebensfähig, und so fährt Robert mit Dr. Kern, die ihm immer mehr ans Herz wächst, nach Salzburg und bringt die Stute nach Hause. Zu allem Überfluss sind Stefanie und Felix hinter das Schicksal von Versuchstieren in einer kosmetischen Fabrik nahe des Hofs gekommen. Robert beschließt, sich auch um diese Tiere zu kümmern, obwohl er mit der Fabrik und der Gemeinde in einen heftigen Konflikt gerät. Plötzlich sieht er sich vor der Frage, ob er seinen Plan vom Reiterhof aufgeben soll, um besser einen Hort für geschundene, ungeliebte Tiere zu schaffen. Seine Tochter und nicht zuletzt die geliebte Tierärztin weiß er dabei auf seiner Seite.
"Ein Paradies für Tiere" (AT) wird vom 10. Mai bis 12. Juni in Salzburg und Umgebung gedreht. Francis Fulton-Smith steht mit Susanne Michel, Herbert Fux, Stefan Fleming und vielen anderen vor der Kamera. Regie führt Peter Weissflog, das Drehbuch stammt von Peter Mazzuchelli (Julia - Eine ungewöhnliche Frau). Verantwortliche Redakteure sind MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt und Alexander Vedernjak (ORF). Es ist eine Produktion von degn film im Auftrag von MDR und ORF.
Julia Cencig
Volkstheater Wien: Heinrich von Kleist - Penthesilea
Inhalt:
Penthesilea ist wohl die exzessivste, die extremste Frauengestalt der Theaterliteratur. Die kriegerische Amazonenkönigin, den Männern in keiner Beziehung unterlegen, zerbricht am Konflikt zwischen dem Gesetz ihres Frauenstaats, das auch ihr inneres Gesetz ist, und ihrer leidenschaftlichen Liebe zum Feind Achill. Ein wildes, grausames Bild der Geschlechter-beziehungen als Kampf um Sieg und Beherrschung und eine zarte, traurige Liebesgeschichte, erzählt in Kleists unvergleichlicher Sprache.
Die Geschichte der Amazonenkönigin Penthesilea und ihr Kampf gegen den Griechenhelden Achill ist in mehreren antiken Texten überliefert, doch so wie Kleist sie beschreibt nicht. Die Leidenschaft, die zwei ebenbürtige, autonome, und doch jeweils den Regeln und Gesetzen ihrer unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen und Geschlechterrollen verpflichtete, verhaftete Menschen füreinander empfinden, ist Kleists ganz eigene Versuchsanordnung. Die Vorstellung von der selbständigen, kriegerischen Frau, die Männer für ihre Zwecke benutzt, wie sonst nur Männer Frauen benutzen, hat von der Antike bis zu den Zeitgenossen des Dichters und lange darüber hinaus Schauder, Schrecken oder Befremden ausgelöst. Heute ist sie uns näher, die Versuchsanordnung begreiflicher. Doch die emotionalen Abgründe, in die der Konflikt zwischen Liebe und Selbstbestimmung die Titelheldin stürzt, und die fast undenkbare Tat, zu der er sie treibt, ihre Entmenschlichung, lösen immer noch Schauder, Schrecken und Befremden aus. „Penthesilea“ bleibt eine Herausforderung.
„Soviel ich weiß, gibt es in der Natur / Kraft bloß und ihren Widerstand, nichts Drittes“. Dieses logische Axiom äußert Odysseus ziemlich zu Beginn des Stücks. Wenn die Amazonen sich in die Schlacht zwischen Griechen und Trojanern auf keiner bzw. allen beiden Seite einmischen, hebeln sie die Griechenlogik, die Kriegslogik, die Männerlogik aus und erzeugen Fassungslosigkeit, Schock. Doch dieser Schock ist nur ein Vorspiel. Kleist zeigt uns eine Welt, die aus Sicht der Griechen aus den Fugen geraten ist, bevor er uns mit Gefühlen konfrontiert, die die Welt aus Sicht der Amazonen aus den Fugen geraten lassen, die auch ihre Kriegslogik aushebeln, die alle Grenzen sprengen, zuletzt sogar die des Humanen. Staunen und Fassungslosigkeit herrschen bei Griechen und Amazonen, als Penthesilea und Achill sich aus Leidenschaft füreinander über alle Gesetze hinwegsetzen, alle Spiel- und Kampfregeln brechen. Die „unbegreifliche“ Penthesilea und der „unbegreifliche“ Achill – wie „zwei Donnerkeile“ „begegnen beide sich“, wie „zwei Sterne“ „schmettern“ sie aufeinander ein. Die Beobachter greifen zum Bild einer kosmischen Katastrophe, um die Begegnung der beiden Liebenden zu beschreiben. Ist diese katastrophale Leidenschaft, wie manche Interpreten meinen, ein Sinnenrausch, eine sexuelle Zwangsvorstellung, in der Liebe und Tod, Erfüllung und Vernichtung unauflöslich miteinander verbunden sind? Penthesileas Verwechslung von Küssen und Bissen scheint darauf hinzudeuten. Doch die einzige nicht-kriegerische Begegnung Penthesileas und Achills ist eine voller Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Neugier auf das Gegenüber. Erst als der Krieg die Liebenden wieder einholt, erweist sie sich als ortlos und also nicht lebbar. „Nach Phtia, Kön’gin.“ fordert Achill, „O! – Nach Themiscyra! O! Freund“ Nach Themiscyra, sag ich dir.“ entgegnet Penthesilea. Der Grieche kann sich eine mehr als flüchtige Liebesbeziehung nur mit der Ehefrau vorstellen, die ihm in seine Heimat folgt, doch eine Amazone kann nicht ‚folgsam’ leben. Sie kann sich Erfüllung nur mit einem Mann vorstellen, den sie als Gefangenen in ihre Heimat führt. Nur dem besiegten Mann kann sie trauen.
In Kleists Trauerspiel leben Frauen und Männer in zwei Welten, die nichts verbindet, als Kampf und Krieg. Und eine dritte gibt es nicht. Odysseus’ logisches Axiom gilt letztlich auch für die Geschlechterbeziehungen: Kraft und Widerstand, „nichts Drittes“. Man könnte „Penthesilea“ als Warnung vor und Absage an den Geschlechterkampf lesen, vorausgesetzt es gäbe einen dritten Ort, eine gemeinsame Welt.
mit Andrea Eckert als Penthesilea und Andreas Patton als Achill
und Vera Borek (Oberpriesterin), Gabriela Bruckner (Amazone), Janina Burgmer (Mädchen), Julia Cencig (Prothoe), Thomas Evertz (Diomedes), Rainer Frieb (Odysseus), Katharina Hohenberger (Arsinoe), Ines Kratzmüller (Mädchen), Jaschka Lämmert (Erstes Mädchen), Vivien Löschner (Meroe), Raimund Merker (Hauptmann), Erika Mottl (Oberste), Alfred Rupprecht (Oberst), Piroska Szekely (Asteria), Stefan Wilde (Grieche)
Inszenierung: Alexander Kubelka
Bühne: Paul Lerchbaumer
Kostüme: Birgit Hutter
Lichtdesign: Konrad Lindenberg
Choreographische Mitarbeit: Daniela Heißl
Premiere: 5. September 2004
Spielplan
| Do,23.09. | 19:30. | Haupthaus | ![]() | |
| Sa,25.09. | 19:30. | Haupthaus | ![]() | |
| Mo,27.09. | 19:30. | Haupthaus | ![]() | |
| Do,30.09. | 19:30. | Haupthaus | ![]() | |
| Fr,01.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Mo,04.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Do,07.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Di,12.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Fr,15.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Mi,20.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Fr,22.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Sa,23.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| So,24.10. | 15:00. | Haupthaus | ||
| Mi,27.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| Sa,30.10. | 19:30. | Haupthaus | ||
| So,31.10. | 15:00. | Haupthaus |
Urs Remond
| 2004: | Der Riemen | Kurzfilm | Regie: Axel Hildebrand | ||
| Pfarrer Braun - Adel vernichtet | Serie/ARD | Regie: Dirk Regel | |||
| Wolffs Revier - Wege zum Ruhm | Serie/SAT1 | Rolle: Episodenhauptrolle | Regie: Reinhard Münster |
Wolffs Revier
Folge 163 – "Wege zum Ruhm"
Dr. Liane Hauff ist eine ehrgeizige Biochemikerin. Eine Augenzeugin beobachtet, wie ein vermummter Mann heftig mit ihr streitet – die Augenzeugin holt die Polizei. Im Haus eskaliert die Situation; Wolff und Tom stürmen das Haus, Liane Hauff liegt tot auf dem Boden, der Täter versucht vor den Kommissaren zu fliehen, dabei löst sich ein Schuss, Tom wird getroffen und schwer verletzt. Nun muss sich Wolff, der unter Verdacht steht, seinen eigenen Kollegen angeschossen zu haben, alleine auf die Fährte des Täters begeben. Und die führt in das Biochemie-Labor. Doch was hat die vermeintliche Augenzeugin mit dem Mord zu tun? Ist sie vielleicht in den Tod der Medizinerin verwickelt? Wolff hat nicht nur gegen Neid, Missgunst und Gier, sondern auch gegen sein schlechtes Gewissen gegenüber Tom zu kämpfen.
Jo Weil
Warten auf irgendwas
Kurzfilm, Hauptrolle, Regie: Jan Paul Bachmann, Janis Mazuch, KHM Köln